16. April 2020
Corona-Ticker

Erkrankung an Covid-19 als Berufskrankheit

Bei der Arbeit in Einrichtungen des Gesundheitswesens besteht die erhöhte Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken und an Covid-19 zu erkranken. Was ist hier bei einer Berufskrankheitenanzeige zu beachten?

Die Infektion mit dem Coronavirus ist noch kein Fall einer Berufskrankheit. Die Krankheit Covid-19 muss dafür ausbrechen. Bei einer sicher festgestellten Infektion mit einem vermuteten Infektionsweg über die Arbeit und ersten Symptomen, die ja nicht gleich Covid-19 sein müssen, sollte der behandelnde Arzt oder der Arbeitgeber eine Berufskrankheitenanzeige an die Berufsgenossenschaft schicken.

Versicherungsschutz besteht auch, wenn der Beschäftigte vorgeschriebene Schutzausrüstung wie Mundschutz oder Handschuhe weggelassen hat, weil sie nicht geliefert werden konnte. Sogar ein bewusstes Weglassen von Schutzausrüstung, obwohl sie vorgeschrieben und verfügbar war, schließt den Versicherungsschutz nicht aus (§ 7 Abs. SGB VII). Die Grenze zur Versicherungsschutzlosigkeit ist erst überschritten, wenn der Beschäftigte den Versicherungsfall absichtlich herbeiführt.

Bricht die Krankheit aus und wird sie als Berufskrankheit anerkannt, kommen zunächst Heilbehandlung und medizinische Rehabilitation in Frage. Bleibt ein Gesundheitsschaden über die 26. Woche hinaus, kommt eine Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung ab einer festgestellten Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20 Prozent in Frage.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat weitere Informationen zum Unfallversicherungsschutz und Corona zusammengestellt: doc632104bodyText3

In Frage kommt die Anerkennung der Berufskrankheit, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war.

Personenkreise

Versicherte relevante Personenkreise sind insbesondere:

  • Ärzte, medizinisches Personal, Pflegepersonal in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Reha-Einrichtungen
  • Mitarbeiter von Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz u.a.)
  • Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten
  • Mitarbeiter in Laboratorien zum Beispiel für den Abstrichtest auf das Coronavirus
  • Mitarbeiter in Arztpraxen oder therapeutischen Praxen
  • Hebammen
  • angestellte Heilpraktiker

Auch anderes Personal, wie Hausmeister, Putzkräfte oder Mitarbeiter in der Verwaltung, ist in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert; hier wird es aber vor allem auf das Maß ankommen, wie weit sie der Infektionsgefahr mit Corona ausgesetzt waren. Niedergelassene Ärzte sind versichert, wenn sie freiwillig in die gesetzliche Unfallversicherung einzahlen.

Schlagworte Covid-19 | Berufskrankheit | Versicherungsschutz

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