10. Februar 2021
VdK-Tipps

Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderungen ausgeweitet

Der sogenannte Behinderten-Pauschbetrag für den täglichen Mehrbedarf von Betroffenen ist zum Jahresbeginn verdoppelt worden. Zugleich wurden die Regelungen zur Anerkennung eines Grads der Behinderung (GdB) angepasst.

Steuerpflichtige mit Behinderungen haben die Möglichkeit, anstelle eines Einzelnachweises für jede Aufwendung einen Behinderten-Pauschbetrag nach § 33b Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) bei der Steuer anzugeben. Durch das Gesetz zur Erhöhung der Behinderten-Pauschbeträge und zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen (Behindertenpauschbetragsgesetz) sind diese Steuervergünstigungen zum 1. Januar 2021 deutlich angehoben worden.

Neu gefasst wurden außerdem die Regeln zur Anerkennung eines Grads der Behinderung (GdB): Seit Januar 2021 führt eine Behinderung bereits ab einem GdB von 20 (bisher ab 25) zu einem Pauschbetrag, nach der neuen Systematik steigt der GdB in 10er-Schritten. Die folgende Übersicht zeigt, in welcher Höhe der Pauschbetrag bei welchem GdB gewährt wird:

Grad der Behinderung

Pauschbetrag in Euro

20

384

30

620

40

860

50

1.140

60

1.440

70

1.780

80

2.120

90

2.460

100

2.840

Für Menschen mit Behinderungen, die hilflos im Sinne des § 33b Abs. 6 EStG sind, und für Blinde ist der Pauschbetrag von bisher 3.700 Euro auf 7.400 Euro angehoben wor-den.

Behinderungsbedingter Fahrtkosten-Pauschbetrag eingeführt

In § 33 Abs. 2a EStG wurde zudem ein behinderungsbedingter Fahrtkosten-Pauschbetrag geregelt. Anspruchsberechtigt sind …

  1. geh- und stehbehinderte Menschen mit einem GdB von mindestens 80 oder mit einem GdB von mindestens 70 und dem Merkzeichen "G" sowie
  2. außergewöhnlich gehbehinderte Menschen mit dem Merkzeichen "aG", Blinde oder behinderte Menschen mit dem Merkzeichen "H" (hilflos).

Bei einem Anspruch nach Regelung 1 beträgt der Pauschbetrag 900 Euro, bei einem Anspruch nach der zweiten Regelung 4.500 Euro. Achtung: Wer berechtigt ist, den hö-heren Pauschbetrag geltend zu machen, kann diesen nicht mit dem Pauschbetrag nach Regelung 1 kombinieren. Über diesen Fahrtkosten-Pauschbetrag hinaus werden keine weiteren behinderungs-bedingten Fahrtkosten als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigt.

Auch sogenannte Minderbehinderte profitieren von Neuerung

Bis 2021 ist der Pauschbetrag Steuerpflichtigen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50 nur gewährt worden, wenn …

  • ihre Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat,
  • ihre Behinderung auf einer typischen Berufskrankheit beruhte oder
  • ihnen wegen ihrer Behinderungen eine gesetzliche Rente zustand.

Diese Zusatzvoraussetzungen in § 33b Abs. 2 EStG sind komplett entfallen.

Die private Pflege zu Hause ist am Limit, ein Drittel der pflegenden Angehörigen überfordert. Der VdK kämpft mit der Kampagne "#naechstenpflege" bundesweit für bessere Rahmenbedingungen. In Hessen und Thüringen sind wir mit vielen eigenen Aktionen dabei.


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