Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e.V.
INKLUSION

Barrieren im Kopf abbauen

Das Projekt ALKOR soll Vereine, Jugendzentren und Schulen auf dem Weg zur Inklusion unterstützen. Kinder werden für die Themen Behinderung und Barrierefreiheit sensibilisiert.


Durch die UN-Behindertenrechtskonvention haben Kinder mit sogenannten Förderbedarfen zukünftig das Recht, auf eine Regel- statt auf eine Förderschule zu gehen. Somit wurde die Voraussetzung für inklusiven Unterricht geschaffen: Alle Kinder lernen von Anfang an gemeinsam, und alle haben die gleiche Chance auf gesellschaftliche Teilhabe. So die Theorie. In der Praxis zeigt sich: Gerade bei Eltern und Lehrern bestehen große Ängste. Inklusion finden die meisten mittlerweile zwar begrüßenswert, sehen sich aber mit knappen Mitteln und nicht ausreichend qualifiziertem Personal konfrontiert. Leistungsdruck, Mobbing unter Schülern oder bauliche Barrieren stellen Schulen vor große Herausforderungen.

Nora Schratz, ehemalige Nationalspielerin im Rollibasketball, erklärt die Funktionsweise eines Rollstuhls, der speziell fürs Basketballspiel entwickelt wurde.

Für die Themen Inklusion, Behinderung und Barrierefreiheit sensibilisieren

Dies war Anlass für den Sozialverband VdK Hessen-Thüringen, ein Projekt namens ALKOR zu planen, das Vereine, Jugendzentren und Schulen auf dem Weg zur Inklusion unterstützt. Die VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit und das Ehrenamtsreferat (Förderwesen) arbeitete in Kooperation mit der Fachhochschule Frankfurt ein Programm für Projekttage aus, mit dem Ziel, "Barrieren im Kopf abzubauen": Kinder und Jugendliche sollen für die Themen Inklusion, Behinderung und Barrierefreiheit sensibilisiert werden, um die gesellschaftlichen Veränderungen mit tragen zu können. Die Kooperation mit der Fachhochschule Frankfurt ermöglicht die Zusammenarbeit mit engagierten Studenten der sozialen Arbeit. Die von ihnen entwickelten Bausteine sollen den Teilnehmern vor allem Spaß machen und "nebenbei" aufklären und soziale Kompetenzen vermitteln. Die Aktion Mensch hat sich bereit erklärt, die Planungsphase des Projektes ALKOR zu fördern.

Mehrere Schüler schieben gemeinsam einen Rollstuhl.
Gemeinsam geht alles besser.

Interessante Projekttage

An der Michael-Ende-Schule in Frankfurt wurden interessante Projekttage durchgeführt. Die Schüler einer 6. Klasse eigneten sich eine ganze Menge neues Wissen an. "Behindert sagt man nicht!", so lautete die Erkenntnis in der Auseinandersetzung mit Schimpfworten und der Verwendung des Begriffs "Behinderung". Die Kinder machten sich selbst zu Experten und wissen nun ganz genau, wo an ihrer Schule zum Beispiel optische, räumliche und soziale Barrieren existieren. Bei einer Gebärdendolmetscherin lernten sie die Gebärdensprache kennen.

Der Basketballkorb war heiß umkämpft

Absolutes Highlight war eine inklusive Judogruppe, die schon olympische Erfahrungen gesammelt hat. 2012 waren die Judoka Teilnehmer bei den Special Olympics in München und standen nun den Schülern für Fragen zu ihrer Behinderung und ihrem Sport Rede und Antwort. In der Sporthalle konnten die Schüler dann am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, wenn man zum Beispiel mit einer Sehbehinderung Badminton spielen möchte. Besonders der Basketballkorb war heiß umkämpft. Hier zeigte Nora Schratz, wie man im Rollstuhl Basketball spielt, und beeindruckte damit nicht nur die Mädchen. Sie selbst ist ehemalige Nationalspielerin im Rollibasketball und heute als Trainerin tätig.

Inklusion ist doch ganz einfach

Die Projekttage haben deutlich gezeigt, dass die Bereitschaft bei Kindern und Jugendlichen, sich mit dem Thema Behinderung und Barrierefreiheit auseinanderzusetzen, sehr groß ist. Die Teilnehmer haben offen über Ängste gesprochen und diese selbstständig abbauen können. Soziale Kompetenzen, wie Mitgefühl, Gerechtigkeitsempfinden und Toleranz, konnten mobilisiert werden. "Inklusion ist doch ganz einfach. Das heißt: Alle Kinder, egal ob dick oder dünn, Mädchen oder Jungen, Christ oder Moslem, gesund oder krank lernen gemeinsam!", so das Resümee am letzten Tag.

Team ALKOR
Ehrenamtsreferat (Förderwesen)

Oliver Wetz
Gärtnerweg 3
60322 Frankfurt
Telefon: 069 714002-35
Telefax: 069 714002-22
alkor.ht@vdk.de



Junioren
Ein kleiner blauer Stern hält sich an einem Sternenzacken eines größeren gelben Sterns fest.
Das Projekt ALKOR des VdK Hessen-Thüringen bietet Unterstützung auf dem Weg zur Inklusion. Projektleiter Oliver Wetz erklärt Grundlagen und Ziele.
Junioren
Blick auf die gemalte Stadt mit vielen Häusern, einer Straße, einem Bus sowie vielen Menschen.
Mit einem eigenen Kinderbuch möchte der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen allen Menschen von 3 bis 99 Jahren das Thema Barrierefreiheit näherbringen.

"Inklusion in 80 Sekunden erklärt."

Ein Video der Aktion Mensch zeigt, was unter dem schwierigen Wort zu verstehen ist.

Aktion Mensch - Was ist Inklusion?



INKLUSION
Kinder im Rollstuhl beim Basketballspielen
Das Projekt ALKOR soll Vereine, Jugendzentren und Schulen auf dem Weg zur Inklusion unterstützen. Kinder werden für die Themen Behinderung und Barrierefreiheit sensibilisiert.
Barrierefreiheit
Symbolfoto: Ein großes Rollstuhlsymbol markiert einen Behindertenparkplatz
Eine Behinderung entsteht, wenn ein Mensch mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung auf Barrieren in seiner Umwelt trifft. Barrierefreiheit ist dann das Instrument, um dem Betroffenen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Symbolfoto: Viele Hände bilden gemeinsam einen Kreis
Als „Sozialanwalt“ seiner Mitglieder und aller benachteiligten Menschen kämpft der VdK für soziale Gerechtigkeit und den Erhalt der sozialen Sicherungssysteme.
Symbolfoto: Eine Frau im Büro telefoniert
Der VdK informiert und unterstützt seine Mitglieder in allen Fragen rund um Gesundheit, Behinderung, Pflege und Rente – qualifizierter Sozialrechtsschutz inklusive.
Symbolfoto: Gruppenbild von Senioren beim Wandern
Getreu dem Motto „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch“ betreuen rund 13.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die VdK-Mitglieder vor Ort.
Drei Frauen
Seit jeher prägen Frauen die Arbeit des VdK – sowohl in der praktischen Arbeit vor Ort als auch wenn sozialpolitische Forderungen aus frauenspezifischer Sicht eingebracht werden.
Kinder und Erwachsene stehen auf einer Rollstuhl-Hebebühne eine Busses.
Mit außergewöhnlichen Aktionen, gezielten Projekten und informativen Veranstaltungen bringen wir unsere Ideen und Forderungen in die Öffentlichkeit.