Umweltbehörde gibt Entwarnung

In der schönen Jahreszeit ist es jedes Jahr wieder ein beliebtes Thema um das Sommerloch zu füllen: die Rede ist vom Eichenprozessionsspinner und den flammenden Härchen seiner Raupen, die für gesundheitliche Probleme sorgen können. Zugegeben, Bäume und Sträucher, in denen das Tier seine Gespinstnester baut, sehen unheimlich aus und seine mikroskopisch kleinen Brennhaare können die Haut und Atemwege tatsächlich so sehr reizen, dass die Entfernung der Netze nur mit Vollschutzanzügen und Atemschutz vorgenommen wird.

Umweltbehörde gibt Entwarnung | © ceskyfreund36/pixabay.com

Die Umweltbehörde gab in einem Sachstandsbericht für Hamburg allerdings kürzlich Entwarnung: So wurden bis Ende Juli in der Hansestadt nur 460 befallene Bäume in öffentlichen Grünanlagen und an Straßen gemeldet. Regionale Schwerpunkte waren mit jeweils rund 100 betroffenen Bäumen der Hauptfriedhof Altona sowie der Stadtpark. Der Befall sei nach Einschätzung der Behörde daher gering, entspreche weitgehend den Vorjahreszahlen und sei keineswegs flächendeckend. Für die Entfernung der Gespinstnetze wendete die Verwaltung bislang rund 140.000 Euro auf.

Eigentlich ist der Eichenprozessionsspinner ein unscheinbarer graubrauner Nachtfalter. Darüber hinaus ist er allerdings auch ein Baumschädling und auch für Menschen potentiell gesundheitsschädlich. Problematisch sind die winzig kleinen, mit winzigen Widerhaken besetzten Brennhärchen seiner Raupen, von denen jede rund 600.000 Stück trägt. Das in den Härchen enthaltene Nesselgift Thaumatopoein kann zu starken Reizungen der Haut und der Atemwege führen sowie allergische Reaktionen auslösen. Symptome sind dann beispielsweise Juckreiz, Entzündungen sowie asthmaähnliche Beschwerden und Atemnot. Auch kann es zu Augenreizungen, Schwindel, Fieber oder Schockreaktionen kommen. Typisch ist aber zumeist ein mehrere Tage lang anhaltender Juckreiz mit kleinen roten Quaddeln, der vor allem an Gesicht, Hals und Händen auftritt.

Zwischen Mai und Juli, zur sogenannten Fraßzeit der Raupen, ist das Kontaktrisiko für Menschen am größten. Die Raupenhaare können leicht abbrechen und dann auch durch die Luft über 100 Meter getragen werden. Das Gift in ihnen ist noch nach mehreren Jahren wirksam. Auch die Gespinstnester, und die darin enthaltenen Puppenhüllen, Kot- und Häutungsreste, können mehrere Jahre nach dem Schlüpfen der Raupen gefährlich bleiben. Haustiere sind zwar durch ihr Fell geschützt, können aber durch die Härchen Verletzungen an Schnauze und Lefzen davontragen.

Ist man versehentlich mit den Brennhärchen der Raupen in Berührung gekommen, empfiehlt die Umweltbehörde, schnellstmöglich nach Hause zu gehen, die Kleidung auszuziehen und komplett bei 60 Grad zu waschen. Der ganze Körper sollte gründlich abgeduscht werden. Die Augen sollten nach einem Kontakt mit den Härchen gut mit klarem Wasser ausgespült werden. Um keine Brennhaare weiterzutragen, sollte der Kontakt mit allen Gegenständen soweit möglich vermieden werden und der Nachhauseweg am besten nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr erfolgen. Bei starken Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ihren ungewöhnlichen Namen tragen die Tiere, da sie sich zur abendlichen Nahrungssuche hinter- oder nebeneinanderher bewegen, eben wie in einer Prozession. Wie ihre Bezeichnung ebenfalls andeutet, besiedeln die Tiere besonders gerne Eichen.

Die Weibchen des Eichenprozessionsspinners legen bis zu 200 etwa einen Millimeter kleine Eier im Herbst an dünnen Eichenästen ab. Die Jungraupe entwickelt sich noch im Herbst, und überwintert im Ei, bevor sie Anfang Mai schlüpft. Bis zu ihrer Verpuppung im Frühsommer häuten sich die Raupen fünf- bis sechsmal. Der fertige Falter schlüpft schließlich im Juli oder August. Die Nester bieten den Jungtieren tagsüber Schutz. Nachts verlassen die Tiere die Gespinste, um austreibende Eichenknospen zu fressen. Zwar haben die Eichenprozessionsspinner viele Fressfeinde, ihren Bestand mindert das jedoch kaum. Nur wenige Vogelarten wie der Kuckuck oder der Priol trauen sich an die pieksigen Raupen heran.

Wer ein Nest oder Raupen des Eichenprozessionsspinners in Hamburg entdeckt, wird gebeten, das zuständige Bezirksamt zu informieren oder bei der Behördenrufnummer 115 anzurufen. Grundstückseigentümer müssen die Nester auf eigene Kosten von einer Fachfirma entfernen lassen. In Waldgebieten muss eine Bekämpfung nur bei stärkerem Befall erfolgen.

Ursprünglich aus Südeuropa stammend, breitet sich der Eichenprozessionsspinner zunehmend in Europa aus. In Hamburg wurden der Falter und seine Gespinstnetze erstmals 2011 entdeckt.

scb

Schlagworte Eichenprozessionsspinner | Hamburg | Gespinstnester

VDK HAMBURG
Symbolbild: Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung mit Protestplakaten.
Der VdK ist die größte Selbsthilfe-Organisation in Deutschland, er setzt sich seit 60 Jahren erfolgreich für die Interessen seiner Mitglieder ein.

RAT-HILFE-RECHTSSCHUTZ
Foto: Die Geschäftsstelle des VdK Hamburg
Wenn Sie in einem Bereich des Sozialrechts Rat, Hilfe oder Rechtsschutz benötigen, wenden Sie sich vertrauensvoll an die Landesgeschäftsstelle.

VDK HAMBURG
Protraitfoto
Landesverbandsvorstand Sozialverband VdK Hamburg
VDK HAMBURG
Symbolbild: Ein Treffen von VdK Mitlgiederinnen mit Kaffee und Kuchen
Unsere Ortsverbände organisieren interessante bunte Abende, kulturelle und informative Veranstaltungen. Ausflüge und Kurzreisen für Mitglieder und Angehörigen.
VDK HAMBURG
Kaffeetafel mit etwa einem dutzend Personen.
Hier informieren wir Sie über aktuelle Veranstaltungen und Versammlungen der Ortsverbände.
VDK HAMBURG
Blick auf einen Hamburger Seniorentag
Download der Satzung des Sozialverbandes VdK Hamburg
KONTAKT ZUM VDK HAMBURG
Symbolbild: VdK Telefonzentrale
Einen Termin vereinbaren. Sich über die Adresse und die Öffnungs- und Sprechzeiten informieren.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.