19. Oktober 2023

Symposium "Barrierefreies Wohnen und Leben"

Bereits zum dritten Mal lud der VdK Hessen-Thüringen zum Symposium "Barrierefreies Wohnen und Leben" ein. Themen waren unter anderem der öffentliche Personennahverkehr und technische Hilfen im Alltag

© Sozialverband VdK

Etwa 75 Interessierte - darunter viele VdK-Fach- und Wohnberaterinnen und -berater - waren der Einladung ins hessische Mühlheim am Main gefolgt, darunter auch die Beauftragte der hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, Rika Esser.

VdK-Landesvorsitzender Paul Weimann begrüßte die Gäste und betonte, wie wichtig die Inklusion in allen Lebensbereichen, Wohnen, Arbeit, Schule und Freizeit, sei. Weimann kündigte außerdem an, dass der VdK sich in Hessen auch gegenüber der künftigen Landesregierung für eine Reform des Landesbaurechts einsetzen werde. Seit Jahren schon fordert der VdK, Barrierefreiheit als Standard für Neubauten festzulegen.

Generell ist es aus Sicht des VdK wichtig, die noch immer nicht vollständige Umsetzung bestehender gesetzlicher Vorgaben im Blick zu haben und über mögliche Lösungen zu diskutieren. In diesem Sinne zielt das jährlich statfindende VdK-Symposium darauf ab, Fachinformationen zu vermitteln, und gibt zugleich ehrenamtlichen Fachfrauen und -männern des VdK sowie den kommunalen Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen Gelegenehit zum intensiven Austausch.

Barrierefreiheit - Anspruch und Wirklichkeit im ÖPNV

Einen Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung bildete unter anderem das Thema "Barrierefreiheit und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)", mit dem sich Oliver Simon, Fachplaner für Barrierefreies Bauen, befasste. In einem weiteren Referat stellte Norman Bartusch (SmartHome Initiative Deutschland e.V.) technische Lösungen für mehr Selbstständigkeit im Alltag vor. Claus-Peter Gabriel, unabhängiger Experte für echte Teilhabe und Barrierefreiheit, präsentierte ein optisches/taktiles Leitsystem, das die Eigenständigkeit unterstützt.

Die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anstöße für Diskussionen zu geben, wurden von den Teilnehmenden intensiv genutzt. So entstand ein fachlich sehr fundierter Dialog zwischen allen Beteiligten, die ein gemeinsames Ziel eint: Barrieren abzubauen, um allen Menschen gleichermaßen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

