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Pflegefall - was nun?
VdK-Geschäftsführer Helmut Plenk informierte über die Pflege und ihre Folgen

Dominik Wudi

Martina Wudi und Helmut Plenk© Dominik Wudi

Regen. Letzten Donnerstag war das Thema „Plötzlich ein Pflegefall – was nun?“ beim Seniorenclub auf der Agenda. Die Vorsitzende dieser Organisation, Frau Martina Wudi konnte hierzu als Ehrengast zu diesem wichtigen Thema einen waren Experten begrüßen. VdK-Geschäftsführer und Behindertenbeauftragter des Landkreises Regen Helmut Plenk brachte den vielen Senioren das umfangreiche uns sehr komplexe Sozialgesetzbuch SGB XI an den Mann bzw. an die Frau. Im Pfarrsaal war fast alles bis auf den letzten Stuhl gefüllt.

Plenk stellte zunächst einige Daten der neuen Pflegereform vor und zeigte einige wichtige Daten auf: Der für den Landkreis Regen erstellte Pflegebedarfsplan umfasst 87 Seiten und listet auf, wie sich die ambulante und stationäre Pflege hinsichtlich der älter werdenden Bevölkerung entwickeln wird.
Im Landkreis Arberland sind dato eine Einwohnerzahl von 77.305 Personen zu verzeichnen und es gibt 11 Senioren- und Pflegeheime, sowie 12 ambulante Pflegedienste. Es sind 762 Pflegeplätze die zur Verfügung stehen. Es sind so gut wie fast alle Plätze belegt. Man hat bereits Schwierigkeiten Heimplätze für die sogenannte Kurzzeitpflege, bzw. Verhinderungspflege zu finden. Als Pflegekräfte sind 85 Prozent weiblich, auch zu Hause bei zu pflegenden Angehörigen.

Vor allem die Finanzierung der Pflege kann für den zu Pflegenden und vor allem für die Angehörigen große finanzielle Risiken mit sich bringen.
So stellte Plenk fest, dass natürlich die Feststellung der Pflege, die durch den MDK erfolgt, das wichtigste Instrument darstellt. Pflegeleistungen werden dann anerkannt, je nach Pflegestufe, wenn dies durch dem MDK mittels eines Hausbesuches auch wirklich bestätigt wird.
Wird auf Antrag Pflegegeld bezahlt, sind die sich hierbei ergebenden Mehrkosten, dies gilt vor allem für die Heimpflege, von dem zu pflegenden Patienten zu tragen.
Sofern dieser seinen Besitz bereits an seine Erben übertragen hat, kann dieses bis 10 Jahre zurück belastet werden. Das bedeutet, dass die Erben für die gesamten Mehrkosten bei der Pflege aufkommen müssen, wenn seit Durchführung der „Schenkung“ und der Heimeinweisung noch keine 10 Jahre vergangen sind.
Somit ist es wichtig so Plenk, wenn jemand ins Heim muss soll auch geprüft werden, wann wurden größere „Schenkungen“ in den letzten 10 Jahren durchgeführt, wer hat diese erhalten, usw.?
Was steht im Übergabevertrag (ganz wichtig) – Was muss der Erwerber für welche Kosten übernehmen, zu denen er sich per Notarvertrag verpflichtet hat. Diese werden dann in Geldbeträge umgerechnet und es muss dann auch eine Zahlung erfolgen.
Geht man davon aus, dass ein Elternpaar auf eine Heimpflege angewiesen ist, kann dies durchaus ein kleines Vermögen verschlingen. Plenk meinte, gerade die leeren öffentlichen Kassen bewirken, dass hier rigoros geprüft wird, bevor staatliche Leistungen zu Zuge kommen natürlich erst alles andere zur Prüfung ansteht.
Das Thema Heimeinweisung und welche Zahlungen kommen auf wem zu, wird uns in Zukunft noch mehr beschäftigen und auch beschäftigen müssen. Die demographische Entwicklung macht es uns vor.
Wir können hier nicht weglaufen – sondern frühzeitig uns Gedanken machen, was wir tun können und welche Vorsorge man treffen kann und sollte.

Helmut Plenk stellt immer wieder fest, dass gerade dieses Thema auch mit jungen Menschen unbedingt erörtert werden müsste, da hier enormer Aufklärungsbedarf doch festzustellen ist. Man kommt wahrscheinlich über eine zusätzliche Vorsorge im Pflegebereich nicht umher.
Gerade auch die jüngere Generation sollte sich heute schon im eigenen Interesse mit dem Thema „ Pflege im Alter “ befassen, so Plenk.

Sichtlich erstaunt und manche sogar stark geschockt von den Ausführungen des Sozialexperten wechselten ihre Hautfarbe.

Plenk gab zum Schluss allen eine Hausaufgabe mit. Studieren sie bitte demnächst mit ihren Angehörigen/ Kindern einmal den „damals“ abgeschlossenen Notarvertrag durch. Ich denke nicht, dass jeder weiß, welche Rechte der Übergeber sich schreiben lies und welche Pflichten der Erwerber eingegangen ist. Dieses sollte man aber kennen, so der Experte Plenk. Es kann irgendwann eine große Rolle spielen, spätestens bei einer Heimeinweisung, wenn das liebe Geld nicht mehr ausreicht.

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