12. August 2021

Diagnose Post Covid: 350.000 Betroffene

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) geht aktuell von 350.000 Menschen in Deutschland aus, die unter Post Covid leiden. Die Zahl der Betroffenen steigt weiter. Umso dringender sind die Forschung und der Aufbau von Infrastrukturen für Patientinnen und Patienten.

Auf einer Schultafel steht: Corana Exit
Viele, die erkrankt waren, fühlen sich nach der akuten Phase nicht wirklich genesen. | © pixabay.com/geralt

Die Diagnose „Post Covid“ wird in den Gesundheitsstatistiken noch nicht lange erfasst. Zudem ist davon auszugehen, dass nicht bei allen Patientinnen und Patienten die Diagnose richtig gestellt ist. Doch allmählich taucht Post Covid systematischer in den Statistiken auf. So hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) die Zahlen der Krankschreibungen unter den 11,9 Millionen bei der Krankenkasse AOK versicherten Erwerbstätigen von Januar bis April 2021 analysiert. Demnach wurde bei mehr als 11.000 Personen auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung das Kürzel „U09.9“ (Post-Covid-19-Zustand) notiert.

Eine effektive Behandlung der Post-Covid-Betroffenen ist eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen. Noch gibt es keine speziellen Medikamente und keine standardisierten Behandlungswege. Viele Betroffene sind im erwerbsfähigen Alter, insbesondere Frauen im mittleren Alter sind häufiger betroffen. Erwerbstätige in Gesundheitsberufen hat es am häufigsten erwischt.

Patientinnen und Patienten werden aufgrund der Vielzahl ihrer Symptome oft von Facharzt zu Facharzt geschickt. „Termine sind aber schwer zu bekommen, Behandlungen verzögern sich. Zudem müssen oft lange Strecken zurückgelegt werden. Das überfordert viele, die ohnehin erschöpft sind“, sagt Karl Baumann, der eine Selbthilfegruppe in Ostbayern leitet (siehe Artikel oben). Betroffene fordern deshalb die rasche Einrichtung von mehr spezialisierten Post-Covid-Ambulanzen, um das Wissen von Fachkräften zu bündeln und Therapien aus einer Hand zu planen. Zudem setzen sie sich für Post-Covid-Weiterbildungen von Hausärzten ein, da diese die zentralen Ansprechpersonen für viele Erkrankte sind.

Forschung vernetzen

Zunächst fünf Millionen Euro stellt das Bundesforschungsministerium für die Post-Covid-Forschung zur Verfügung. Damit sollen auch bereits in den Bundesländern oder an einzelnen Kliniken laufende Projekte vernetzt werden. Zudem soll mit weiteren Forschungsgeldern bis Ende des Jahres eine bundesweite Plattform aufgebaut und die Daten von 36.000 Post-Covid-Patienten zusammengeführt werden, um da­raus weitere Behandlungsstrate­gien zu entwickeln.

bsc

Was ist Post Covid?

Laut dem Robert Koch-Institut sollte ein milder Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion nach zwei, spätestens drei Wochen überstanden sein. Bei stationär und intensivmedizinisch behandelten Betroffenen dauert es entsprechend länger.

Viele, die erkrankt waren, fühlen sich nach der akuten Phase nicht wirklich genesen. Von „Post ­Covid“ spricht man, wenn zwölf Wochen nach der Infektion noch keine Gesundung eingetreten ist oder Symptome auftreten, für die keine andere Erklärung möglich ist als die vorangegangene Infektion. Wegen der Bandbreite an Symptomen ist eine Diagnose häufig schwierig. Auffällig ist, dass die Langzeitfolgen unabhängig vom Alter der Betroffenen und von der Schwere der durchgemachten Erkrankung auftreten.

bsc


Ängste in der Pandemie

Corona macht Angst: vor Ansteckung, vor Jobverlust, vor Vereinsamung. So eine Ausnahmesituation kann aber auch bereits vorhandene Ängste noch verstärken. Die Angstselbsthilfegruppen haben Zulauf. Denn oft hilft es ja schon, wenn man nur mal darüber spricht. Das haben wir getan – mit Christian Zottl von der Deutschen Angst-Hilfe.

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