Vorsicht: Nicht einfach an der Bruchkante teilen!

Schmerztabletten, Blutdruckmittel oder Psychopharmaka: Immer mehr Menschen bekommen immer mehr Medikamente. So nehmen ältere Menschen in Deutschland durchschnittlich über acht verschiedene Präparate zu sich – und das täglich.

Falls das Teilen erlaubt ist, muss es genau erfolgen – ansonsten ist die Wirkung zu stark oder zu schwach. | © pexels.com/pixabay

Manchmal gibt es ein benötigtes Medikament jedoch nicht in der gewünschten Stärke, oft sind Arzneimittel in höheren Dosierungen auch erheblich günstiger als in einfacher Stärke. Zudem haben viele Menschen Schwierigkeiten, größere Tabletten hinunterzuschlucken. Häufig werden Tabletten dann von den Patienten einfach zerteilt. Doch davor warnt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Denn längst nicht jede Pille ist dafür geeignet.

„Eine Bruchkante alleine heißt nicht, dass das Zerbrechen oder Zerschneiden erlaubt ist. Wenn im Beipackzettel nicht ausdrücklich steht, dass eine Tablette geteilt werden darf, sollten Patienten vorher beim Apotheker nachfragen“, erklärt Thomas Benkert von der Bundesapothekerkammer. Ob eine Tablette teilbar ist, könne zudem selbst bei wirkstoffgleichen Präparaten je nach Hersteller unterschiedlich sein. Zudem sind einige Pillen aus rein dekorativen Gründen mit Kerben oder Rillen verziert. Es ist für Verbraucher also nicht ohne Weiteres zu erkennen, ob ein Präparat geteilt werden kann.

Nicht teilbare Arzneimittel wie zum Beispiel Retardtabletten sind weit verbreitet: Allein im Jahr 2018 gingen über 88 Millionen Packungen über die Apothekentresen. Retardtabletten geben ihre Wirkstoffe nur langsam ab. Daher können sie konstant über einen längeren Zeitraum wirken und eine kurzfristig viel zu hohe Konzentration wird vermieden. Retardtabletten sind daher verträglicher und müssen seltener eingenommen werden. Durch ihre spezielle äußere Hülle kommen die Wirkstoffe nur langsam hindurch.

Andere Tabletten wiederum müssen magensaftresistent sein, da sie ihre Wirkung erst im Darm entfalten sollen. Zerschneidet oder zerkleinert man diese Tabletten, können im schlimmsten Fall schwere Nebenwirkungen auftreten. So soll ein retardierender Blutdrucksenker den Blutdruck über mehrere Stunden konstant vermindern. Nimmt man eine solchen allerdings zerbrochen ein, fällt der Blutdruck in kurzer Zeit viel zu stark.

Auch ist der Wirkstoff in nichtteilbaren Tabletten meistens sehr ungleich verteilt. Halbierte Tabletten können dadurch entweder zu stark oder zu schwach wirken.

Tipp für die Einnahme

Viele Menschen haben allerdings Probleme mit dem Herunterschlucken von Pillen. Bei Mundtrockenheit oder krankheitsbedingten Schluckbeschwerden können Pillen leicht im Rachen hängen bleiben, einen Würgereiz auslösen oder sogar zum Erbrechen führen. Auch in solchen Fällen raten Experten dringend davon ab, Tabletten zu zerkleinern oder in Wasser aufzulösen. Stattdessen empfiehlt es sich, in der Apotheke nachzufragen. Häufig gibt es dort Alternativen, etwa Tropfen mit dem gleichen Wirkstoff.

Ebenfalls helfen können sogenannte Schluckhilfen. Das sind spezielle Überzüge, die auf der Tablette einen gelartigen Film entstehen lassen. Zudem überdeckt ihr Fruchtgeschmack die unangenehmen Bitterstoffe vieler Arzneimittel. Solche Schluckhilfen müssen meistens jedoch privat bezahlt werden. Die Kosten dafür liegen bei rund zehn Euro für 60 Stück.

Kostenloser Zerkleinerer

Wer teilbare Tabletten halbieren möchte, sollte dafür einen Tablettenzerkleinerer nehmen. Den gibt es in vielen Apotheken sogar kostenlos. Patienten können aber auch zu einem Küchenmesser greifen. Aus Sicherheitsgründen sollte es aber nicht spitz sein. Die Tablette auf einen weichen Untergrund legen, die Klinge an der dafür vorgesehenen Rille ansetzen und das Messer auf beiden Seiten gleichmäßig belasten und herunterdrücken.

Schlagworte Retardtabletten | Tablettenzerkleinerer

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