Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e.V.

Soziale Spaltung stoppen!

Beim Neujahrsempfang in Frankfurt war die zunehmende soziale Spaltung das beherrschende Thema. Der Landesvorsitzende Karl-Winfried Seif forderte verstärkte Anstrengungen der Politik zum Abbau der Armut.


Mittlerweile ist der Neujahrsempfang des VdK Hessen-Thüringen in Frankfurt eine feste Einrichtung. Schon zum siebten fand der festliche Jahresauftakt in der Deutschen Nationalbibliothek statt.

Neujahresempfang in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt, 11. Januar 2017

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  • Anziehungspunkt für Vertreter aus Politik, Verwaltung und sozialen Organisationen: Wie jedes Jahr war der Neujahrsempfang in Frankfurt sehr gut besucht.
    Viele Menschen
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  • Ein herzliches Willkommen: Landesgeschäftsführer Dirk Kammertöns konnte mehr als 200 Gäste in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt begrüßen.
    Ein Mann hält eine Rede
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  • „Es ist nicht hinnehmbar, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet“, sagte der VdK-Landesvorsitzende Karl-Winfried Seif.
    Ein Mann hält eine Rede
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  • Angenehme Zwischentöne: Das Gernot Dechert Trio spielte zwischen den Reden auf.
    Drei Musiker
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  • "Es gibt kein Land auf der Welt, in dem die Fragestellung des Armutsrisikos so niedrig geworden ist wie in Deutschland", meinte der hessische Sozialminister Stefan Grüttner.
    Ein Mann hält eine Rede
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  • Interessierte Zuhörer: die beiden hessischen SPD-Landtagsabgeordneten Corrado Di Benedetto und Dr. Daniela Sommer, die auch dem Landesvorstand des VdK angehört.
    Mehrere Menschen
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  • Ein Ehrengast: Birgit Büttner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen.
    Mehrere Menschen
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  • Bundesverdienstkreuz: Sozialminister Grüttner würdigte das unermüdliche und beispielgebende Engagement der stellvertretenden VdK-Landesvorsitzenden Helma Schnell-Kretschmer.
    Eine Frau und zwei Männer
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  • Mit Blick auf die Bankenrettung das passende Schlusswort: "Sozialleistungen sind für die Menschen da, die zu wenig haben, und nicht für die, die zu viel haben", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Günther Schnell.
    Ein Mann hält eine Rede
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  • Alte Bekannte: Das ehemalige Landesvorstandsmitglied Alfons Gerling (links) begrüßt den ehemaligen hessischen Sozialminister Armin Clauss.
    Zweui Männer
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  • Hiergeblieben: Hans-Joachim Prassel hat mit seiner Kollegin aus dem Landesvorstand, Ellen Benölken, noch etwas Wichtiges zu besprechen.
    Eine Frau und ein Mann im Gespräch
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  • Gern gesehene Gäste: der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Matthias Zimmer (links) und der sozialpolitische Sprecher der hessischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marcus Bocklet.
    Zwei Männer im Gespräch
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  • Gelegenheit zum Austausch: der Vorsitzende des VdK-Landesausschusses, Franz Staffel (links), und das VdK-Vorstandsmitglied Klaus Heierhoff.
    Zwei Männer im Gespräch
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  • Linken-Politiker unter sich: die beiden hessischen Landtagsabgeordneten Willi van Ooyen (links) und Hermann Schaus.
    Zwei Männer im Gespräch
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  • Planten vielleicht schon Aktionen gegen die soziale Spaltung, von links: der Vorsitzende des Kreisverbands Hochtaunus, Jürgen Kremser, die Landesfrauenvertreterin Ursula König-Schneyer und das Landesvorstandsmitglied Dieter Müller.
    Eine Frau und zwei Männer
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Die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und sozialen Organisationen scheinen gern in die Deutsche Bibliothek zu kommen. Mehrere Abgeordnete aus dem Deutschen Bundestag und dem Hessischen Landtag waren der Einladung ebenso gefolgt wie die Spitzen der hessischen Sozialversicherer und -verbände. Freundlich empfangen von der großen VdK-Familie, nutzten sie den Empfang zum persönlichen Kennenlernen und Austausch in ungezwungener Atmosphäre. Dass sie reichlich Gesprächsstoff hatten, dafür sorgten die beiden Hauptredner der Veranstaltung, der VdK-Landesvorsitzende Karl-Winfried Seif und der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner. Denn im Kern ist der Neujahrsempfang – auch das hat Tradition – die Auftaktkundgebung des VdK für die kommenden sozialpolitischen Herausforderungen.

