Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e.V.
VdK-Pressemeldung

Die Inklusion im Arbeitsleben vorantreiben

VdK fordert mehr Rechte für Schwerbehindertenvertretungen


Der VdK Hessen-Thüringen begrüßt die Verbesserungen in der Rechtsstellung der Schwerbehindertenvertretungen, die mit dem Bundesteilhabegesetz in Kraft getreten sind, hält sie aber noch nicht für ausreichend. Auf der Landeskonferenz für Menschen mit Behinderungen in Wiesbaden sagte der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann: „Die Schwerbehindertenvertretungen in Betrieben und Dienststellen leisten einen unverzichtbaren Beitrag bei der Eingliederung von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt und bei der Sicherung von Beschäftigungsverhältnissen. Ihre Rechte müssen deshalb gestärkt werden.“

Die traditionell im Hessischen Landtag abgehaltene Landeskonferenz stand dieses Mal unter dem Motto „Behinderung darf kein Nachteil sein – Erfüllt das Bundesteilhabegesetz diese Erwartung?“. Vor mehr als 200 Vertretern schwerbehinderter Arbeitnehmer sowie Gästen aus Politik, Sozialverwaltungen und Verbänden betonte Weimann die Bedeutung der Inklusion im Arbeitsleben. Um diese im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention voranzutreiben, besteht aus Sicht des VdK Handlungsbedarf in mehreren Bereichen.

Trotz der Absenkung der Beschäftigungspflichtquote, Förderprogrammen und Öffentlichkeitskampagnen ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen in Hessen nicht gesunken. Ihre Zahl war im September 2017 (11.904) höher als vor zehn Jahren (11.560). 2015 waren in mehr als zwei Drittel aller hessischen Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten weniger als fünf Prozent der Belegschaft schwerbehindert. 7.878 Arbeitgeber zahlten also eine Ausgleichsabgabe, weil sie die Beschäftigtenpflichtquote nicht erfüllten. „Wir brauchen mehr finanzielle Anreize für Arbeitgeber, müssen aber auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Inklusion im Arbeitsleben ein Gewinn ist“, betonte Paul Weimann.

Vor dem Hintergrund der stetig gewachsenen Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung fordert der VdK auch eine Weiterentwicklung des betrieblichen Eingliederungsmanagements. Krankheitsbedingte Kündigungen ohne zuvor durchgeführtes Eingliederungsmanagement sollten generell unwirksam sein. Notwendig sei zudem eine Unwirksamkeitsklausel bezüglich aller personellen Entscheidungen des Arbeitgebers, wie zum Beispiel Versetzung oder Abmahnung, die schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Menschen betreffen und die ohne die Information und Anhörung der Schwerbehindertenvertretung beschlossen wurden.

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