Rente

Steuerfalle Rentenanpassung

Eigentlich eine gute Nachricht: Zum 1. Juli 2020 steigen die gesetzlichen Renten um 3,15 Prozent in den alten und um 3,92 Prozent in den neuen Bundesländern. Für manchen Rentner kann dies aber bedeuten, dass erstmals Steuern fällig werden.

Dabei spielt neben der Höhe der Rente auch das Jahr des Renteneintritts eine entscheidende Rolle. Der Hintergrund: 2005 startete die sogenannte nachgelagerte Besteuerung. Das heißt: Für die Altersvorsorge eingesetzte Beträge werden zunehmend steuerfrei, im Gegenzug werden später die Renteneinkünfte steuerpflichtig. Das erfolgt schrittweise bis zum Jahr 2040.

Wer zum Beispiel 2005 in Rente ging, dessen Rente ist zu 50 Prozent steuerfrei. Für die andere Hälfte muss der Rentner Steuern zahlen – wenn seine Rentenbezüge den jährlichen Grundfreibetrag übersteigen. Bei einem Renteneinstieg 2020 sind auf 80 Prozent der gesetzlichen Altersversorgung Steuern zu zahlen, ab 2040 müssen Neurentner die gesamte Rente versteuern.

Steuerfreier Anteil bleibt lebenslang konstant

Wichtig zu wissen: Der steuerfreie Anteil der Rente bleibt lebenslang unverändert. So sind etwa bei einem Rentenstart 2005 und einer monatlichen Rente von 1000 Euro im Monat 500 Euro (6000 Euro im Jahr) steuerpflichtig. Der Grundfreibetrag lag 2005 mit 7664 Euro deutlich über dieser Summe, Steuern fielen daher nicht an. Der jährliche steuerfreie Anteil der Rente bleibt aber auch in allen Folgejahren bestehen.

Steigt die Rente durch die jährlichen Rentenanpassungen im Jahr 2020 auf 1300 Euro monatlich, werden davon weiterhin lediglich 500 Euro monatlich/6000 Euro im Jahr als steuerfreier Anteil abgezogen. Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt entsprechend auf 800 Euro im Monat beziehungsweise 9600 Euro für das gesamte Jahr 2020. Da der Grundfreibetrag aktuell bei 9408 Euro liegt, unterliegt die Differenz – 192 Euro – der Steuerpflicht. Die beschriebene Regelung gilt auch für zusammen veranlagte Paare, allerdings werden die doppelten Beträge veranschlagt.

Von den 192 Euro in unserem Beispiel zieht das Finanzamt nun automatisch noch einen Pauschbetrag für Werbungskosten in Höhe von 102 Euro ab. Steuerpflichtig entsprechend der jeweiligen Steuerklasse verbleiben 90 Euro.

Noch ein Hinweis: Mit Fragen zur Rentenbesteuerung können sich VdK-Mitglieder beispielsweise an den Lohnsteuerhilfeverein für alte und behinderte Menschen in Frankfurt (Telefon: 069 442543, E-Mail: lohnsteuerhilfe.frankfurt@vdk.de) wenden.

Schlagworte Gesetzliche Rente | Altersvorsorge | Steuer | Grundfreibetrag | Rentenbesteuerung | Pauschbetrag

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