Eine geniale und doch so einfache Idee

Zu über 250.000 Einsätzen rücken die Hamburger Rettungsdienste jedes Jahr aus – das sind rund 685 Einsätze am Tag. In vielen Notfällen geht es dann um jede Sekunde. Immer öfter richtet sich der Blick der Helfer inzwischen auch auf den Kühlschrank, denn immer mehr Menschen bewahren dort eine SOS- oder Notfalldose auf.

Die VdK-Landesvorsitzende Renate Schommer brachte die Idee der Dosen aus Bayern mit nach Hamburg. | © VdK Hamburg

Auch der Hamburger Sozialverband VdK hat jetzt für seine Mitglieder die kleinen Lebensretter angeschafft. Ab sofort werden die etwa zehn Zentimeter hohen Plastikdosen in der Landesgeschäftsstelle (Hammerbrookstraße 93) und bei den Ortsverbänden bereitgehalten.

In Rettungseinsätzen muss es schnell gehen. Oft genug wissen Notfallmediziner aber gar nicht genau, was den Patienten fehlt, die einen Notruf an die Rettungsleitstelle unter der Nummer 112 abgesetzt haben. Vor Ort gehen die Retter daher nach dem sogenannten SAMPLE(R)-Schema vor, um eine Notfallanamnese und eine Diagnose erstellen zu können. Die Retter fragen in solchen Situationen nach Symptomen, Allergien, Medikamentöser Vorgeschichte, der Patientenvorgeschichte, nach Letzter Nahrungsaufnahme und Stuhlgang sowie weiteren Ereignissen und Risikofaktoren.

Patienten oder Angehörige müssen also viele Fragen beantworten und im besten Fall viele Details wissen. Gar nicht leicht in solchen Stresssituationen! Häufig genug sind Patienten zudem auch ohne Bewusstsein oder können beispielsweise wegen eines Schlag­anfalls nicht mit den Rettern kommunizieren. Hilfreiche Unterlagen wie Impfpass, Patientenverfügung, Medikamentenplan oder die Kontaktdaten von Angehörigen können Notfallmediziner aber im Einsatz nicht lange suchen. So kann wertvolle Zeit verloren gehen. Um das zu vermeiden, besorgen sich immer mehr Menschen eine Notfalldose.

Die Dosen enthalten einen vorgedruckten Infozettel und zwei Aufkleber, die anzeigen, wo in der Wohnung die SOS-Dose zu finden ist. | © VdK Hamburg

Das Prinzip dahinter ist zunächst so einfach wie naheliegend: Auf einem faltbaren Vordruck werden die wichtigsten Informa­tionen vermerkt, also etwa: liegen Vorerkrankungen oder Allergien vor, welche Medikamente werden regelmäßig eingenommen, wer ist im Notfall zu alarmieren und wer kann sich gegebenenfalls um ein Haustier kümmern? Aber auch ob eine Patientenverfügung oder ein Organspenderausweis vorliegen und wo diese zu finden sind, kann vermerkt werden. Der ausgefüllte Zettel wird dann zurück in die Dose gesteckt. Da viele Menschen allerdings eine lange Krankengeschichte haben oder viele Medikamente nehmen müssen, findet sich in der Notfalldose auch genug Platz für zusätzliche Zettel oder auch einen vom Hausarzt erstellten Medikamentenplan. Die Informationen auf dem Zettel sollten stets aktuell gehalten werden. Das Blatt kann zudem kopiert und beispielsweise im Portemonnaie auch als „Notfalldose-to-go“ mitgeführt werden.

Der Clou bei den SOS-Dosen ist ihr fester Standort: Sie finden ihren Platz im Kühlschrank – zwischen Milch, Ketchup und Gemüse. Denn grundsätzlich verfügt jede Wohnung über einen Kühlschrank, der auch leicht zu finden ist. Zudem ist der Kühlschrank kein so privater Aufbewahrungsort wie beispielsweise ein Nachttisch. Zur Ausstattung der Dosen gehören noch zwei Aufkleber, einer wird innen an der Wohnungstür befestigt, der zweite außen an der Kühlschranktür. Die Aufkleber weisen Notfallhelfer darauf hin, dass der Patient eine SOS-Dose besitzt – und da diese immer im Kühlschrank aufbewahrt werden, können Rettungskräfte die wichtigen Informationen rasch finden und zur Kenntnis nehmen.

„Ich finde die Idee hinter der Notfall-Dose genial! Und gerade in einer Stadt wie Hamburg, in der jeder zweite Haushalt von Alleinstehenden bewohnt wird, kann sie Rettungskräften den Einsatz erheblich erleichtern und im besten Fall eben auch Leben retten“, sagt Renate Schommer, Landesvorsitzende des Hamburger Sozialverbandes VdK. „Bei den Kollegen vom VdK Bayern habe ich die Dose erstmals gesehen und war sofort begeistert. Ich freue mich sehr, dass unser Landesvorstand auch gleich von der Idee angetan war und der VdK Hamburg die Dose nun für die Mitglieder anschaffen konnte.“

VdK-Mitglieder können die blau-weißen Notfalldosen jetzt kostenlos in der Landesgeschäftsstelle oder auch direkt bei den Vorsitzenden der acht VdK-Ortsverbände erhalten. Darüber hinaus sollen die Notfalldosen auch als Werbeträger bei Messen, Informationsständen oder den Veranstaltungen der Ortsverbände verteilt werden.

scb

Schlagworte VdK-Notfalldosen | Informationen für den Rettungsdienst

Symbolbild: Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung mit Protestplakaten.
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Foto: Die Geschäftsstelle des VdK Hamburg
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