3. Symposium Barrierefreies Wohnen und Leben am 8.11.2023 in Mühlheim am Main

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  • Bereits zum dritten Male veranstaltete der VdK Hessen-Thüringen ein Symposium zum Thema Barrierefreiheit. Diese Veranstaltung bietet die Möglichkeit zum Austausch unter Fachleuten und vor allem viele Informationen zu neuen technischen Entwicklungen, die Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag helfen können. Organisiert wird das Symposium von der VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit. Vorne links: die Leiterin der Fachstelle, Melanie Ludwig.
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  • Sara Fischer, Mitarbeiterin der VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit, begrüßte die Teilnehmenden im Foyer der Willy-Brandt-Halle in Mühlheim am Main. Gekommen waren etliche VdK-Wohn- und Fachberaterinnen/-berater für Barrierefreiheit, Vertreterinnen und Vertreter von Landesbehindertenrat, Landesseniorenvertretung und Inklusionsbeirat Hessen sowie Kommunale Behindertenbeauftragte aus Hessen und Thüringen.
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  • Der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann begrüßte die Gäste des Symposiums. In seiner Rede machte er noch einmal deutlich, welche zentrale Rolle Inklusion - und damit auch die Barrierefreiheit - in der Arbeit des VdK spielt. Inklusion in Arbeit, Schule, Wohnen und Freizeit durchzusetzen sei eines der zentralen Ziele des Sozialverbands. Dabei kämpft der Landesverband Hessen-Thüringen vor allem seit Jahren dafür, Barrierefreiheit als Standard im Baurecht zu verankern. Bislang konnte eine entsprechende Reform der Hessischen Bauordnung allerdings nicht durchgesetzt werden.
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  • Ganz besonders freute sich Paul Weimann, auch Rika Esser, Beauftragte der hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, bei dem Symposium begrüßen zu können. Esser betonte in ihrem Grußwort, dass auch sie Barrierefreiheit zum Schwerpunkt ihres politischen Handelns während der neuen Legislaturperiode ernannt habe.
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  • Expertinnen unter sich: Landesvorstandsmitglied Angelika Stoltze, Ellen Benölken, die Vorsitzende des Kreisverbands Friedberg, und Bärbel Babutzka, Vorsitzende des Ortsverbands Lumda. Alle drei sind auch ausgebildet als Wohn- und Fachberaterinnen für Barrierefreiheit.
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  • Als Moderatorin führte sie humorvoll durch das Programm: Waia Stavrianos vom Hessischen Rundfunk. Dass sie sich auf diese Veranstaltung sorgfältig vorbereitet hatte, war ihren einführenden Worten zu jedem der drei Fachreferate deutlich anzumerken. Auch, dass sie sich als Journalistin selbst für die Themne Inklusion und Barrierefreiheit in ihren Reportagen und Berichten einsetzt.
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  • Der erste Referent, Norman Bartusch, ist Experte für technische Hilfssysteme im Alltag. In seinem Vortrag versuchte er zum einen, gängige Vorurteile und Ängste gegenüber der sogenannten "Smarthome"-Technologie abzubauen, und zum anderen auf die vielen Möglichkeiten ihrer Nutzung hinzuweisen. Dabei stellte er die gewagte These auf, dass "niemandem im Saal etwas einfallen würde, was sich nicht technisch umsetzen ließe".
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  • Helmut Schwoll, Vorsitzender des Bezirksverbands Darmstadt und ausgebildeter Wohnberater für Barrierefreiheit, nutzte die Fragerunde, um den Fortschrittsoptimismus, den Norman Bartusch in seiner Präsentation verbreitet hatte, etwas zu dämpfen. So wandte er ein, dass es für sogenannte assistenztaugliche Alltagsleistungen keine spezifischen Beratungsstellen gebe. Außerdem müsse jemand die Betroffenen beim Einkauf der entsprechenden Ausstattung begleiten, ihnen bei der Installation helfend zur Seite stehen und sie in der Handhabung schulen. Eine so engmaschige Begleitung sei allerdings kaum zu leisten.
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  • Dass gutgemeint nicht immer gleichbedeutend mit gut gemacht ist, das bewies der nächste Referent, Oliver Simon, Fachplaner für barrierefreies Bauen und Mobilitätsexperte, an Hand aussagekräftiger Bilder. Die Idee, einen Stadtplan zum Ertasten aufzustellen, ist sicher prima, aber wie sollen blinde Menschen diesen Stadtplan finden, wenn sie kein Hinweis, kein Leitsystem dorthin führt? Simon plädiert vor allem für Kontraste als Orientierungshilfe. Die helfen allen Menschen, auf Straßen, in Gebäuden und an Haltestellen, egal, ob sie eine Sehbeeinträchtigung haben oder nicht.
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  • Er nennt sich als unabhängiger Experte "Evangelist für echte Teilhabe und Barrierefreiheit": Claus-Peter Gabriel. In seinem Hauptberuf engagiert er sich bei der DB Systel auch in der Schwerbehindertenvertretung. In Mühlheim präsentierte Gabriel die Kombination "optisches und taktiles Leitsystem für alle", per App mit jedem Smartphone nutzbar. Eine in jeder Hinsicht wegweisende Technologie für mehr Eigenständigkeit.
