Barrierefreiheit

Erstes VdK-Symposium "Barrierefreies Wohnen und Leben"

Gelungene Auftaktgestaltung: Beim Austausch von VdK-Experten mit kommunalen Interessenvertretungen von Menschen mit Einschränkungen standen der öffentliche Personen- nahverkehr (ÖPNV) sowie wichtige gesetzliche Neuregelungen im Fokus.

Barrierefreiheit ist seit Langem zentrales Thema des VdK Hessen-Thüringen. Von 2014 bis 2018 veranstaltete der VdK gemeinsam mit der Ingenieurkammer Hessen sehr erfolgreich das "Zukunftsforum für barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen in Hessen". Daran knüpft das neue VdK-Symposium an, das jährlich durchgeführt werden soll. Gleich die coronabedingt digitale Auftaktveranstaltung stieß auf großes Interesse: Fast 100 Teilnehmende – VdK-Wohn- und -Fachberater für Barrierefreiheit, Vertreter von Landesbehindertenrat, Landesseniorenvertretung und Inklusionsbeirat Hessen sowie Kommunale Behindertenbeauftragte – folgten der Einladung des VdK.

"Barrierefreiheit ist noch immer keine Selbstverständlichkeit", sagte der Landesvorsitzende Paul Weimann, der die Teilnehmenden herzlich begrüßte. "Künftig werden wir insbesondere Flagge zeigen für mehr Barrierefreiheit im 'normalen' Leben", skizzierte er die Marschrichtung. Kollegen und Kolleginnen würden verstärkt auf Missstände vor Ort aufmerksam machen sowie Verbesserungen anregen.

ÖPNV bald barrierefrei?

Melanie Ludwig, Leiterin der VdK-Fachstelle Barrierefreiheit, erklärte das Ziel des Treffens. "Das Symposium soll uns helfen zu erfahren, was den Fortschritt behindert. Wir wollen die Probleme verstehen und gemeinsam angehen. Gemeinsam sind wir stärker", betonte sie, bevor sie Thomas Kiel d’Aragon vom Dezernat Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr des Deutschen Städtetags das Wort erteilte. Er gab einen Überblick über wesentliche Aspekte des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG). Die Städte seien intensiv dabei, die ÖPNV-Verkehrsangebote und -einrichtungen barrierefrei zu gestalten, sagte Kiel d‘Aragon. Die dafür im PBefG gesetzte Frist zum 1. Januar 2022 sei aber kaum zu 100 Prozent erreichbar. Den nahen Stichtag sieht er trotzdem positiv: Dieser erzeuge Druck, die Umsetzung von Barrierefreiheit engagiert anzugehen.

Das im Juli verkündete Barrierefreiheitsgesetz (BFSG) erläuterte die stellvertretende Leiterin der Bundesfachstelle für Barrierefreiheit, Simone Miesner. Sie führte aus, für welche Produkte und Dienstleistungen sowie für welche Anbieter die BFSG-Regelungen gelten. Grundsätzlich barrierefrei zu gestalten seien "graue" und "braune" Produkte, etwa Computer, Smartphones, Geld- und Fahrkartenautomaten. Was die Teilnehmenden besonders interessierte: Sanktionen durch die Überwachungsstellen der Länder bei Nichteinhalten der Bestimmungen seien bis hin zu Bußgeldern möglich, aber noch nicht klar definiert.

Bahnhöfe unter der Lupe

Einen Einblick in den aktuellen Stand hinsichtlich der Barrierefreiheit hessischer Verkehrsstationen und -einrichtungen gab Daniel Wolz vom Vertrieb Mobility der DB Station&Service AG. 2020 habe die DB Station&Service rund 1.227 Millionen Euro in das Bestandsnetz investiert, etwa ein Drittel der Summe für Maßnahmen zur Herstellung "weitreichender Barrierefreiheit", sagte Wolz. Erreicht sei diese erst, wenn nach einem DB-Bewertungssystem für sieben Nutzergruppen jeweils elf Kriterien – von Rampen bis hin zum niveaugleichen Einstieg in die Züge – erfüllt seien. Aber warum sind dann an den Bahnhöfen Aufzüge und Rolltreppen häufig defekt? "Ein Problem ist der Vandalismus", sagte Wolz. Auch seien Ersatzmaterialien oft nicht sofort verfügbar.

Begeistert waren die Teilnehmenden von der virtuellen Exkursion in die vom VdK mitgetragene Ausstellung "Hallo Freiheit! Zusammen über Barrieren". VdK-Referentin Katinka Götz demonstrierte, wie Besucher mit Simulationsbrillen ein krankheitsbedingt eingeschränktes Sehvermögen erfahren können. Sie führte über Küche und Bad ins Kinder- und Jugendzimmer mit der Plüschrobbe "Paro" als ein Beispiel für "emotionale Robotik".

Am Ende sparten die Symposiumsgäste nicht mit Lob: Sie freuen sich auf das VdK-Symposium "Barrierefrei Leben und Wohnen" 2022!

Pflegende Angehörige nicht im Stich lassen

Gut Dreiviertel aller Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt. Doch die Corona-Pandemie stellt viele pflegende Angehörige vor große Herausforderungen: Wie sollen sie die Pflege zuhause noch sicherstellen, wenn man Ansteckung verhindern und soziale Distanz wahren muss. Der VdK fordert, die Pflegebedürftigen und die, die pflegen, nicht im Stich zu lassen.



Was heißt VdK?

Die Abkürzung VdK leitet sich ab aus dem Gründungsnamen des Verbands in Hessen: "Verband der Körperbehinderten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen".

Leitbild
Um unser Leitbild an die aktuelle gesellschaftliche Situation anzupassen, hat der Landesvorstand ergänzend eine Resolution verabschiedet.
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