Besser versorgt und gut beraten

Das Hamburger Pilotprojekt „NetzWerk GesundAktiv“ (NWGA) nimmt weiter Fahrt auf. (Wir hatten im März 2017 bereits über die Planung berichtet.) Ende November wurde die Koordinierende Stelle des ­NWGA am Albertinen-Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie – eröffnet. Die Koordinierende Stelle betreut die Teilnehmer des Projekts, koordiniert die Versorgung und berät in allen Gesundheitsfragen.

Wer zu Hause alt werden möchte, braucht rechtzeitig Unterstützung. | © DAK-Gesundheit

Das Ziel des NWGA: älteren Menschen in Hamburg-Eimsbüttel ein längeres selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Gefördert wird das Projekt vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

„Auch in Hamburg ändert sich die Altersstruktur spürbar: Derzeit leben hier rund 90.000 Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Schon 2020 wird die Zahl der über 80-Jährigen um mehr als 25 Prozent höher sein. Deshalb brauchen und fördern wir Projekte, die die zukünftige Versorgung verbessern“, so Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Solch ein Projekt ist das NetzWerk GesundAktiv. Es kombiniert regionale Angebote zur zeitgemäßen Versorgung von Seniorinnen und Senioren im Quartier.“

Seit Anfang Oktober schreiben die beteiligten Krankenkassen, neben der federführenden Techniker Krankenkasse (TK) auch die Barmer, die DAK-Gesundheit und die Knappschaft, potenzielle Projektteilnehmer an. Diese erhalten von ihrer Krankenkasse Informationen und einen Fragebogen, der ausgefüllt und an die Koordinierende Stelle geschickt werden muss. Auf dieser Basis werden die Teilnahmevoraussetzungen in einem ersten Schritt geprüft. Insgesamt können 1000 Versicherte am NWGA teilnehmen.

„Das Besondere an diesem Angebot ist, dass vorhandene Strukturen im Quartier mit digitalen Anwendungen verknüpft werden“, erklärt Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK. „Wir als TK sind überzeugt, dass die Patienten von der Digitalisierung im Gesundheitswesen profitieren können. Und deshalb haben wir auch dieses Projekt ins Leben gerufen.“

Die vier beteiligten Krankenkassen haben insgesamt bereits knapp 2250 Versicherte angeschrieben und erhalten eine positive Resonanz. „Uns erreichen bereits zahlreiche Nachfragen von interessierten Versicherten und unsere Rücklaufquote von fast 30 Prozent ist schon sehr gut. Das Projekt steht und fällt natürlich mit den Teilnehmern, und die Koordinierende Stelle ist für dieses Projekt der direkte Draht zum Versicherten“, so Ballast weiter.

Ist aufgrund der Fragebogenergebnisse eine Teilnahme möglich, meldet sich die Koordinierende Stelle bei den Versicherten, um einen persönlichen Termin zu vereinbaren.

Die Grundlage für die Versorgung der Teilnehmer bilden umfassende Untersuchungen und Tests, die im Albertinen-Haus durchgeführt werden. In der Koordinierenden Stelle erhalten die Teilnehmer im persönlichen Gespräch dann einen individuellen Unterstützungsplan. Sie werden bei der Umsetzung durch einen Ansprechpartner betreut und beraten.

Für den Unterstützungsplan werden Maßnahmen aus verschiedenen Modulen bereitgehalten:

  • Rehabilitation vor und während der Pflegebedürftigkeit
  • Hilfen für Angehörige
  • Beratung und Demenz
  • Förderung der Gesundheitskompetenz


Ebenso behält die Koordinierende Stelle vorhandene regionale Quartiersangebote im Blick und vermittelt auch diese bei Bedarf. Darüber hinaus erhalten alle Teilnehmer einen Tablet-PC mit dem technischen Unterstützungssystem PAUL (Persönlicher Assistent für unterstütztes Leben). Mit PAUL können die Teilnehmer unter anderem Nachrichten senden und empfangen oder Termine verwalten. Geplant ist auch eine Videosprechstunde mit den Ärzten der Koordinierenden Stelle.

Mehr Informationen unter https://netzwerk-gesundaktiv.de/

Schlagworte Pilotprojekt | NetzWerk GesundAktiv

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