Vom Lob des Faulseins

Einfach mal nichts tun, das fällt vielen Menschen schwer. Doch Psychologen und Mediziner wissen es schon lange: „Die Seele braucht Auszeiten, um gesund zu bleiben“, sagt Dr. Dieter Bonitz, Diplom-Psychologe im AOK-Bundesverband. „Und das Gehirn braucht Ruhepausen, um gut funktionieren zu können.“

Das Gehirn braucht Ruhepausen. | © VdK Hamburg

Das gilt besonders für das digitale Zeitalter, in dem jeder einem endlosen Strom von Informationen ausgesetzt ist und permanent erreichbar sein soll. Immer mehr Menschen fühlen sich gestresst, klagen über Zeitdruck und Hetze, arbeiten auch am Wochenende oder gar im Urlaub, wie Studien zeigen. Eine Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ergab, dass etwa jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland unter Symptomen einer emotionalen Erschöpfung leidet.

Viele Menschen sehnen sich nach Ruhe, packen sich ihre Freizeit aber voll mit Aktivitäten. Nichtstun, das ist für viele schwer auszuhalten. Mut zum Chillen macht der Spruch des chinesischen Philosophen Laotse: „Im Nichtstun bleibt nichts ungetan.“ Denn nur wer „einfach nur sitzt“, wer im Gras oder auf dem Sofa liegt, auf Smartphone, Gespräche oder sonstige Ablenkungen verzichtet, kommt in Kontakt mit sich selbst. „Erst dann haben wir die Zeit, die vielen Eindrücke zu verarbeiten“, sagt Psychologe Bonitz. „Und nur in der Stille können wir reflektieren und uns grundsätzliche Fragen stellen.“

Es kommen vielleicht Erinnerungen hoch, Zukunftsszenarien entstehen. Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass das Gehirn hochaktiv ist, während Menschen nichts tun. „Mit etwas Glück überrascht uns eine gute Idee in der Badewanne, beim Fahrradfahren, Spazierengehen oder im Bett. Entspannung ist auch eine Voraussetzung für schöpferische Prozesse“, so Bonitz.

Wem es schwerfällt, dem Müßiggang zu frönen, dem sei ein Medi­tations- oder Entspannungskurs empfohlen, wie etwa autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Denn einfach mal abzuschalten, das kann man lernen.

Tipps: Fünf Regeln fürs Faulenzen

  1. Regelmäßige Pausen einlegen: Es muss nicht alles sofort erledigt werden.
  2. Bei Fahr- oder Wartezeiten gibt es nichts zu tun! Statt sich zu ärgern, heißt es: tief ein- und ausatmen.
  3. Feste Zeiten definieren, in denen keine E-Mails oder Nachrichten gecheckt werden.
  4. Körperliche Bewegung kann helfen, Stresshormone abzubauen. Das schafft eine gute Voraussetzung, um sich entspannen zu können.
  5. Warum nicht mal einen Tag nichts planen und nur seinem eigenen Rhythmus folgen?

Schlagworte Faulsein | Faulenzen | Nichtstun | Freizeit | Chillen | Gehirn

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