    ein Mann
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  • Etwa 75 Gäste waren der Einladung zum Symposium gefolgt. Sie allen folgten den Vorträgen der Experten konzentriert und mit großem Interesse. Das zeigte sich auch in mehreren Fragerunden, in denen es jeweils viele Wortmeldungen aus dem Publikum gab.
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  • Auch in der Mittagspause wurde lebhaft weiter diskutiert: Angelika Stoltze, Helmut Schwoll und Jürgen Waldvogel, stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbands Erbach (von links). Vorne: Landesvorstandsmitglied Hajo Prassel, und Klaus Dieter Günther, Juniorenvertreter im Bezirksverband Darmstadt (von links).
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  • Auch das ein "Meeting Point" für regen Austausch: der Counter der Fachstelle für Barrierefreiheit im Foyer der Willy-Brandt-Halle. Dahinter stand Katinka Götz von der Fachstelle bereit, um alle Fragen rund um das Symposium, seine Inhalte und seinen Ablauf, zu beantworten.
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  • Landesvorstandsmitglied Claus Eckerlin (links) und Bernd-Rainer Volz, Beauftragter Öffentlichkeitsarbeit im Bezirksverband Wiesbaden, im angeregten Gespräch mit Rika Esser.
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  • Landesvorstandsmitglied Hajo Prassel meldete sich ebenfalls zu Wort, als um das Thema barrierefreier Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ging. Eigentlich hatte sich die Politik das Ziel gesetzt, den ÖPNV bis zum 1. Januae 2022 vollständig barrierefrei umzubauen. Davon sind wir allerdings noch weit entfernt. Prassel plädierte für ein neues Denken: "Wir brauchen keinen Bahnsteig für blinde Menschen, wir brauchen keinen Bahnsteig für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer. Was wir brauchen, ist ein Bahnsteig, den alle nutzen können!"
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  • Sie waren sich einig: Dr. Lucia Artner, Referentin für Inklusion in Freizeit und Kultur, und Karl Sellent, Wohn- und Fachberater für Barierefreiheit im Bezirksverband Frankfurt. Beide äußerten sich skeptisch, dass technologischer Fortschritt allein zu mehr Barrierefreiheit beitragen kann. Wichtig sei es, betonte Lucia Artner, auch die Bevölkerungsgruppen ohne Behinderungen stärker über Inklusion aufzuklären. Und Karl Sellent stellte die kritische Frage, welche Gründe es dafür gebe, dass die Deutsche Bahn AG trotz anderslautender Versprechungen so lange für die Umsetzung von Barrierefreiheit brauche.
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  • Ursula Stock, Vertreterin der Frauen im Kreisverband Hanau, machte auf das Dilemma aufmerksam, das mitunter zwischen den Bedürfnissen von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen bestehen kann. Bodenleitsysteme mit einer genoppten Oberfläche eignen sich hervorragend zur Orientierung für alle, die eine Sehbeeinträchtigung haben und mit einem Langstock unterwegs sind. Aber für Rollstühle und Rollatoren können sie das Vorankommen erschweren.
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  • Fazit dieses Symposiums: Es ist beeindruckend, wie vieles mittlerweile machbar erscheint, um allen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, ohne dass sie durch Barrieren daran gehindert werden. Aber man muss es politisch wollen und durchsetzen. Und es bedarf vieler Unterstützerinnen und Unterstützer, um die Menschen, die es betrifft, an diese Möglichkeiten heranzuführen und um bei Institutionen und Unternehmen um Verständnis für Barrierefreiheit zu werben. So wie es die VdK-Wohn- und Fachberaterinnen und -berater für Barrierefreiheit tun. Sie und alle anderen blicken schon mit Spannung auf die Themen und Inhalte des nächsten Symposiums der VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit im kommenden Jahr.
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Häusliche Pflege
Die private Pflege zu Hause ist am Limit, ein Drittel der pflegenden Angehörigen überfordert. Der VdK kämpft mit der Kampagne "#naechstenpflege" für bessere Rahmenbedingungen.


Pflegende Angehörige nicht im Stich lassen

Gut Dreiviertel aller Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt. Doch die Corona-Pandemie stellt viele pflegende Angehörige vor große Herausforderungen: Wie sollen sie die Pflege zuhause noch sicherstellen, wenn man Ansteckung verhindern und soziale Distanz wahren muss. Der VdK fordert, die Pflegebedürftigen und die, die pflegen, nicht im Stich zu lassen.



Was heißt VdK?

Die Abkürzung VdK leitet sich ab aus dem Gründungsnamen des Verbands in Hessen: "Verband der Körperbehinderten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen".

Leitbild
Um unser Leitbild an die aktuelle gesellschaftliche Situation anzupassen, hat der Landesvorstand ergänzend eine Resolution verabschiedet.
Unsere Leistungen
Die Angebotspalette des VdK Hessen-Thüringen reicht von der Sozialberatung über die Unterstützung schwerbehinderter Arbeitnehmer bis hin zu Dienstleistungen für Menschen mit Hilfebedarf.
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