Apps und Online-Kurse zum Abspecken

Gute Vorsätze am Anfang eines neuen Jahres – wer hat sie nicht? Man möchte mehr Sport treiben, gesünder kochen und essen oder auch einfach nur abnehmen. Vielleicht will der ein oder andere auch fasten und bewusster einkaufen. Doch nach kurzer Zeit geht die Lust verloren oder es verlässt einen der Mut.

Ein Barcode wird mit einem Smart Phone eingesannt.
Gesund leben und ernährungsbewusst einkaufen: Barcode-Scanner, Kochvideos und Rezeptdatenbanken helfen dabei. | © pixabay/geralt

Damit dies nicht passiert, gerade auch in Corona-Zeiten, gibt es, wie für viele andere Dinge auch, die digitalen Helferlein. Sie bieten Ernährungs- und Fitnesstipps, Rezeptdatenbanken und Einkaufchecks. Sie funktionieren über eine App oder einen Online-Kurs, sie nennen sich Fitness-Coaching oder Ernährungs-Führerschein. Doch wer garantiert, dass diese Produkte auch sinnvoll und nicht zu teuer sind?
Die Krankenkassen haben sich längst dieses Themas angenommen. Neben eigenen Ernährungsprogrammen bieten sie auch die Übernahme der Kosten für Apps und Online-Kurse, die nach § 20 SGB V zertifiziert sind. Um das Dickicht im digitalen Ernährungscoach-Dschungel zu lichten, stellen wir im Folgenden ein paar dieser Angebote vor und erklären, was man bei der Anmeldung der kostenpflichtigen Varianten unbedingt berücksichtigen sollte.

Einkaufs-App

Das einfachste, am schnellsten nutzbare und obendrein kostenlose Angebot der AOK für jeden Smartphone-Nutzer ist die App „Gesund einkaufen“. Mit ihr lassen sich persönliche Einkaufslisten erstellen, die über ein Ampel-System die Nähr- und Brennstoffwerte der Lebensmittel verraten. Zeigt die Ampel rot, sind in den Produkten zum Beispiel viele gesättigte Fettsäuren oder viel Zucker und Salz enthalten, zeigt sie grün, ist das Produkt unbedenklich. Auch besonders schädliche Inhaltsstoffe werden so angezeigt. Die Nutzung der App funktioniert über einen Barcode-Scanner. Die App ist im Google Play Store oder im Apple Store zu finden und schnell von dort herunterzuladen.

Ernährungskurse für Mitglieder, die ihre Essgewohnheiten verbessern möchten, bieten inzwischen alle großen gesetzlichen Krankenkassen an. Die „Ernährungsberatung 2.0“ der Barmer GEK und das „Ernährungs-Coaching“ der DAK laufen über acht Wochen. Einmal pro Woche wird eine einstündige Kurseinheit per E-Mail verschickt, die Ernährungswissen und Rezepttipps mit den dazugehörigen Kochvideos enthält. Die DAK bietet zusätzlich einen Self-Tracker und ein Bewegungstagebuch, mit denen die Nutzer ihre Fortschritte überwachen können, sowie verschiedene Workouts und Entspannungsübungen. Beim Barmer-Angebot, vom Fremdanbieter fitbase entwickelt, ist eine persönliche Beratung durch Experten des Teledoktors möglich: Sie checken das Ernährungstagebuch und suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten. Kombiniert werden kann dieses Angebot der Barmer mit weiteren Gesundheitskursen zu den Themen Entspannung und Rückengesundheit.

Auch beim Ernährungsprogramm der Techniker Krankenkasse (TK) können mehrere Gesundheitskurse belegt werden. Mit dem „TK-GesundheitsCoach“ werden über zwölf Wochen gesundheitliche Ziele gesetzt, die Ernährung protokolliert und analysiert, ein Speisenplan gestaltet, der auch eigene Rezepte enthalten kann, und Ideen entwickelt, wie man das Trinkverhalten verbessert. Wer zusätzlich das TK-FitnessCoaching nutzt, erfährt, wie man durch Workouts Muskelaufbau betreibt und damit überflüssige Kalorien abbaut.

Alle drei Angebote von Barmer, DAK und TK sind für Versicherte kostenlos. Wer mitmacht, bekommt Punkte im Bonusprogramm gutgeschrieben. Ähnlich funktioniert der fünf-zehnwöchige „Ernährungs-Coach“, den die Betriebskrankenkassen (BKK) für ihre Versicherten ebenfalls kostenfrei anbieten.

