Hoffnung auch für Einsatz gegen Covid-19

In den vergangenen 20 Jahren waren Coronaviren schon mehrfach für große Ausbrüche schwerer Atemwegserkrankungen verantwortlich: so etwa das SARS-Coronavirus im Jahr 2002, 2012 das MERS-Coronavirus und aktuell SARS-CoV-2, das sich weltweit rasant ausgebreitet hat.

Viele MERS-Infektionen endeten tödlich. | © pixabay.com/ckstockphoto

Gegen MERS, das Middle East Respiratory Syndrome, konnten kürzlich Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) erstmals einen Impfstoff am Menschen testen. Das Ergebnis stimmt die Forscher zuversichtlich, denn der Impfstoff erwies sich als gut verträglich und löste eine dauerhafte Bildung von Antikörpern aus, wie das UKE bekannt gab. „Die Ergebnisse dieser Impfstoff-Studie sind für uns auch im Hinblick auf die Impfstoffentwicklung gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ein wichtiges und ermutigendes Ergebnis“, erklärt Professor Marylyn Addo, Leiterin der Sektion Infektiologie des UKE und Wissenschaftlerin im DZIF.

Das MERS-Coronavirus, das 2012 erstmals nachgewiesen wurde, gehört zu den Krankheitserregern, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als besonders gefährlich eingestuft wurden. Es wird von Dromedaren auf Menschen übertragen und kann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Eine Infektion verursacht eine Atemwegserkrankung, die in mehr als einem Drittel der Fälle tödlich verläuft. Bislang gibt es gegen das MERS-Coronavirus weder einen wirksamen Impfstoff noch ein spezifisch wirkendes Medikament.

„Um auf größere Ausbrüche vorbereitet zu sein, haben wir bereits 2014 mit Partnern im DZIF begonnen, einen Impfstoff gegen das MERS-Coronavirus zu entwickeln“, erklärt Marylyn Addo. Dieser basiert auf einem abgeschwächten Virus, dem sogenannten Modifizierten Vacciniavirus Ankara (MVA). Die Forscher ergänzten ihn nun mit Bestandteilen des MERS-Coronavirus, damit der Impfstoff die Immunabwehr gegen das Virus ankurbelt.

Auf dieser Grundlage wird aktuell auch an einem Impfstoff gegen das grassierende Coronavirus SARS-CoV-2 gearbeitet. Dazu wird dasselbe MVA verwendet, das jedoch nicht mit Bestandteilen des MERS-Erregers ergänzt wird, sondern mit einem Oberflächenprotein des aktuellen SARS-CoV-2.

Insgesamt wurden 23 gesunde Probanden zweimal im Abstand von vier Wochen mit einem experimentellen Impfstoff behandelt. „Die Ergebnisse zur Verträglichkeit und Sicherheit sowie zur Immunantwort auf den Impfstoff-Kandidaten gegen MERS sind sehr ermutigend“, erklärt Dr. Till Koch, der an der Studie maßgeblich beteiligt war. So sei der Impfstoff allgemein gut verträglich. Lokale Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, leichte Rötungen oder Überwärmung traten zwar bei 69 Prozent der Testpersonen auf, schwere Nebenwirkungen kamen jedoch nicht vor. Nach der zweimaligen Impfung wurde bei 87 Prozent der Probanden eine Immunantwort beobachtet, das heißt, es bildeten sich Antikörper oder T-Zell-Antworten. Für die beteiligten Wissenschaftler zeigen die Ergebnisse, dass der neue Impfstoff das Potenzial habe, in möglichen zukünftigen MERS-­Ausbrüchen eingesetzt zu werden.

Internationale Tests

Bevor es soweit ist, folgt nun jedoch zunächst eine weitere internationale Testphase, in welcher der Impfstoff an 160 weiteren Probanden in Hamburg und Rotterdam getestet wird.

pd/scb

Schlagworte MERS-Impfstoff | Test | Coronavirus

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