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Pauschalreisen: Gutscheinlösung beschlossen

Wegen der Corona-Pandemie hatte das Auswärtige Amt monatelang eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Gebuchte Pauschalreisen konnten währenddessen nicht stattfinden. Ein neues Gesetz soll nun Reiseveranstalter vor dem Existanzverlust und Kunden vor dem Verlust des bereits gezahlten Reisepreises schützen.

Die aktuelle Regelung im „Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche“ (Artikel 240, § 5) betrifft Reisen, die vor dem 8. März 2020 gebucht und wegen der Pandemie abgesagt wurden. Die Kunden können demnach entscheiden, ob sie ihr Geld umgehend vom Veranstalter erstattet haben möchten oder stattdessen einen Gutschein akzeptieren.

© Pixabay

Der Hintergrund: Für alle Reisen, die vor dem 8. März gebucht wurden und bis Ende 2020 stattfinden sollten, sind einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge Vorauszahlungen in Höhe von rund sechs Milliarden Euro geleistet worden. Die Zeitung beruft sich dabei auf Schätzungen der Reisewirtschaft. Branchenvertreter warnen demnach davor, dass infolge solcher enormen Rückforderungen vielen Veranstaltern das Geld ausgehen könnte.

Vor- und Nachteile

Mit dem Beschluss, alternativ Gutscheine auf freiwilliger Basis anzubieten, kommt die Bundesregierung den Vorgaben der EU-Pauschalreiserichtlinie sowie Empfehlungen der EU-Kommission nach. Da diese Lösung eine staatliche Absicherung der Gutscheine umfasst, kann es für betroffene Kunden durchaus sinnvoll sein, sich für einen Gutschein zu entscheiden – vor allem, wenn es sich um einen Reiseveranstalter ihres Vertrauens handelt. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass bei einer Insolvenz des Reiseveranstalters die Erstattung des bereits gezahlten Geldes unter Umständen nur zum Teil gewährleistet sei.

Doch Achtung: Die geplante Insolvenzabsicherung greift ausschließlich bei Pauschalreisen. Gutscheine einer Fluggesellschaft oder eines Hotels sind im Falle einer Pleite wertlos. Und: Ein Gutschein bindet den Kunden an den Reiseveranstalter. Verbraucherschützer geben auch zu bedenken, dass ein personalisierter Gutschein den Kunden bei der Auswahl seiner nächsten Reise einschränken kann.

Die neuen Regelungen im Überblick

  • Reiseveranstalter dürfen den Kunden für vor dem 8. März 2020 gebuchte Reisen, die infolge der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden können, anstelle der sofortigen Erstattung ihrer Vorauszahlungen Gutscheine im Wert des jeweils gezahlten Reisepreises anbieten. Der Veranstalter hat den Kunden auf das Wahlrecht zwischen Gutschein und sofortiger Erstattung hinzuweisen.
  • Für die Ausstellung, Übermittlung und Einlösung des Gutscheins dürfen dem Kunden keine Kosten entstehen.
  • Die Bundesregierung will den Wert der Gutscheine neben der gesetzlichen Insolvenzabsicherung zusätzlich bis zur vollen Höhe durch eine ergänzende staatliche Absicherung garantieren, um sie für Kunden attraktiv zu machen.
  • Die Gutscheine gelten nur im Hinblick auf die aktuelle Covid-19-Pandemie und werden zeitlich befristet abgesichert. Sie können nach Ende der derzeitigen Reisebeschränkungen beim Reiseveranstalter eingelöst werden.
  • Reisende, die den Gutschein ablehnen, behalten ihren sofortigen Erstattungsanspruch.
  • Wird der Gutschein nicht bis spätestens Ende 2021 eingelöst, so ist der Wert in Höhe des ursprünglichen Reisepreises unverzüglich auszubezahlen.

Der Reisegutschein selbst muss – neben Wert und Gültigkeitsdauer – Hinweise darauf enthalten, dass …

  • er wegen der Covid-19-Pandemie ausgestellt wurde,
  • der Kunde sofortige Erstattung geleisteter Vorauszahlungen verlangen kann, wenn er den Gutschein nicht innerhalb dessen Gültigkeit eingelöst hat, und
  • der Gutschein bei Insolvenz des Reiseveranstalters ergänzend gegebenenfalls durch eine staatliche Garantie abgesichert ist.

Wichtig zu wissen!

Kunden, die bereits vor Inkrafttreten der neuen Regelung von Reiseveranstaltern für vor dem 8. März 2020 gebuchte Reisen, die infolge der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden können, anstelle sofortiger Erstattung Gutscheine erhalten haben, sollen diese an die neuen Vorgaben angepasst werden.

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