Rente

Rentenanpassung zum 1. Juli 2021: Nullrunde im Westen

Die diesjährige Anpassung der Rentenwerte ist kein Grund zur Freude, zumindest nicht für Rentnerinnen und Rentner in den alten Bundesländern. Grund dafür sind vor allem die 2020 durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie gesunkenen Löhne.

Am 1. Juli 2021 wird es demnach im Westen eine "Nullrunde" bei der Rentenanpassung geben: Der aktuelle Rentenwert verharrt hier bei 34,19 Euro. Für Bezieherinnen und Bezieher einer gesetzlichen Altersversorgung in den neuen Bundesländern steigt der aktuelle Rentenwert wegen der schrittweisen Angleichung der Renten Ost an die Renten West im Rahmen des Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes zum Stichtag um 0,72 Prozent von 33,23 Euro auf 33,47 Euro. Das Verhältnis der Renten in den neuen Bundesländern zu den Renten in den alten Bundesländern erreicht damit 97,9 Prozent.

Die jährliche Rentenanpassung wird auf Basis der sogenannten Rentenanpassungsformel berechnet. Grundsätzlich folgt die Anpassung der Entwicklung der Bruttolöhne in Deutschland. Diese sind 2020 infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt gesunken, dem Statistischen Bundesamt zufolge in den alten Bundesländern um 2,34 Prozent. Außerdem berücksichtigt werden die Veränderungen des Beitragssatzes in der Rentenversicherung und die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Beitragszahlern und Rentenempfängern. Dieser "Nachhaltigkeitsfaktor" hätte die Rentenanpassung um 0,92 Prozent gedämpft.

Renten-Schutzschirm verhindert Kürzungen

Rein rechnerisch müssten die Ruhestandsbezüge Experten zufolge um mehr als drei Prozent gesenkt werden. Rentenkürzungen sind jedoch durch eine 2004 eingeführte und 2009 zur "Rentengarantie" erweiterten Schutzklausel gesetzlich ausgeschlossen. Daher stagniert der Rentenwert West in diesem Jahr. Dazu, dass die Rentengarantie Rentnerinnen und Rentner auch in Jahren, die von stark sinkenden Löhnen geprägt sind, vor einer Rentensenkung schützt, hat auch der VdK beigetragen. Dieser Renten-Schutzschirm reicht aber aus Sicht des VdK nicht aus, um jetzt und künftig eine gute Altersvorsorge für alle Generationen sicherzustellen. Der VdK setzt sich deshalb – auch im Rahmen der aktuellen bundesweiten VdK-Kampagne Sozialer Aufschwung jetzt! – ein für

  • eine gerechte Rente ohne Anhebung des Renteneintrittsalters,
  • ein stabiles Rentenniveau von mindestens 50 Prozent,
  • eine Erwerbsminderungsrente ohne Abschläge und mit einer Anhebung der Zurechnungszeiten auf 67 Jahre für alle Anspruchsberechtigten sowie
  • drei Rentenentgeltpunkte pro Kind für alle Mütter.

Nachholfaktor bis 2025 ausgesetzt

Im Rahmen der "Rentengarantie" nach § 68 a Sozialgesetzbuch VI ist auch geregelt, dass eine durch die Schutzklausel unterbundene Rentenkürzung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird. Dieser sogenannte Ausgleichsbedarf – oft auch Nachholfaktor genannt – würde sich in den Folgejahren negativ auf die Rentenanpassung auswirken. Mit dem Gesetz über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz) wurden jedoch bis zum Jahr 2025 Haltelinien für den Beitragssatz und das Rentenniveau eingeführt. Zudem wird nach diesem Gesetz der Auf- und Abbau des Ausgleichsbedarfs bis zur Rentenanpassung im Jahr 2025 ausgesetzt. Genau bedeutet das: Unterbliebene Rentensenkungen werden in dem Zeitraum nicht in einem Ausgleichsbedarf erfasst und somit auch nicht mit späteren Rentenpassungen verrechnet. Ziel der Regelung ist, dass die Haltelinie für das Rentenniveau nicht nachträglich durch eine Verrechnung im Ausgleichsbedarf in Frage gestellt wird.

Stabsstelle Sozialpolitik
Esther Wörz
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60322 Frankfurt
Telefon: 069 714002-17
Telefax: 069 714002-22
sozialpolitik.ht@vdk.de


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