Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e.V.

Pflegefreibetrag auch für Kinder

Eine gute Nachricht für pflegende Menschen: Bei einer Erbschaft von Pflegebedürftigen können sie nach § 13 Abs. 1 Nr. 9 des Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) Pflegefreibeträge von bis zu 20.000 Euro geltend machen.


Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Pflegende ein naher Angehöriger ist oder der Pflegebedürftige Sozialhilfe bezieht. Erbschaftssteuerpflichtige Betroffene müssen Pflegezeit und -dauer nachweisen, und der Pflegefreibetrag muss dem Wert einer üblichen Pflegeleistung entsprechen, das heißt: dem Pflegegeld der Pflegekasse beziehungsweise den Vergütungssätzen ehrenamtlicher Vereine oder professioneller Pflegedienste.

Anerkennung für Pflege innerhalb der Familie

In diesem Sinne entschied der Bundesfinanzhof (BFH) zugunsten einer Frau, die ihre Mutter elf Jahre lang zu Hause auf eigene Kosten pflegte und nach deren Tod eine große Erbschaft erhielt (Az.: II R 37/15). Der BFH bestätigte den Anspruch der Tochter auf den vollen Pflegefreibetrag. Das Gericht betonte: Dessen Gewährung auch für gesetzlich Unterhaltsverpflichtete entspreche der Vorschrift, die freiwillige Leistung Pflegender zu honorieren, und dem Ziel des Gesetzgebers, die steuerliche Berücksichtigung von Pflegeleistungen zu verbessern. Da diese oft in der Familie erbracht würden, liefe die Regelung bei Ausschluss dieses Personenkreises nahezu leer.

Kampagnenmotiv von "Weg mit den Barrieren!" - Ein Männchen mit Rollator scheitert an einer unüberwindbaren Treppe


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