Wohnen ohne Sorgen

Im März 2020 haben sich der Sozialverband VdK und weitere Wohlfahrts-, Sozial- und Fachverbände im Bündnis „Soziale Plattform Wohnen“ zusammengeschlossen. Ziel ist die Durchsetzung wohnungspolitischer Maßnahmen.

Wohnen sei zur „neuen sozialen Frage“ geworden, heißt es im Positionspapier des Bündnisses. | © pixabay.com/MichaelGaida

„Viele Erfolge, die wir als Sozialverband VdK erreichen konnten, wie die Grundrente oder höhere Rentenbezüge, werden von den explodierenden Mieten regelrecht wieder aufgefressen. Wir brauchen eine Wende in der Wohnungspolitik“, erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele zum Start des Bündnisses. Die Initiative dazu kam vom Paritätischen Gesamtverband. Dessen Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider hat ebenfalls eine klare Position: „Wohnen ist ein Menschenrecht und keine Ware.“ Weitere Bündnispartner sind der Kinderschutzbund, der Sozialverband Deutschland, (SoVD), die Volkssolidarität, die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen, die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie und der Verband alleinerziehender Mütter und Väter.

Wohnen sei zur „neuen sozialen Frage“ geworden, heißt es im Positionspapier des Bündnisses. Immer mehr Ältere, Ärmere, Familien sowie Menschen mit Behinderung finden keinen bezahlbaren und angemessenen Wohnraum. Bereits Ende der 1980er-Jahre zog der Wohnungsmarkt in den westdeutschen Großstädten spürbar an. Seit Beginn der 1990er-Jahre verkauften viele Kommunen und Bundesländer ihre Wohnungsbestände. Der soziale Wohnungsbau ging seither insgesamt zurück und für viele Wohnungen lief die Sozialbindung aus. Luxus-Immobilien gelten seit der Finanzkrise 2009 als hochattraktive Wertanlage. Viele Neubauvorhaben haben „Normal-Mieter“ längst nicht mehr im Blick. Das alles bringt viele Menschen finanziell ins Straucheln. Auch solche, die sich eigentlich zur Mittelschicht zählen.

In der Folge wandeln sich die deutschen Innenstädte teils dramatisch. Auch Ältere werden oft aus ihren Wohnvierteln in Randlagen gedrängt. Sie verlieren ihr soziales Umfeld, die Anbindung an Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote.

Mieten und Einkommen driften immer weiter auseinander. Besonders hart trifft das Rentnerinnen und Rentner. Ein Indiz dafür ist die Entwicklung des Anteils der Wohnkosten am Einkommen von Seniorenhaushalten. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gilt ein Wohnkostenanteil ab 30 Prozent als kritisch, ab 40 Prozent ist ein Haushalt „überlastet“. Demnach waren 2016 38 Prozent der Haushalte, in denen Menschen ab 65 Jahren wohnen, überlastet. 2006 waren es 27 Prozent der Rentnerhaushalte, 1996 nur 22 Prozent.

Der Bericht der Bundesregierung „Lebenslagen und Einkommenssituation älterer Menschen“ nennt weitere Zahlen zur prekären Lage von Senioren, die nicht in einer eigenen Immobilie leben. In starken städtischen Regionen wie München geben armutsgefährdete alleinlebende Ältere mit Armutsrisiko 50 Prozent fürs Wohnen aus. Bei älteren Paaren mit Armutsrisiko sind es 39 Prozent.

