Barrierefrei Leben e. V. berät an neuer Stelle

Die meisten Menschen möchten im Alter, so lange es geht, in den eigenen vier Wänden leben. Um das zu ermöglichen und den Alltag zu erleichtern, gibt es eine große ­Anzahl an Alltagshelfern: vom ­Aufstehsessel über Ess- und Trinkhilfen bis hin zu besonderen Strumpfanziehern. Auch geeignete Umbaumaßnahmen können das Eigenheim oder die Mietwohnung sicher, altersgerecht und barrierefrei machen.

Das Beratungszentrum für technische HIlfen ud Wohnraumanpassung im neuen Domizil am Alsterdorfer Markt 7. | © VdK Hamburg

In Hamburg berät der gemeinnützige Verein Barrierefrei Leben e. V. seit 1987 zu allen Fragen rund um Alltagshilfsmittel sowie Wohnraumanpassung und lotst Ratsuchende durch das vielfältige Angebot in diesem Bereich. Dabei ist die Beratung kostenlos, neutral und herstellerunabhängig und ganz auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten.

Neuer Standort

Nun ist der gemeinnützige Verein kürzlich von Barmbek-Süd auf das Gelände der Evangelischen Stiftung Alsterdorf umgezogen. Im neuen „Haus für Barrierefreiheit“ (Alsterdorfer Markt 7) finden Ratsuchende jetzt im Beratungszentrum für technische Hilfen und Wohnraumanpassung neben persönlichen Beratungen auch eine neugestaltete 500 Quadratmeter große Ausstellungsfläche rund um die Themen Wohnen, Bad, Küche, Mobilität, Höhenüberwindung, Smarthome sowie Robotik. Zwar ist die offizielle Eröffnung erst für Mitte November geplant, wenn alle Ausstellungsräume vollständig eingerichtet und bestückt sind, der Publikumsverkehr ist, unter Einhaltung der Corona-Regelungen, allerdings schon möglich.

Wer Probleme im Bad hat, kann sich zu Hause beraten lassen. Eine von vielen Lösungen kann zum Beispiel die Benutzung eines Duschrollsitzes sein. | © VdK Hamburg

„Besucher können bei uns nicht nur alle Hilfsmittel vor Ort ausprobieren, unsere Beratung orientiert sich auch ganz an den individuellen Bedürfnissen der Ratsuchenden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen sich genau an, was benötigt wird und welche Hilfsmittel es dafür gibt. Wir erklären auch, wie eine Finanzierung aussehen kann und welche Kostenträger und Möglichkeiten für Zuschüsse und Förderungen in Frage kommen“, sagt Heike ­Clauss, die Geschäftsführerin von Barrierefrei Leben e. V.. Diese „Rund-um-Versorgung“ ist durch den interdisziplinären Ansatz des Vereins möglich. „In unserem Beratungs-Team ergänzen sich eine Architektin, eine Ergotherapeutin, eine Sozialwirtin und Pflegefachkräfte. So können wir die Wünsche und den Bedarf der Ratsuchenden aus verschiedenen Perspektiven betrachten und die jeweils optimalen Lösungen finden.“

Hauptsächlich Badezimmeranpassungen, vor allem durch den Einbau von ebenerdigen Duschen, und die Höhenüberwindung werden in den Beratungen stark nachgefragt. Dafür steht in den neuen Räumlichkeiten neben verschiedenen Rampensystemen und Treppensteiggeräten sogar ein maßgefertigter Homelift zur Verfügung. Auch Hausbesuche zur Beratung von Umbaumaßnahmen bietet Barrierefrei Leben an.

Interaktive Beratung

Bis November wird auch ein interaktives und digitales Beratungsangebot fertiggestellt sein. Dann stehen den Besuchern in den einzelnen Ausstellungsräumen Monitore mit Touch-Funktion zur Verfügung, auf denen selbstständig Informationen zu Hilfsmitteln abgerufen werden können, die nicht vor Ort vorhanden sind. „In Zukunft möchten wir auch den Themenbereich technikunterstütztes Wohnen, also das Smarthome, noch weiter ausbauen. Damit lassen sich beispielsweise Fenster und Türen oder der Fernseher oder ein Ventilator per App oder Sprachassistent steuern. Das ist für viele Menschen eine erhebliche Alltagserleichterung“, so Heike Clauss.

Wer sein Heim barrierefrei umbauen lassen möchte, zum Beispiel für die Benutzung eines Homelifts, kann in der Ausstellung ein Modell ausprobieren und sich beraten lassen. | © VdK Hamburg

Mit dem Ausbau digitaler Angebote soll auch die Hemmschwelle vieler Menschen, sich mit dem Altern auseinanderzusetzen, gesenkt werden. „Es ist ratsam, sich schon in jungen Jahren mit dem Thema zu beschäftigen“, empfiehlt Heike Clauss. Denn so könne schon bei einem Neubau ein zukünftig vielleicht nötiger Umbau mitgeplant und berücksichtigt werden. Barrierefreiheit kann dann später mit weniger Aufwand und kostengünstig hergestellt werden.

Verkauft werden Hilfsmittel bei Barrierefrei Leben e. V. nicht. Der Verein wird durch Spenden sowie von der Hamburger Sozialbehörde finanziert. „Aus diesem Grund dürfen wir auch nur Hamburgerinnen und Hamburger beraten“, erläutert Heike Clauss. Schleswig-Holsteiner beispielsweise müssen sich daher für eine Beratung an Angebote wie die Pflegestützpunkte, die Wohn­beratung in Lübeck oder das Kompetenzzentrum Demenz in Norderstedt wenden.

Menschen aus anderen Bundesländern können sich ausführlich auf dem Web-Portal des Vereins unter www.online-wohn-beratung.de informieren. Das Portal bietet eine umfassende Erstinformation und viele Lösungsbeispiele für barrierefreies Wohnen zu Hause sowie Tipps und Hilfsmittel für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Zudem finden sich hier Ratgeber zur Erleichterung der häuslichen Pflege und Hinweise zur Finanzierung und Fördermöglichkeiten. Ein 3-D-­Planer hilft außerdem beim Konzipieren von barrierefreien Badezimmern.

Neben dem Beratungszentrum für technische Hilfen und Wohnraumanpassung sowie der Online-Beratung wird im Haus für Barrierefreiheit nach der Fertigstellung auch das „Kompetenz­zentrum für ein barrierefreies Hamburg“ untergebracht. In Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen sowie dem Blinden- und Sehbehindertenverein berät Barrierefrei Leben e. V. hier Behörden und öffentliche Einrichtungen sowie Vereine und die Privatwirtschaft zu Barrierefreiheit im öffentlichen Raum.

Mehr Informationen unter Telefon (0 40) 2 99 95 60.

www.barrierefrei-leben.de

Lageplan des Geländes der Evangelischen Stiftung Alsterdorf | © ESA

scb

Schlagworte Barrierefrei Leben e.V. | Beratungszentrum | Hilfsmittel | Wohnraumanpassung | Barrierefrei Bauen | Hamburg

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