Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e.V.

Barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen

Mehr Bewusstsein für Barrierefreiheit zu schaffen, stand im Zentrum des "Zukunftsforums für barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen in Hessen", das der VdK Hessen-Thüringen und die Ingenieurkammer Hessen zum fünften Mal gemeinsam veranstalteten.

Von einer Welt ohne Hindernisse profitieren alle Menschen: Seit Langem setzt sich der VdK deshalb für Barrierefreiheit ein. Städte- und Bauplanern ist die Bedeutung des Themas oft nicht bewusst. Wo es hakt und wie sich dies ändern ließe, darüber wurde beim „Zukunftsforum für barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen in Hessen“ diskutiert.

Bei der Fachtagung in der Kongresshalle in Gießen nutzten neben Architekten, Ingenieuren, Stadtplanern und Studenten auch VdK-Wohn- und Fachberater für Barrierefreiheit die Gelegenheit, ihre Kenntnisse auf den aktuellen Stand zu bringen und sich auszutauschen. Das gemeinsame Fazit von Referenten und Teilnehmern der Veranstaltung: Es gibt noch viel zu verbessern!

Zukunftsforum für barrierefreies Wohnen, Bauen und Planen, 7. November 2018, Kongresshalle Gießen

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  • Scharfe Kritik an der im Mai dieses Jahres verabschiedeten Novellierung der Hessischen Bauordnung (HBO): In seiner Begrüßungsansprache hob der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann hervor, dass die Vorgaben der HBO zur Barrierefreiheit bei Weitem nicht ausreichten. So kann etwa beim Neubau auf Barrierefreiheit verzichtet werden, wenn dies "unverhältnismäßigen" Mehraufwand verursacht. "Dieser Ausnahmetatbestand muss wegfallen. Barrierefreiheit ist das A und O unserer Zukunft. Wenn die Politik dies nicht erkennt, ist das sehr bedauerlich", betonte Weimann. Der VdK werde keine Ruhe geben, bis Barrierefreiheit umfänglich im hessischen Baurecht verankert sei.
    ein Mann
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  • Barrierefreiheit ist eine grundsätzliche Voraussetzung für soziale Teilhabe und eine eigenständige Lebensführung: In seinem Vortrag wies Landesvorstandsmitglied Hans-Joachim Prassel auf den Wunsch vieler älterer Menschen hin, so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung zu bleiben. Deshalb setzt sich der VdK dafür ein, Wohnräume so zu planen, dass sie ohne großen Aufwand barrierefrei umgestaltet werden können.
    Mann im Rollstuhl am Rednerpult
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  • Auch Peter Starfinger, Geschäftsführer der Ingenieurkammer Hessen, begrüßte die Zuhörer und Referenten des "Zukunftsforums". Als Gastgeber an diesem Tag waren sich Paul Weimann und Starfinger einig: Es gibt noch viel zu tun, bis Barrierefreiheit eine Selbstverständlichkeit bei Stadtplanung und Wohnungsbau ist.
    Mann im dunkelblauen Anzug steht am Rednerpult
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  • Interessante Fachvorträge zu rechtlichen, baulichen und städteplanerischen Aspekten von Barrierefreiheit, aber auch die Möglichkeit zum Austausch unter Kollegen und Experten: Das war es, was sich die Teilnehmer der Fachtagung - Architekten, Ingenieure, Stadtplaner und Studenten sowie VdK-Wohn- und Fachberater für Barrierefreiheit - versprachen. Ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Auch Karl-Winfried Seif (Dritter von rechts), ehemaliger Landesvorsitzender des VdK Hessen-Thüringen, folgte aufmerksam den Ausführungen der Referenten.
    Blick auf die Teilnehmer
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  • Drastische Sanktionen gefordert: Dunja Fuhrmann, die stellvertretende Vorsitzende des BSK-Landesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter Saarland, schlug Geldstrafen von mindestens 10.000 Euro bei Nichteinhaltung der Bauvorschriften zur Barrierefreiheit vor. Aus eigener Erfahrung weiß die Rollstuhlfahrerin, wie oft Stufen vor dem Kino, der Arztpraxis oder dem Theater oder Türen, die sich nicht von selbst öffnen, Menschen mit Behinderungen in ihrer Bewegungsfreiheit beeinträchtigen.
    Blonde Frau im gelben Pullover blickt lächelnd zur Seite
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  • Angeregte Unterhaltung: Die Vorstandsmitglieder (von links) Hans-Joachim Prassel, Ellen Benölken und Heinz Schlabe hatten zum Thema Barrierefreiheit jede Menge zu besprechen.
    Menschen an einem langen Tisch unterhalten sich miteinander
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  • Auf welche rechtlichen Schwierigkeiten man bei der barrierefreien Gestaltung von Wohnungen und Häusern stoßen kann, darüber sprach die Limburger Juristin und Anwältin Dr. Barbara Schellenberger. Denn manchmal enthalten die entsprechenden Gesetze einander widersprechende Regelungen.
    Frau im karierten Sakko am Rednerpult
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  • Aktuelle Vorgaben im Blick: Dennis Rodler vom Referat für Ingenieurwesen der Ingenieurkammer Hessen erläuterte die Regelung im neuen Hessischen Bauvorlagenerlass, Barrierefreiheit beim Neubau mittels eines sogenannten Barrierefrei-Konzepts nachzuweisen. Dass die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums manchmal noch kurios scheitert, belegte er mit Bildern. Die zeigten etwa ein Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung, das zu einem Schacht führt, oder einen sich in der Mitte einer Rampe erhebenden massiven Pfeiler.
    ein Mann
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  • Stichwort "Smart Home": Ingenieure, Stadtplaner und Studenten sowie VdK-Wohn- und Fachberater für Barrierefreiheit nutzten das Zukunftsforum, um ihre Kenntnisse zu erweitern und auf den neuesten Stand zu bringen. So gibt es beispielsweise Fortschritte bei der Entwicklung eines elektronisch gesteuerten Managements verschiedener Funktionen in Haus oder Wohnung wie Beleuchtung, Heizung, Fenster- und Türverriegelung, Herablassen und Aufziehen der Rollläden - auch das kann eine wichtige Unterstützung im Alltag für Menschen mit Beeinträchtigungen bedeuten.
    viele Menschen
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  • Auch die Pausen zwischen den Fachreferaten wurden intensiv genutzt: Viele Teilnehmer statteten dem VdK-Stand einen Besuch ab. Melanie Ludwig (rechts), Leiterin der VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit, hörte sich die Anliegen der Ratsuchenden genau an und gab detailliert Auskunft zu allen Fragen.
    Menschen stehen im Kreis zusammen und unterhalten sich intensiv.
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Kampagnenmotiv von "Weg mit den Barrieren!" - Ein Männchen mit Rollator scheitert an einer unüberwindbaren Treppe


Weg mit den Barrieren!
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www.weg-mit-den-barrieren.de


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VdK-Pflegeexperte Olaf Christen erklärt, wie sich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff vom alten unterscheidet.



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Getreu dem Motto „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch“ betreuen rund 13.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die VdK-Mitglieder vor Ort.
Drei Frauen
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Kinder und Erwachsene stehen auf einer Rollstuhl-Hebebühne eine Busses.
Mit außergewöhnlichen Aktionen, gezielten Projekten und informativen Veranstaltungen bringen wir unsere Ideen und Forderungen in die Öffentlichkeit.