Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e.V.

Klare Worte beim Neujahrsempfang

Bezahlbares Wohnen im Fokus: Beim traditionellen Jahresauftakt in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt forderte der VdK ein neues Bau- und Infrastrukturministerium für Hessen.

Die beiden Hauptredner der festlichen Veranstaltung, der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann und der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, diskutierten über die wichtigsten sozialpolitischen Herausforderungen im hessischen Wahljahr 2018. Landesjuniorenvertreterin Elke Bublitz hieß die Gäste – unter ihnen auch Abgeordnete aus dem Bundestag und dem Hessischen Landtag – aufs Herzlichste willkommen, bevor sie das Wort an Paul Weimann übergab.

Neujahrsempfang in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt, 17. Januar 2018

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  • Gut besuchter Jahresauftakt: Vertreter aus Politik, Verwaltung und sozialen Organisationen kamen auch in diesem Jahr gerne zum Neujahrsempfang des VdK in Frankfurt und folgten aufmerksam den Ansprachen zum neuen Jahr.
    viele Menschen
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  • Herzlich willkommen: In der Deutschen Nationalbibliothek trat zunächst Landesjuniorenvertreterin Elke Bublitz zur Begrüßung der Gäste ans Mikrofon. „Wir sehen es als unseren Auftrag an, dazu beizutragen, dass die Bürgerinnen und Bürger zumindest in existenziellen sozialen Fragen auf Verlässlichkeit bauen können“, skizzierte sie die Zielsetzung des VdK für 2018.
    eine Frau
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  • Sorge um eine zunehmend gespaltene Gesellschaft auch beim Wohnen: In seiner Ansprache betonte der Landesvorsitzende Paul Weimann, der VdK werde den sozialen und Mietwohnungsbau in den nächsten Monaten und auch Jahren in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen. Beim Aufbau neuer Quartiere müsse vor allem das soziale Umfeld berücksichtigt werden, damit sich die gesellschaftlichen Schichten nicht noch weiter auseinanderbewegten.
    ein Mann
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  • Der hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, versicherte, die hessische Landesregierung habe im Blick, dass es trotz positiver Konjunktur und Arbeitsmarktentwicklung Bevölkerungsgruppen gäbe, die Unterstützung benötigten, zum Beispiel Alleinerziehende mit Kindern, Geringverdiener oder Rentner mit geringen Bezügen. In Hinblick auf den Mangel an erschwinglichen Wohnungen in Hessen erklärte er, man müsse über Wohnraum reden gerade auch für Menschen, deren Einkommen knapp über der Grenze zum Wohnberechtigungsschein liege.
    ein Mann
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  • Entspannter Austausch: Paul Weimann im Gespräch mit Birgit Büttner, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen.
    Ein Mann und eine Frau
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  • Angenehmer musikalischer Rahmen: Zwischen den Ansprachen sorgte das Gernot Dechert Trio für den richtigen Klang.
    Drei Männer
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  • Ein besonderer Gast war Karl-Winfried Seif (links): Der Vizepräsident des VdK Deutschland und ehemalige Landesvorsitzende des VdK Hessen-Thüringen unterhielt sich gerne mit dem ehemaligen Landesvorstandsmitglied Karl-Eugen Becker.
    zwei Männer
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  • Sorgte für das passende Schlusswort: der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Günther Schnell.
    ein Mann
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  • In bester Stimmung: Landesvorstandsmitglied Christa Hof (links) und Landesjuniorenvertreterin Elke Bublitz hatten einiges mit Landesgeschäftsführer Marcus Hantsche zu besprechen.
    zwei Frauen und ein Mann
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  • Dialogbereit: Paul Weimann und Stefan Grüttner tauschten sich aus abseits vom Rednerpult zu sozialpolitischen Schwerpunkten in Hessen aus.
    Zwei Männer
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  • VdK-Vorstandskolleginnen beim ungezwungenen Austausch (von links): Ellen Schütrumpf, Christa Hof und Ursula König-Schneyer.
    Drei Frauen
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  • Was bringt das Jahr 2018? Auch Heinz-Enno Piègay, dem Vorsitzenden des Kreisverbands Eschwege, und Landesschatzmeister Horst Gunnesch ging der Gesprächsstoff nicht aus.
    zwei Männer
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Der VdK-Landesvorsitzende ging in seiner Ansprache ausführlich auf den sich verschärfenden Mangel an bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum in Deutschland und Hessen ein. „Die Ballungsräume – insbesondere in Südhessen – stoßen an ihre Wachstumsgrenzen. Deshalb müssen wir dringend die ländlichen Regionen stärken“, sagte er. Voraussetzung dafür sind gezielte Infrastrukturmaßnahmen außerhalb der Großstädte, um zum Beispiel eine ausreichende medizinische Versorgung, gute Verkehrsanbindungen und Arbeitsplätze sicherzustellen.

