Was bedeutet Dispensierfreiheit?

Das Mittelalter gilt bei vielen noch immer als dunkles Zeitalter voller Unwissenheit. Und doch haben Ideen und Gesetze von damals bis heute überdauert und prägen unseren Alltag, ohne dass wir es wissen. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Dispensierfreiheit. Aber was ist das?

Um 1240 trennte der Stauferkaiser Friedrich II. die Tätigkeitsfelder von Ärzten und Apothekern. | © pixabay.com/angelorosa

Die Dispensierfreiheit ist das Recht, apotheken- und verschreibungspflichtige Medikamente herzustellen, zu mischen, zu lagern und abzugeben beziehungsweise verkaufen zu dürfen. Dies kommt heutzutage der Erlaubnis zum Führen einer Apotheke gleich.

Um 1240 trennte der Stauferkaiser Friedrich II. die Tätigkeitsfelder von Ärzten und Apothekern. Bis dahin waren Ärzte sowohl für die Diagnose und Behandlung als auch für die Herstellung und Verabreichung von Arzneimitteln zuständig. Die Berufe von Ärzten und Apothekern wurden nun voneinander abgegrenzt, da das Wissen auf beiden Tätigkeitsfeldern immer größer und komplexer wurde. Zwar galt die Neuregelung zunächst nur für den süditalienischen Herrschaftsbereich des Kaisers, doch rasch setzte sie sich auch nördlich der Alpen durch und hält sich hier bis heute. So dürfen in Deutschland Ärzte nur noch Muster kostenlos an ihre Patienten abgeben oder sie in akuten Fällen mit Medikamenten aus ihrem Praxisbedarf versorgen. Eine Ausnahme bilden die Tierärzte: Sie dürfen im Rahmen der sogenannten tierärztlichen Hausapotheke Medikamente nicht nur selbst herstellen und vom Großhandel oder Produzenten beziehen, sondern sie auch direkt an die Tierhalter abgeben. Zum Studium der Veterinärmedizin gehört daher auch das Fachgebiet Pharmazeutische Technologie.

Viele anderen Länder kennen kein Dispensierrecht, sodass Patienten in der Schweiz oder Japan Arzneimittel auch von ihrem Arzt bekommen. In England dürfen sogar Physiotherapeuten, Optiker oder Fußpfleger bestimmte Medikamente verschreiben. Diskussionen um eine Abschaffung oder Verwässerung der Dispensierfreiheit sind in Deutschland fester Bestandteil der Beziehungen zwischen Ärzten und Apothekern. Als vor Kurzem das Bundesgesundheitsministerium laut darüber nachdachte, Apothekern zu erlauben, Menschen gegen die Grippe zu impfen, forderten Vertreter der Ärzteschaft reflexartig das Recht zur Medikamentenabgabe – was auf die Abschaffung einer rund 800 Jahre alten mittelalterlichen Regelung hinausliefe, die zu einem Grundpfeiler des deutschen Gesundheitssystems geworden ist.

scb

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