29. August 2022
VdK-Tipps

"Pflegeservice Smart" eingestellt

Vor der unseriösen Beratung der Firma, die älteren Menschen versprach, vermeintliche Ansprüche bei den Pflegeleistungen durchzusetzen, hatte der VdK bereits gewarnt. Jetzt hat das Unternehmen seinen kostenpflichtigen Dienst offenbar beendet.

Die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben nach eigenen Angaben auf E-Mails, die deren Rechtsfachleute im Namen von Betroffenen an den "Pflegeservice Smart" geschickt haben, automatische Antworten der United Swiss Marketing AG erhalten. In denen heiße es, der Service sei eingestellt worden, offene Forderungen seien storniert und man habe keine weiteren Forderungen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die diese E-Mail erhalten, bedeute dies, dass sie das einst geforderte Geld nicht bezahlen müssen, so die Experten. Wer angerufen worden sei und ungewollt einen Vertrag geschlossen habe, solle diesen trotzdem auch jetzt noch widerrufen. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass Werbeanrufe ohne die ausdrückliche Einwilligung des Angerufenen unzulässig sind. Am Telefon abgeschlossene Verträge seien, bis auf wenige Ausnahmen, auch ohne nachträgliche Bestätigung gültig, ließen sich jedoch in der Regel 14 Tage lang widerrufen.

Vorlagen für den Widerruf des Vertrags

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Schweizer Firma ist ein kleingedrucktes Muster-Widerrufsformular enthalten, das man für einen Widerruf ausfüllen kann. Für einen Widerruf können Betroffene die Formulierung in diesem Schreiben verwenden oder einen ausfüllbaren Musterbrief, den die Verbraucherzentralen online zur Verfügung stellen.

Kostenfreie Pflegeberatung nutzen

Der VdK weist darauf hin, dass es zwischen dem Sozialverband und dem Schweizer Pflegeservice Smart keine Verbindung gibt. Der den Schreiben der Firma beigefügte Artikel wurde ohne das Wissen des VdK beigelegt und sollte offensichtlich das Vertrauen der Kundinnen und Kunden wecken. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Menschen, die gesetzlich kranken- und pflegeversichert sind, grundsätzlich Anspruch auf eine kostenfreie Pflegeberatung durch die Pflegekasse haben. Der VdK empfiehlt, diesen Anspruch wahrzunehmen. Außerdem können sich Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in allen Fragen der Pflege an den regionalen Pflegestützpunkt wenden.

Auch nach Ablauf der Widerspruchsfrist bestehe die Möglichkeit, sich gegen den Vertragsschluss zu wehren, erklären die Verbraucherzentralen. Dafür müsse man dem Vertragsschluss widersprechen. Sinnvoll seies, zugleich den Vertragsschluss anzufechten. Auch dafür stellen die Experten einen kostenlosen Musterbrief zur Verfügung. In den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen unterstütze man Betroffene auch beim Widerspruch.

Achtung, Abzocke am Telefon!

Das Unternehmen rief in den in den meisten Fällen ungefragt und gezielt bei älteren Menschen an, verwickelte sie in ein Gespräch über Pflege und schickte ihnen anschließend eine Rechnung zu. Es warb damit, für Pflegebedürftige gegen eine Servicegebühr gesetzliche Ansprüche aus der Pflegekasse von bis zu 6280 Euro durchzusetzen. Den Schreiben, die den Telefonaten folgen, lag neben den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie einer Rechnung über 129 Euro für die angebliche Bestellung der Beratungsleistung ein Artikel des Nachrichtenportals "Zeit Online" bei, in dem über die Ergebnisse der VdK-Pflegestudie berichtet wird.

Die private Pflege zu Hause ist am Limit, ein Drittel der pflegenden Angehörigen überfordert. Der VdK kämpft mit der Kampagne "#naechstenpflege" bundesweit für bessere Rahmenbedingungen. In Hessen und Thüringen sind wir mit vielen eigenen Aktionen dabei.


Der Sozialverband VdK – ein starker Partner

Der Sozialverband VdK ist der größte soziale Verband Deutschlands und ein starker Partner für alle, die Hilfe brauchen. Unsere Kernthemen sind zum Beispiel: Rente, Alter, Pflege, Behinderung, Teilhabe. Wir bieten sozialpolitische Interessenvertretung, sozialrechtliche Beratung, Ehrenamt.

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