„An der Miete kann niemand sparen. Wenn von einer ohnehin schmalen Rente also schon die Hälfte fürs Wohnen draufgeht, dann müssen sich diese Menschen bei Essen, Gesundheit und der sozialen Teilhabe massiv einschränken“, warnt Verena Bentele. Die „Soziale Plattform Wohnen“ fordert stärkere öffentliche Investitionen für bezahlbaren Wohnraum und den Schutz vor Verdrängung. Es müssen mindestens 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr mit dauerhafter Sozialbindung entstehen. Ein Drittel aller Mietwohnungen müssen zudem barrierefrei oder barrierearm gebaut werden, damit Menschen mit Behinderung und Ältere nicht ausgegrenzt werden. Und der gesetzliche Mieterschutz muss etwa durch eine Verschärfung der Mietpreisbremse verbessert werden.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Bündnis „Soziale Plattform Wohnen“


Der VdK in den sozialen Medien

Der VdK Hamburg bei Instagram


VDK HAMBURG
Symbolbild: Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung mit Protestplakaten.
Der VdK ist die größte Selbsthilfe-Organisation in Deutschland, er setzt sich seit 60 Jahren erfolgreich für die Interessen seiner Mitglieder ein.

VdK-KAMPAGNE 2020
ext #Rentefüralle auf farbigen Hintergrund
Alle Informationen rund um unsere Kampagne "#Rentefüralle" finden Sie auf diesen Seiten: Rentenpolitische Forderungen, Rentenglossar, Videos und mehr.

VdK-KAMPAGNE
Plakatmotiv der VdK-Aktion "Soziale Spaltung stoppen!". Ein Riss geht durch die Schrift "Soziale Spaltung stoppen".
„Soziale Spaltung stoppen!“ lautete das Motto der VdK-Aktion zur Bundestagswahl 2017. Die zentrale Forderung, soziale Sicherheit in den Mittelpunkt zu stellen, bleibt auch nach der Wahl aktuell! Der Sozialverband VdK appelliert an die künftigen Regierungsparteien, offene Fragen zur Zukunft des Renten-, Pflege- und Gesundheitssystems anzupacken.

VDK-KAMPAGNE
Button zur Kampagne Weg mit den Barrieren: Ein Männchen mit Rollator vor einer unüberwindbaren Treppe
Jetzt die VdK-Kampagne für ein barrierefreies Deutschland unterstützen: Barrieren melden - Stimme abgeben - Weitersagen!

RAT-HILFE-RECHTSSCHUTZ
Foto: Die Geschäftsstelle des VdK Hamburg
Wenn Sie in einem Bereich des Sozialrechts Rat, Hilfe oder Rechtsschutz benötigen, wenden Sie sich vertrauensvoll an die Landesgeschäftsstelle.

RAT-HILFE-RECHTSSCHUTZ
Symbolbild: Eine VdK-Mitarbeiterin begrüßt einen Besucher
Wir beraten in allen Bereichen des Sozialrechts und vertreten unsere Mitglieder gegenüber den Leistungsträgern, Behörden und vor den Sozial- und Verwaltungsgerichten durch alle Instanzen.

MITGLIED IM VDK HAMBURG WERDEN
Symbolbild: Informationsstand zur Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung
Sie können ganz einfach bei uns Mitglied werden. Die Beitrittserklärung erhalten Sie online oder per Post. Der monatliche Mitgliedsbeitrag beträgt 6 € für Einzelpersonen oder 9 € für Ehepaare / Lebensgemeinschaften.
VDK HAMBURG
Protraitfoto
Landesverbandsvorstand Sozialverband VdK Hamburg
VDK HAMBURG
Symbolbild: Ein Treffen von VdK Mitlgiederinnen mit Kaffee und Kuchen
Unsere Ortsverbände organisieren interessante bunte Abende, kulturelle und informative Veranstaltungen. Ausflüge und Kurzreisen für Mitglieder und Angehörigen.
VDK HAMBURG
Kaffeetafel mit etwa einem dutzend Personen.
Hier informieren wir Sie über aktuelle Veranstaltungen und Versammlungen der Ortsverbände.
VDK HAMBURG
Blick auf einen Hamburger Seniorentag
Download der Satzung des Sozialverbandes VdK Hamburg
KONTAKT ZUM VDK HAMBURG
Symbolbild: VdK Telefonzentrale
Einen Termin vereinbaren. Sich über die Adresse und die Öffnungs- und Sprechzeiten informieren.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.