Neu anerkannt als Berufskrankheit

Drei neue Krankheiten wurden in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen, außerdem zwei schon belistete Berufskrankheiten um neue Auslösersubstanzen ergänzt. Die Änderungen sind am 1. August in Kraft getreten.

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Neu auf der Liste der Berufskrankheiten steht Leukämie durch 1,3-Butadien, Harnblasenkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und fokale Dystonie (Mus­kelkrämpfe) bei Instrumentalmu­sikern. Erweitert wurde die Berufskrankheit Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) durch den Stoff Asbest und Kehlkopfkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Gefolgt wurde dabei der Empfehlung des wissenschaftlichen Beirats „Berufskrankheiten“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Betroffen sind unterschiedlichste Berufsgruppen.

Leukämie durch die Einwirkung von Butadien kommt insbesondere bei Beschäftigten in der Kunstkautschuk- und der Gummiindustrie vor. Kehlkopfkrebs und Harnblasenkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe betrifft insbesondere Tätigkeiten, in denen Steinkohleteerpechhaltige Produkte verarbeitet oder verwendet werden wie bei-spielsweise in der Aluminium- und Gießereiindustrie, tritt aber auch in anderen Berufsgruppen wie zum Beispiel bei Schornsteinfegern oder Hochofenarbeitern auf. Die fokale Dystonie bei Instrumentalmusikern betrifft ausschließlich professionell Musizierende wie Orchestermusiker oder Musiklehrer.

Betroffen vom Eierstockkrebs können Frauen sein, die früher in asbestverarbeitenden Betrieben tätig waren. Dies war insbesondere in der Asbesttextilindustrie wie zum Beispiel in Asbestspinnereien, Asbestwebereien oder anderen Betrieben der Fall, in denen asbesthaltige Garne, Schnüre, Gewebe, Tücher oder auch Hitzeschutzkleidung hergestellt wurden.

Die Betroffenen haben gegebenenfalls Anspruch auf Heilbehandlung aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Bei Arbeitsunfähigkeit oder dauerhafter Erwerbsminderung können auch Ansprüche auf Geldleistungen bestehen. Bereits mit der Empfehlung können sie dann als „Wie-Berufskrankheiten“ anerkannt werden. Bei den aktuellen Neuerungen war das seit Herbst 2016 der Fall.

Schlagworte Berufskrankheiten | Leukämie | Harnblasenkrebs | Dystonie

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