Die AOK hat ein ganzes Potpourri für ihre Mitglieder entwickelt und bietet verschiedene Präventionskurse auch online an. Neben dem achtwöchigen Online-Kurs „Ernährung und Vitalität“ und dem 16-wöchigen Online-Kurs „Erfolgreich annehmen“ – beide kostenlos für Mitglieder – gibt es auch ein nachhaltiges Konzept, die AOK-App „Abnehmen mit Genuss“ für all diejenigen, die nicht nur auf Ernährung achten und etwas Gewicht reduzieren möchten, sondern dauerhaft abnehmen wollen. Das dazugehörige Programm dauert ein Jahr, wird für jeden Teilnehmer persönlich entwickelt und ist zum Vorzugspreis von 45 statt 80 Euro erhältlich. Der Anreiz zum Durchhalten: Wenn das Programm bis zum Ende durchlaufen wird, bekommt das AOK-Mitglied sein Geld zurück. Im Angebot enthalten sind ein Essenstagebuch, ein Bewegungszähler, eine Rezeptdatenbank sowie Kontakte zum persönlichen Coach und zu Gleichgesinnten.

Wie diese AOK-App gibt es weitere Kurse von Fremdanbietern, die für alle Versicherten nutzbar sind, aber häufig nur von einer der Krankenkassen exklusiv für ihre Mitglieder angeboten werden. ­Dazu gehören die zertifizierten Kurse „myHEALTHcoach“ und „myWEIGTHcoach“. Sie sind vom ESG Institut für Ernährung, Sport und Gesundheitsmanagement entwickelt und über die Internetseiten der BKK zu finden. Beide Kurse verfolgen das Ziel, die Teilnehmer in ihrem Wunsch nach gesunder Ernährung und dem Abnehmen im Alltag zu unterstützen. Beim achtwöchigen „myWEIGTHcoach“ geht es um gesunde Ernährung. Es werden viele leckere Rezeptideen, auch für unterwegs, vorgestellt und können an Familie und Freunde weitergegeben werden. Beim zehnwöchigen „myWEIGTHcoach“ wird die Ernährung mit dem Ziel der Gewichtsreduktion umgestellt. Beide Kurse sind zertifiziert und für BKK-Mitglieder kostenlos.

Für Menschen mit ernährungsbedingten Krankheiten wie Adipositas, Diabetes Mellitus, Bluthochdruck oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen hat ein Potsdamer Startup die Oviva-App entwickelt, die von der Barmer GEK für ihre Mitglieder angeboten wird. Sie soll helfen, das Ernährungs­verhalten grundlegend zu verändern. Es handelt sich dabei um eine ­in­dividuelle Ernährungsberatung durch Experten. In fünf Gesprächs­einheiten über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten werden persönliche Daten gesammelt und ausgewertet und persönliche Ziele festgelegt. Die zertifizierte Ernährungsberatung erfolgt in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt. Für Barmer-Versicherte liegt der Eigenanteil für die Erst­beratung bei 40 Euro, für jede Folgeberatung bei 6,50 Euro, bei anderen Krankenkassen für die gesamte Dauer bei 20 bis 80 Euro.

Ernährungs-Führerschein

Von keiner Krankenkasse direkt beworben, aber in Teilen bezahlt wird der „Slimcoach“. In zwölf Wochen üben die Teilnehmer abnehmen. Ein Online-Tagebuch gibt Orientierungshilfe, was gegessen und getrunken wurde. Die Teilnehmer bekommen einen individuellen Ernährungsplan und wöchentliche Lehrbriefe. Am Schluss absolvieren sie den Ernährungs-Führerschein, den sie bei ihrer Krankenkasse einreichen.

Wie der Ernährungs-Führerschein sind viele Apps und Kurse von Fremdanbietern entwickelt, nach § 20 SGB V zertifiziert und somit auch von Nicht-Versicherten der jeweiligen Krankenkasse nutzbar. Wer ein Programm buchen möchte, das nicht von der eigenen Versicherung beworben wird, sollte allerdings vorher prüfen, ob, und wenn ja, welche Kosten übernommen werden. Prüfen lässt sich dies über die Internetseiten der Anbieter, entweder über eine eigene Funktion oder unter „Antworten auf häufig gestellte Fragen“. Da die Übernahme der Kosten allerdings stark variiert, zwischen 20 und 80 Prozent, ist es ratsam, bei der eigenen Krankenversicherung die genaue Kostenübernahme zu erfragen.

Ruth Seyboth-Kurth

Schlagworte Abspecken | Apps | Online-Kurse | Ernährungskurs | Ernährungsberatung | Slimcoach

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