25. Mai 2021
Barrierefreiheit

Eine grüne Oase für alle

Auch für Menschen mit Behinderungen ist die Bewirtschaftung eines Gartens sehr gut möglich. Um den eigenen Garten mit Behinderung oder altersbedingten Beeinträchtigungen zu genießen, können aber einige Anpassungen notwendig sein.

Im Frühling zieht es viele Menschen wieder vermehrt in die Natur. Gerade im eigenen Garten lassen sich Freizeitgestaltung und Steigerung des Wohlbefindens gut verbinden. Denn die Betätigung an der frischen Luft hält fit, tut der Seele gut und kann das Immunsystem stärken. Um den eigenen Garten auch mit Behinderung oder altersbedingten Beeinträchtigungen zu genießen, können einige Anpassungen notwendig sein.

Die Freude am Gärtnern sollte durch eine eingeschränkte Gesundheit allerdings nicht geschmälert werden, sondern die Gestaltung des Gartens auf die jeweiligen körperlichen Fähigkeiten und Einschränkungen ausgerichtet sein, um ihn optimal nutzbar zu machen. Doch auch wenn noch keine Beeinträchtigung vorliegt, ist es sinnvoll, Überlegungen zur Barrierefreiheit bei der Gartenplanung miteinzubeziehen. Barrierefreiheit bedeutet, dass alle Menschen, egal wie groß oder klein, ob gesund oder krank an jedem Lebensbereich teilhaben können, der ihnen wichtig ist. So sind rutschsichere Treppen mit Handlauf und breite, ebene Wege auch im Garten für alle Altersgruppen von Vorteil.

Gärtnern im Sitzen

Gerade bei der Gestaltung des eigenen Gartens steht die individuelle Situation im Vordergrund. Wer auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist, muss wissen, was bei einer barrierefreien Gestaltung von Wegen oder Rampen zu beachten ist. Zur leichteren Begeh- und Befahrbarkeit eignen sich großformatige Plattenbeläge oder Betonpflastersteine in frostbeständigem Kunst- oder Naturstein mit hoher Rutschhemmung. Hier entstehen beim Verlegen möglichst wenig und schmale Fugen. Zudem sollte eine Rampe nicht zu steil, wasserdurchlässig und frei von Stolperfallen sein.

Eine Frau und ein Mann an einem Hochbeet
Da macht das Pflanzen Spaß: Hochbeete bieten die Möglichkeit, im Sitzen oder Stehen zu arbeiten. | © bbw Südhessen

Hochbeete bieten die Möglichkeit, im Sitzen oder Stehen arbeiten zu können. Für Menschen mit Rückenproblemen, denen die Arbeit am Boden zu anstrengend ist, sollten die Beete auf einer Höhe von etwa 60 oder 90 Zentimeter angelegt sein. Für Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, ist es dagegen wichtig, dass das Beet als Pflanztisch gestaltet und somit unterfahrbar ist. Wer sein Hochbeet nicht selbst anlegen kann oder möchte, findet in Garten- oder Landschaftsbaubetrieben etliche Varianten in Holz oder Stein mit rostfreien Befestigungselementen. Um Verletzungen an rauem Material beim Arbeiten im Beet zu vermeiden sollten die Ränder möglich glatt sein. Durch Haltemöglichkeiten für Gartengeräte direkt am Pflanztisch hat man alles Notwendige beisammen.

Gartengeräte wie Krallen und Schaufeln sind ebenfalls benutzerfreundlich geworden. Es gibt sie mit ergonomisch geformten Griffen in einer Vielzahl an Größen. Mit Hilfe von Teleskopstielen ist das Bearbeiten des Bodens auch ohne tiefes Bücken rückenschonend oder im Sitzen möglich. Eine Schubkarre mit drei Rädern macht den Transport von Erde oder Pflanzen sicherer.

Kontrastreiches Design

Bei der Auswahl von Pflanzen helfen folgende Fragen: Welche Sorten sind pflegeleicht? Welches Obst kann aus einer sitzenden Position oder mit speziellen Geräten geerntet werden? Oder welche Kräuter eignen sich aufgrund des geringen Erdvolumens für Pflanztische? Praktisch sind auch leichte tragbare Gartensitze, die je nach Ausführung als Hocker oder Kniebank genutzt werden können und Ablagemöglichkeiten für Kleingeräte bieten.

Gleichermaßen kann ein Garten für Menschen mit Sehbehinderung durch ein kontrastreiches Design von Wegen, Gartengeräten, aber auch Gefahrenquellen besser und sicherer gestaltet werden. So werden Unfälle vermieden und die Selbstständigkeit unterstützt. Klare Lichtverhältnisse beeinflussen jedoch nicht nur die Orientierung bei eingeschränktem Sehvermögen positiv, sondern helfen auch Menschen mit einer Demenzerkrankung. Sträucher, Blumenbeete oder Bäume werden erkannt, und ein Sturz in den Gartenteich kann vermieden werden. Die Gefühlswahrnehmung bleibt bei demenzerkrankten Menschen lange erhalten. So können Lichtquellen eine Sitzecke oder Laube heimeliger manchen. Pflanzen mit intensiven Farben und Düften, leckere Beeren und würzige Kräuter fördern in beruhigender Weise die Sinneswahrnehmung und wirken wohltuend auf Körper und Geist. Diese Vorteile der Gartengestaltung kommen auch Familien mit kleinen Kindern zugute.
Sara Fischer

Weitere Informationen

VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit
Telefon: 069 714002-58
barrierefreiheit.ht@vdk.de

Die 32-seitige VdK-Broschüre „Ein Garten für Alle“ kann auf unserer Website für Publikationen heruntergeladen werden: Ein Garten für Alle.
VdK-Ortsverbände können sie in Gebinden zu 25 Stück (Preis: 8 Euro) bestellen. Die Bestellung einzelner Exemplare ist nicht möglich.
E-Mail: service.ht@vdk.de

Schlagworte Barrierefreiheit | Garten

VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit
Gärtnerweg 3
60322 Frankfurt am Main
Telefon: 069 714002-58
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Barrierefreiheit
Eine Frau und ein Mann an einem Hochbeet
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