Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e.V.

Landeskonferenz für Menschen mit Behinderungen

Von der derzeit positiven Entwicklung des Arbeitsmarkts profitieren Menschen mit Behinderungen deutlich weniger als Menschen ohne Einschränkungen. Bei der diesjährigen VdK-Fachtagung des "Behindertenparlaments" ging es um die Herausforderung, mehr Betroffene in Arbeit zu bringen.

Die Wirtschaft brummt, trotzdem ist die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen in Deutschland dem Inklusionsbarometer Arbeit 2017 der Aktion Mensch zufolge doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote. In Hessen waren 2017 nach Zahlen der Agentur für Arbeit 12.210 schwerbehinderte Menschen ohne Job – trotz oft guter Qualifikation. Wie kann ihre Integration in die Arbeitswelt verstärkt gefördert werden? Darüber sprachen unter dem Motto „Inklusion in der Arbeitswelt – Chancen und Hürden“ mehr als 200 Vertreter schwerbehinderter Arbeitnehmer sowie Gäste aus Politik, Sozialverwaltungen und Verbänden im Hessischen Landtag in Wiesbaden.

Der Landesvorsitzende Paul Weimann hob die wachsende Bedeutung des Engagements der Schwerbehindertenvertreter in den Betrieben hervor. "Sie unterstützen Menschen mit Behinderungen dabei, zu ihrem Recht zu kommen", betonte er.

Landeskonferenz für Menschen mit Behinderungen in Wiesbaden, 27. September 2018

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  • Schon der Tagungsort signalisiert die Bedeutung der Veranstaltung: Im gut gefüllten Plenarsaal des Hessischen Landtags in Wiesbaden begrüßte der Landesgeschäftsführer des VdK Hessen-Thüringen, Marcus Hantsche, die Konferenzteilnehmer aufs Herzlichste.
    Hessischer Landtag Wiesbaden, Plenarsaal
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  • Marcus Hantsche betonte in seiner Ansprache die wachsende Bedeutung der Schwerbehindertenvertreter in den Betrieben. "Durch Sie können die sozialpolitischen Probleme nicht mehr unter den Tisch gekehrt werden", sagte er. Dazu gehöre auch, dass es bei der Inklusion im Beruf hake.
    ein Mann
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  • In einem Impulsreferat berichtete Manfred Weber, stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle Mittelhessen der Handwerkskammer Wiesbaden, über die Arbeit der Kammer als "Inklusionslotse" für Kleinbetriebe und deren Begleitung bei der Einstellung von Menschen mit Behinderungen. Eine wichtige Aufgabe, denn in 90 Prozent der rund 285.000 registrierten Firmen in Hessen arbeiten maximal neun Mitarbeiter. "Wir möchten Arbeitgeber und arbeitsuchende Menschen mit Behinderungen zusammenbringen", sagte Weber.
    ein Mann
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  • Erheblicher Verbesserungsbedarf: In der anschließenden Diskussion sahen die Podiumsgäste bereits bei der Ausbildung von Menschen mit Behinderungen an Berufsschulen und Universitäten große Hindernisse. Die gelte es zu beseitigen. Einig war sich die Runde darin, dass eine stärkere Vernetzung aller beteiligten Akteure – Handwerkskammern, Jobcenter, Integrationsämter, Krankenkassen und Rentenversicherung – erforderlich sei, wenn berufliche Inklusion gelingen solle.
    Viele Menschen
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  • Petra Boberg vom Hessischen Rundfunk übernahm souverän die Moderation der Veranstaltung.
    eine Frau
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  • Nicht der Mangel an Fördermitteln ist das Problem: Stefan Hoehl, Experte für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik der hessischen Unternehmerverbände, hob hervor, dass für die Förderung von 20.000 Pflichtarbeitsplätzen in Hessen Einnahmen aus der Ausgleichsabgabe von etwa 50 Millionen Euro zur Verfügung stünden. Dieses Geld müsse aber noch zielgerichteter eingesetzt werden.
    ein Mann
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  • Der Mehrwert der Beschäftigung von Schwerbehinderten für Arbeitgeber liegt nicht allein darin, keine Ausgleichsabgabe leisten zu müssen: Dr. Thorsten Stoy vom Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der University of Applied Sciences Frankfurt unterstrich, dass Chefs, die mit der Einstellung schwerbehinderter Kollegen soziale Verantwortung zeigten, damit auch das Vertrauen ihrer übrigen Mitarbeiter in die Firmenführung stärkten.
    ein Mann
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  • Klare Linie: "Neben Information, Aufklärung und Unterstützung muss durch gesetzliche Regelungen wie Pflichtbeschäftigungsquote und Ausgleichsabgabe Druck ausgeübt werden", sagte die Referentin der Abteilung Sozialpolitik des VdK Deutschland, Dorothee Czennia. Der VdK sieht eine Anhebung der Abgabe auf 750 Euro pro nicht besetztem Pflichtarbeitsplatz als angemessen an. Zudem appellierte die Expertin an die Arbeitgeber, die gesetzlichen Richtlinien zum Arbeitsschutz einzuhalten: "Da liegt noch einiges im Argen!"
    eine Frau
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  • Keine Scheu vor dem Mikrofon: Auch die Konferenzteilnehmer nutzten die Gelegenheit, Fragen an die Experten zu richten oder von eigenen Erfahrungen zu berichten.
    ein Mann
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  • Leidenschaftlicher Appell: Norbert Kartmann, Präsident des Hessischen Landtags, nahm in seinem Grußwort die anstehende Landtagswahl 2018 in Hessen ins Visier und forderte die Anwesenden auf, auch bei der zeitgleich stattfindenden Volksabstimmung über 15 Änderungsvorschläge für die Hessische Verfassung zu entscheiden.
    ein Mann
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  • "Ihre Arbeit wird mehr!": Zum Abschluss der Konferenz trat der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann ans Rednerpult. Er sehe mit Sorge in der Beratungspraxis des VdK viele junge Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen, erklärte Weimann. In diesem Sinne dankte er den anwesenden Schwerbehindertenvertretern herzlich für ihre engagierte Arbeit in dem Bestreben, Menschen mit Behinderungen zu ihrem Recht zu verhelfen.
    ein Mann
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