13. August 2020
VdK-Pressemeldung

Immer mehr Menschen in Deutschland sind von Armut bedroht

VdK fordert Politik zum Handeln auf

Immer mehr Menschen in Deutschland sind von Armut bedroht. Nach Zahlen der statistischen Ämter, die heute veröffentlicht wurden, hat sich die sogenannte Armutsgefährdungsquote zwischen 2009 und 2019 bundesweit von 14,6 Prozent auf 15,9 Prozent erhöht. In Hessen fiel der Anstieg noch stärker aus: Hier ist im Zehnjahresvergleich ein Zuwachs um 3,7 Prozent auf 16,1 Prozent zu verzeichnen. In Thüringen lag das Armutsrisiko 2019 mit 17,0 Prozent leicht unter dem Wert von 2009 (18,1 Prozent). Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt jedoch, dass der Anteil in der Bevölkerung, der als armutsgefährdet gilt, wieder stetig wächst. "Diese Tendenz beobachten wir mit großer Sorge", sagt Paul Weimann, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen.

Zugleich warnt der VdK davor, dass sich die Situation noch dramatisch verschärfen könnte. "Die Daten zur Armutsgefährdung stammen aus der Zeit vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass durch Corona noch mehr Menschen arbeitslos, viele Läden und Betriebe Insolvenz anmelden und Tausende von Soloselbstständigen ihre Existenzgrundlage verlieren werden," so Weimann. Nun komme es darauf an, die Kosten der Krise gerecht zu verteilen und zu verhindern, dass sich die soziale Ungleichheit und Spaltung in der Gesellschaft weiter vertieft. "Wir fordern daher die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13 Euro pro Stunde", sagt der Landesvorsitzende. "Alles, was darunterliegt, führt trotz jahrzehntelanger Berufstätigkeit zu einer Rente, die sich gerade mal auf dem Niveau der Grundsicherung bewegt. Die Geringverdiener von heute sind die notleidenden Rentner von morgen." Von einer Lohnerhöhung profitierten insbesondere die Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen, etwa Krankenschwestern, Altenpfleger und Kassierer*innen. Oft würden gerade sie am unteren Ende der Einkommensskala arbeiten.

Aus Sicht des VdK sind nun auch diejenigen in der Gesellschaft gefragt, die bislang keine Einbußen durch die Corona-Pandemie erlitten haben. "Denkbar wäre eine Abgabe, zu der die Inhaber der allergrößten Vermögen herangezogen werden könnten", schlägt Paul Weimann vor. Das beträfe nur ein Prozent der Bevölkerung, würde aber Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen einbringen. "Die vergangenen Monate haben gezeigt: Nur ein starker Sozialstaat ermöglicht es einer Gesellschaft, in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben. Das kommt allen zugute, deshalb müssen alle nach ihren jeweiligen Möglichkeiten zur Finanzierung beitragen. Das ist die Lehre, die wir aus Corona ziehen", sagt der VdK-Landesvorsitzende.

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Symbolfoto: Eine Geldbörse, darin nur wenige Cent-Münzen
Neue Zahlen zur sogenannten Armutsgefährdungsquote zeigen eine alarmierende Tendenz. Der VdK befürchtet, dass sich das Problem durch Corona noch verschärfen wird.
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Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind enorm. Zur Finanzierung von Unterstützungsangeboten für Bürger und Betriebe schlägt der VdK eine einmalige Vermögensabgabe vor. Verena Bentele spricht mit Dr. Ines Verspohl, Abteilungs- leitung Sozialpolitik des VdK Deutschland darüber, wie genau diese aussehen könnte.

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