Ziel ist die Rückkehr in ein „normales“ Leben

Die Stadt Hamburg versucht obdachlose Menschen im Winter zu unterstützen: Mit Unterkunft und Beratung wird in der kalten Jahreszeit einerseits direkt und sofort geholfen, und zugleich soll eine Perspektive für die Zukunft entwickelt werden.

Das Winternotprogramm soll obdachlosen Menschen helfen. | © fantareis/pixabay.com

Am 1. November startet daher wie schon in den Vorjahren das städtische Winternotprogramm. Wie die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration kürzlich mitteilte, bietet es bis Ende März 2020 insgesamt 780 zusätzliche Schlafplätze für obdachlose Menschen sowie umfangreiche Beratungsangebote, um die Obdachlosigkeit zu überwinden. Das Winternotprogramm richtet sich ausschließlich an obdachlose Menschen in Hamburg, die kostenlos und auf Wunsch auch anonym eine Übernachtungsmöglichkeit suchen und über keine sonstigen Möglichkeiten zur Selbsthilfe verfügen.

Der städtische Betreiber f&w fördern und wohnen AöR (f&w) stellt in diesem Jahr 650 Schlafplätze zur Verfügung. 400 davon befinden sich in der Friesenstraße 22, die sich auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und Rollstuhlfahrer eignen. Auch der Standort in der Kollau­straße 15 mit 250 Schlafplätzen wird in diesem Jahr erneut genutzt. Beide Standorte verfügen als Reserve über 100 weitere Plätze.

Die Unterkünfte sind von 17 Uhr bis 9.30 Uhr geöffnet. Der im letzten Winter gut genutzte Shuttle-­Bus zum Standort Kollaustraße, der einmal abends von der Friesenstraße dorthin und einmal morgens zurück in die Innenstadt fährt, ermöglicht die Anfahrt. Der Schlafplatz kann jeden Abend wieder aufgesucht werden. Vor Ort gibt es verschließbare Schränke, Kleiderkammern, Essensausgaben und umfangreiche Hygieneangebote. Die nächtliche Wärmestube des Winternotprogramms mit 100 Plätzen in der Hinrichsenstraße 4 steht zudem an den Wochenenden und Feiertagen als Tagesaufenthaltsangebot zur Verfügung. Die ganzjährige Notübernachtungsstätte „Pik As“ in der Neustädter Straße 31a mit ihren 330 Plätzen ist auch im Winter geöffnet.

Neben den 650 zusätzlichen Plätzen bei f&w werden rund 130 weitere staatlich finanzierte, aber ehrenamtlich betreute Schlafplätze in Wohncontainern bei Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen bereitgestellt. Die Vergabe dieser Plätze fand durch das Diakonische Werk unmittelbar vor dem Start des Winternotprogramms statt. Viele Hamburger engagieren sich zudem seit Jahren im Förderverein Winternotprogramm für Obdachlose e. V., der unter anderem die Ausgabe von Speisen übernimmt.

Soziale Beratung

Das Hamburger Winternotprogramm geht weit über eine bloße Notunterbringung hinaus. Ziel ist es, eine Rückkehr in eine Wohnung und die sozialen Sicherungssysteme zu erreichen. Alle Nutzer des Winternotprogramms erhalten daher eine Perspektivberatung, unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Alter.

Dort werden die prekären Lebenslagen besprochen, etwaige Ansprüche auf Sozialleistungen und öffentlich-rechtliche Unterbringung geklärt sowie Unterstützungen für Beantragungen oder andere Hilfeprozesse angeboten. Dabei arbeitet das Winternotprogramm eng mit weiteren Stellen zusammen, etwa mit den bezirklichen Fachstellen für Wohnungsnotfälle und der Anlaufstelle für wohnungslose EU-Bürger „plata“. Seit dem Winter 2012 konnten mehr als 1000 Menschen nach dem Ende des Winternotprogramms den Weg in ein Leben abseits der Straße finden, davon allein im vergangenen Winter 495 Menschen.
Weitere Infos zum Winternotprogramm und den Standorten unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit im Internet.

pd/scb

Schlagworte Hamburger Winternotprogramm

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