Das höchste Gut – die Gesundheit

Die Gesundheit ist das höchste Gut, das wir Menschen haben und das wir teilweise auch beeinflussen können. Durch gesunde Ernährung oder Sport steuern wir unser Leben. Aber im Hintergrund, nur selten wahrgenommen, gibt es Faktoren, die über Leben oder Tod entscheiden. Uns Frauen trifft dies besonders – denn die Gesundheitsforschung orientiert sich häufig immer noch am Mann.

Mediziniches Personal bereitet eine Infusion vor.
Geschlechtsspezifische Medizin ist in Deutschland wenig verbreitet. Zum Beispiel wird der Herzinfarkt bei Frauen häufig zu spät erkannt, da die Symptome oft anders sind als bei Männern. | © stock.adobe.com/Halfpoint

Frauenverbände fordern seit Jahrzehnten eine geschlechterspezifische Gesundheitsforschung und Versorgung. Denn der Körper der Frau unterscheidet sich deutlich vom anderen Geschlecht – unter anderem durch einen anderen Stoffwechsel, einen anderen Hormonhaushalt und eine andere Verteilung der Fettmasse. Bereits vor über einem Jahr erschien in der VdK-ZEITUNG ein großer Beitrag mit der Überschrift „Der große ‚kleine‘ Unterschied“. Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbunds,

Dr. Christiane Groß, machte darin klar, dass die geschlechtsspezifische oder Gendermedizin in Deutschland noch immer wenig verbreitet ist. So werde der Herzinfarkt bei Frauen, der häufig andere Symptome hat als beim sogenannten starken Geschlecht, oft zu spät erkannt. Ein anderes Beispiel sind Medikamente: Auf sie reagieren Frauen anders als Männer. Kein Wunder, denn die Arzneimittel werden größtenteils nur an Probanden, nicht aber an Probandinnen getestet. Österreich zum Beispiel ist da weiter: Dort ist vorgeschrieben, dass Medikamente auch an Frauen getestet werden.

Was steht im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien? Da heißt es: „Wir berücksichtigen geschlechtsbezogene Unterschiede in der Versorgung, bei Gesundheitsförderung und Prävention und in der Forschung und bauen Diskriminierungen und Zugangsbarrieren ab. Die Gendermedizin wird Teil des Medizinstudiums, der Aus-, Fort- und Weiterbildungen der Gesundheitsberufe werden.“ Die amtierende Regierung will auch die paritätische Beteiligung von Frauen in den Führungsgremien der medizinischen Organisationen stärken. Dies macht deutlich, dass Frauen bislang dort unterrepräsentiert sind.

Diese Ankündigungen sind kein Geschenk an Frauen, sondern ein Muss. Bereits 1979 wurde die UN-­Frauenrechtskonvention CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of ­Discrimination Against Women) verabschiedet und von Deutschland ratifiziert. Sie muss von den Regierenden umgesetzt werden. Artikel 12 besagt: „Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau im Bereich des Gesundheitswesens (…).“
In den nächsten vier Jahren muss die Bundesregierung Taten folgen lassen. Ein erster Schritt ist die Abschaffung des Paragraf 219 Strafgesetzbuch. Denn er verbietet es Ärztinnen und Ärzten, auf ihrer Website über Methoden der Abtreibung aufzuklären. Übrigens: Die gesetzlich legitime Unterbrechung der Schwangerschaft steht nicht im Lehrplan des Medizinstudiums.

Große Defizite gibt es leider auch bei der Erhebung von Daten. Frauen werden dabei vergessen oder sind unterrepräsentiert. Gender Data Gap heißt das Phänomen. Dabei könnte eine gute Differenzierung der Daten nach Geschlechtern auch in der Corona-Pandemie hilfreich sein – für Frauen wie für Männer.

Die Frauenverbände im Landesfrauenrat Hamburg e. V. und im pro:­fem e. V., dem Verbund der Hamburger Frauen- und Mädcheneinrichtungen, werden die Umsetzung der Ankündigungen des Koalitionsvertrags verfolgen, nicht nur in Bezug auf das Gesundheitswesen. Unabhängige Unterstützung erhalten sie vom Bündnis HamburgJetztGleich. Es hat seine Wurzeln in der gleichnamigen Kampagne von Landesfrauenrat und pro:fem. HamburgJetztGleich besteht aus einer Gruppe von Frauen, die keine weiteren Bestandsaufnahmen zu längst bekannten Erkenntnissen wollen, sondern die fordern, endlich die bekannten „Stellschrauben“ zu bedienen.

Carmen Zakrzewski
Die Autorin ist Mitglied im VdK Hamburg, erste Vorsitzende des Hamburger Frauenrings e. V. und Mitinitiatorin von HamburgJetztGleich.

Mehr Infos

Bündnis HamburgJetztGleich
www.hamburgjetztgleich.de

Landesfrauenrat Hamburg e. V.
www.landesfrauenrat-­hamburg.de

pro:fem ABK{e. V.#eingetragener Verein}
www.profem.de

„Der große ‚kleine‘ Unterschied“
www.vdk.de/permalink/81263

Schlagworte Geschlechtsspezifische Medizin | Gendermedizin | Frauengesundheit

Rat und Tat | Was ist der Grad der Behinderung (GdB)?

Viele Menschen haben körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtungen. Um zu bemessen, wie stark diese Beeinträchtigungen im Alltag sind, gibt es den Grad der Behinderung - kurz GdB. Wo kann man einen GdB beantragen? Was sind die Voraussetzungen? Was sind Nachteilsausgleiche? Kai Steinecke erklärt in unserem neuen VdK-TV-Format "Rat und Tat", was man dazu wissen muss.

Der VdK in den sozialen Medien

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Symbolbild: Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung mit Protestplakaten.
Der VdK ist die größte Selbsthilfe-Organisation in Deutschland, er setzt sich seit 60 Jahren erfolgreich für die Interessen seiner Mitglieder ein.


Foto: Die Geschäftsstelle des VdK Hamburg
Wenn Sie in einem Bereich des Sozialrechts Rat, Hilfe oder Rechtsschutz benötigen, wenden Sie sich vertrauensvoll an die Landesgeschäftsstelle.


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    Der Flyer "Wir sind an Ihrer Seite - Ihr starker Partner im Sozialrecht" informiert in kompakter Form über den VdK, seine Leistungen und die Mitgliedschaft.

Stehend in einer Reihe die fünf Mitglieder des Landesvorstands
Landesverbandsvorstand Sozialverband VdK Hamburg
Symbolbild: Ein Treffen von VdK Mitlgiederinnen mit Kaffee und Kuchen
Unsere Ortsverbände organisieren interessante bunte Abende, kulturelle und informative Veranstaltungen.
Gruppenfoto
Hier informieren wir Sie über aktuelle Veranstaltungen und Versammlungen der Ortsverbände.
Blick auf einen Hamburger Seniorentag
Download der Satzung des Sozialverbandes VdK Hamburg
Symbolbild: VdK Telefonzentrale
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