„Das Schaffen neuen Wohnraums in den nächsten zwei Jahrzehnten ist von großer Bedeutung für den sozialen Frieden in Hessen und Deutschland“, betonte Weimann. Die entsprechenden Kompetenzen müssten daher in einem neuen Bau- und Infrastrukturministerium gebündelt werden, forderte er. Des Weiteren warnte der Landesvorsitzende vor den Folgen der seit Jahren rasant steigenden Wohnkosten im Lande. Nach aktuellen Studien müssen die Menschen oft mehr als ein Drittel ihres Einkommens dafür ausgeben. Mit den Mieten wachse die Gefahr, dass sich immer mehr getrennte Wohngebiete für reiche und ärmere Menschen bildeten – diese Entwicklung müsse gestoppt werden, verlangte Weimann.

Barrierefrei bauen


Doch hohe Mieten sind nicht Hessens einziges Problem im Bereich Wohnen: Dem Kuratorium Deutsche Altershilfe zufolge fehlen 77.000 barrierefreie Wohneinheiten. „Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für selbstbestimmtes Leben. Deshalb darf es bei Neubauten keine Abstriche hinsichtlich der Barrierefreiheit geben“, sagte der Landesvorsitzende. Um es den Menschen zu ermöglichen, lange eigenständig in ihrem gewohnten Zuhause zu leben, müsse Barrierefreiheit auch in die Handwerksordnung implementiert werden. Zahlreiche Gutachten, darunter eine Modellrechnung des VdK, weisen zudem nach, dass Barrierefreiheit den Neubau kaum teurer macht.

Zur Sprache brachte Weimann auch die aktuelle Situation im Gesundheitssektor. Der VdK begrüße Lösungsansätze der Landesregierung wie zum Beispiel Gesundheitszentren in ländlichen Bereichen oder Anreize für Mediziner, die sich auf dem Land niederließen. „Ich freue mich, dass Sie damit einen Vorschlag des VdK aufgegriffen haben“, sagte Weimann. Bei der Pflege gehe es jetzt darum, die durch die Pflegestärkungsgesetze auf den Weg gebrachten Neuerungen zu begleiten – im direkten Austausch etwa mit den Betreibern von Pflegeeinrichtungen vor Ort. Der VdK werde außerdem daran arbeiten, eine faire Bezahlung der Pflegekräfte durchzusetzen.

Hilfe für ländliche Gebiete


Sozialminister Grüttner betonte, wie der VdK stelle die Landespolitik den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit – wenn sich auch die Sichtweisen unterschieden. Er hob hervor, das Land unternehme große Anstrengungen, um ausreichend Wohnraum für alle gesellschaftlichen Gruppen zu schaffen. „Auch die Pflegekraft und der Erzieher brauchen bezahlbare, angemessene Wohnungen“, sagte Grüttner. Der VdK sei in dieser Frage ein wichtiger Ansprechpartner. Um ländliche Regionen in Hessen zu unterstützen, seien bereits Behörden dorthin verlagert worden. Außerdem denke man darüber nach, wie Bildungseinrichtungen aus den Großstädten heraus verlegt werden könnten.

„Die Themen des VdK sind präsent bei uns“, versicherte Grüttner. „Wir brauchen den Austausch und die Fähigkeit, Kompromisse zu finden, umzusetzen und zu vertreten.“ Eines ist in jedem Fall sicher: Der VdK wird auch 2018 nicht nachlassen, seinen sozialpolitischen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Kampagnenmotiv von "Weg mit den Barrieren!" - Ein Männchen mit Rollator scheitert an einer unüberwindbaren Treppe


Weg mit den Barrieren!
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www.weg-mit-den-barrieren.de


VdK-TV: Von Pflegestufen zu Pflegegraden – was ändert sich ab 2017?

VdK-Pflegeexperte Olaf Christen erklärt, wie sich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff vom alten unterscheidet.



Was heißt VdK?

Die Abkürzung VdK leitet sich ab aus dem Gründungsnamen des Verbands in Hessen: "Verband der Körperbehinderten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen".

Symbolfoto: Viele Hände bilden gemeinsam einen Kreis
Als „Sozialanwalt“ seiner Mitglieder und aller benachteiligten Menschen kämpft der VdK für soziale Gerechtigkeit und den Erhalt der sozialen Sicherungssysteme.
Symbolfoto: Eine Frau im Büro telefoniert
Der VdK informiert und unterstützt seine Mitglieder in allen Fragen rund um Gesundheit, Behinderung, Pflege und Rente – qualifizierter Sozialrechtsschutz inklusive.
Symbolfoto: Gruppenbild von Senioren beim Wandern
Getreu dem Motto „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch“ betreuen rund 13.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer die VdK-Mitglieder vor Ort.
Drei Frauen
Seit jeher prägen Frauen die Arbeit des VdK – sowohl in der praktischen Arbeit vor Ort als auch wenn sozialpolitische Forderungen aus frauenspezifischer Sicht eingebracht werden.
Kinder und Erwachsene stehen auf einer Rollstuhl-Hebebühne eine Busses.
Mit außergewöhnlichen Aktionen, gezielten Projekten und informativen Veranstaltungen bringen wir unsere Ideen und Forderungen in die Öffentlichkeit.