Kinderarmut wächst

Im Jahr der Bundestagswahl lautet die wichtigste Forderung „Soziale Spaltung stoppen!“, das machte der VdK-Landesvorsitzende unmissverständlich klar. „Es ist nicht hinnehmbar, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet“, sagte Karl-Winfried Seif. Trotz der guten Wirtschaftslage wachse der Anteil der Bevölkerung, der von Armut bedroht ist. „Mittlerweile leben fast 900.000 armutsbedrohte Menschen in Hessen. Gleichzeitig besitzen die oberen zehn Prozent der Bevölkerung mehr als die Hälfte des Vermögens“, betonte Seif.
Besonders besorgniserregend aus Sicht des VdK ist die steigende Kinderarmut. Wie eine aktuelle Bertelsmann-Studie zeigt, waren 2015 mehr als 144.000 Kinder und Jugendliche in Hessen auf Hartz IV angewiesen. Das bedeutet gegenüber 2011 eine Zunahme um fast acht Prozent. Das Bildungs- und Teilhabepaket hat in dem für den sozialen Aufstieg zentralen Bereich der Lernförderung so gut wie nichts gebracht. Die Statistiken der hessischen Landkreise und kreisfreien Städte aus den Jahren 2012 bis 2015 sprechen hier eine deutliche Sprache: Weniger als fünf Prozent der Berechtigten erhielten eine Lernförderung. Bei der sozialen und kulturellen Teilhabe wurde höchstens mal ein Wert von 20 Prozent erreicht. „Es muss dringend nachgebessert werden, damit Bildung und die Chancen auf schulisches Weiterkommen nicht weiter vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, forderte Seif. „Gleiche Bildungschancen für alle zu schaffen, unabhängig von der sozialen Herkunft, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Politik.“

Altersarmut bekämpfen

Um die soziale Spaltung zu stoppen, fordert der VdK auch wirksame Maßnahmen gegen die Altersarmut. Bei den 65-Jährigen und Älteren ist die Armutsgefährdungsquote zwischen 2006 und 2015 in Hessen um ein Drittel gestiegen. „Das Problem wird sich noch verschärfen, wenn Arbeitnehmer, die heute zwischen 40 und 60 Jahre alt sind, in Rente gehen“, sagte Seif. Den besonders gefährdeten Gruppen dieser Generation – Arbeitnehmern im Niedriglohnbereich, Teilzeitbeschäftigten, Minijobbern und Alleinerziehenden – werde es nicht gelingen, über eine private kapitalgedeckte Versicherung die Kürzungen in der gesetzlichen Rente auszugleichen. Der VdK fordert deshalb eine Stabilisierung des Rentenniveaus auf mindestens 50 Prozent vor Steuern.

Im Dialog bleiben

Sozialminister Grüttner betonte, dass Hessen große Anstrengungen unternehme, um eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Das sei einer der ganz wesentlichen Schritte, um in Zukunft Altersarmut zu verhindern. „Nach sehr viel drängenderen Lösungen“ suche allerdings die Kinderarmut. Die Landesregierung setzt hier auf die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt, da die Eltern vieler armer Kindern dieser Gruppe angehören. Grundsätzlich, so Grüttner, gehe es darum, „dass wir weiter darüber im Dialog bleiben, wie wir auch mit neuen Möglichkeiten und Konzepten Armut, ob im Alter oder bei Kindern, bekämpfen können“.

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