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VdK Ortsverband Bischofsmais informiert über das Thema Demenz

Demenz – wie gehe ich damit um?

VdK –Ortsverband informierte über das Thema: Demenz

Bischofsmais. Die Mitglieder des VdK-Ortsverbandes Bischofsmais haben sich letzten Freitag zu einem Vortrag im Landgasthof Hirmonshof getroffen. Frau Barbara Muhr, exam. Altenpflegerin, gerontopsychiatrische Fachkraft, Palliativ Care Fachkraft, war die Referentin. VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und die örtl. Seniorenbeauftragte, Frau Aloisia Pledl, bevor Frau Muhr über ihre Arbeit berichtete und informierte. Helmut Plenk, der Sozialrechtsexperte informierte zuerst alle Anwesenden über Statistikdaten. Am 21.09.218 so Plenk, war der Weltalzheimertag. Hier wurde u.a. auch im LKR Regen verschiedenen Infos zum Thema „Alzheimer“ angeboten. Wir haben derzeit 77.305 Einwohner im LKR Regen, davon sind über 8.500 als „Schwerbehinderte“ eingestuft. Wir haben derzeit über 3.000 Pflegfälle im LKR und über 1.800 sind an „Demenz“ erkrankt.
Mit den Worten:
-wie gehe ich mit einem Demenzkranken in meiner Familie um?
-reichen meine Kräfte aus?
-ist die Pflege Zuhause möglich?
-wo gibt es Hilfe?
-wer unterstütz?
Gab Plenk das Wort an die Referentin weiter.
Fragen über Fragen, die dann Frau Muhr sehr anschaulich und mit klaren Worten auch den Anwesenden vermittelte. Wichtig ist, so Muhr, dass der Demenzkranke sich in einer Umgebung befindet, die ihm sehr vertraut ist. Sehr kahl und modern eingerichtet, damit erreicht man nichts. Auch ein ständiges „Dagegen sprechen“ bringt nichts. Der Demenzkranke versteht das nicht.
Von einer Demenz ist die Rede, wenn sich kognitive Störungen wie Vergesslichkeit im Alltag deutlich störend auswirken und zwar über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. Bei Alzheimer lassen sich drei Stadien unterscheiden.
Kennzeichnend für das frühe Stadium sind leichte kognitive Einschränkungen. Die Merkfähigkeit lässt nach, Betroffene vergessen Namen und Telefonnummern und können sich schlechter konzentrieren – egal ob auf Gespräche, gelesene Texte oder die Fernsehnachrichten. Oftmals verhaspeln sie sich mitten im Satz oder suchen verzweifelt nach bestimmten Wörtern. Zudem machen sich erste Probleme bei der Orientierung bemerkbar, insbesondere in fremder Umgebung. So kann der Weg zum Klo in einem Gasthaus zu einer echten Herausforderung werden.
Nicht selten wirken Betroffene in dieser Phase bedrückt. Sie reagieren mit Kummer, Angst und Scham auf ihre Veränderung. Daher lässt sich Morbus Alzheimer im Frühstadium symptomatisch oft schwer von einer Depression unterscheiden. Wichtiges Differenzierungsmerkmal: Während Depressive eher über ihre Situation lamentieren, neigen Demenzpatienten dazu, ihre Ausfälle zu überspielen.
Besser wäre aber, sich dem Vergessen zu stellen. Denn wird die Krankheit frühzeitig erkannt, besteht noch Handlungsspielraum. „Wir können Alzheimer zwar nicht heilen, aber durch geeignete kognitive und psychomotorische Therapien das Fortschreiten des Krankheitsverlaufs verzögern“, erläutert Muhr. Ihre Beobachtung: Wenn Alzheimerpatienten im Frühstadium Wahrnehmung, Koordination und Gleichgewicht schulen, lässt sich die Symptomatik im Verlauf eines Jahres stabil halten. Vergessen auf dem Vormarsch
Sprache und Sprachverständnis leiden im mittleren Stadium immer mehr: Unterhaltungen werden schwieriger, nicht nur wegen Wortfindungsstörungen und verdrehtem Satzbau, sondern weil die Betroffenen ständig den roten Faden verlieren. Auch im Alltag tun sie sich zunehmend schwerer. Fähigkeiten, die früher täglich im Beruf gefragt waren, gehen verloren, an Autofahren ist nicht mehr zu denken. Tageszeiten und Datum werden durcheinander gebracht, und auch die räumliche Orientierung fällt immer schwerer – selbst in den eigenen vier Wänden. Und während anfangs nur das Kurzzeitgedächtnis zu leiden schien, schwindet nun auch das Langzeitgedächtnis: Erinnerungen aus den letzten Jahrzehnten, Ehepartner, Kinder – sie alle verschwinden im Nebel des Vergessens. Stattdessen tauchen mitunter Episoden aus Kindheit und Jugend auf – und erscheinen dem Betroffenen, als seien sie gerade erst passiert.
Mit der Zeit verändert sich nun auch die Persönlichkeit der Patienten. Betroffene wirken oft nervös und rastlos, manche fühlen sich ungeliebt und argwöhnen, man wolle sie hintergehen und bestehlen. Misstrauen, Gereiztheit, Nervosität und aggressive Ausbrüche – all das ist Ausdruck der fortschreitenden Orientierungslosigkeit.

Mit fortschreitender Krankheit versiegt auch die Sprache weiter. Die Betroffenen verfügen nur noch über wenige Worte, viele verstummen ganz. Für die Kommunikation mit den Patienten müssen Angehörige und Pflegekräfte nun andere Wege finden: Auf sanfte Berührungen etwa, auf Musik, Gerüche oder Gebete reagieren Alzheimer-Patienten mitunter erstaunlich emotional – insbesondere, wenn sie Erinnerungen aus frühester Kindheit zum Klingen bringen.
Die Schlussworte von Frau Muhr lauteten: Demenz ist eine schwerwiegende Diagnose, Erkrankte werden durch demografischen Wandel immer mehr Hilfen benötigen. Toleranz und Wertschätzung im Umgang sind nötig und die Umgebung muss sich dem Erkrankten anpassen! Nicht umgekehrt!

Helmut Plenk bedankt sich sehr für den energetischen und interessanten Vortrag und überreichte ein VdK-Weinkisterl.

Infovortrag Thema Demenz

v.l. Renate Wagner, Josef Beck, Anna Wagner, Paula Wenig, Aloisia Pledl, Annemarie Rankl, Barbara Muhr, Hermann Fittigauer, Josef Pledl, Helmut Plenk© Andrea Plenk

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  1. Infovortrag Thema Demenz | © Andrea Plenk

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