Barrieren werden langsam abgebaut

Auch wenn Bahn fahren für Menschen mit Behinderungen immer noch schwierig ist und lange vorgeplant werden muss, erweitert die Deutsche Bahn (DB) dennoch stetig ihre Dienstleistungen zur barrierefreien Nutzung.

In einigen Bahnhöfen gibt es Handlaufbeschriftungen mit Prismen- oder Brailleschrift. | © Deutsche Bahn/Oliver Lang

Für Fahrgäste mit körperlichen, kognitiven oder Sinnesbehinderungen hat die DB die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) eingerichtet. Hier unterstützen DB-Mitarbeiter Reisende bei der Planung ihrer Bahnreise. Verbindungen werden herausgesucht, die Hilfen beim Ein- und Aussteigen organisiert sowie Fahrkarten und Reservierungen auf Wunsch mit der Post oder online zugeschickt sowie am DB-Automaten hinterlegt.

Im Jahr 2016 wurden von der MSZ mehr als 660.000 Hilfestellungen erbracht. Voraussetzung für diese Hilfestellungen ist die Voranmeldung der Fahrt bei der MSZ bis 20 Uhr des Vortags. Dies kann telefonisch, über das Internet, per Fax oder E-Mail erfolgen. Fahrgäste mit Behinderungen können also ihre Reise von zu Hause aus planen über die Hotline (01 80) 6 51 25 12* (täglich von 6 bis 22 Uhr), Fax (01 80) 5 15 93 57**, per E-Mail msz@deutschebahn.com und unter www.bahn.de/barrierefrei im Internet.

Niedriger Einstieg

Die DB Station&Service AG arbeitet am barrierefreien Ausbau der Bahnsteige und -zugänge. Pro Jahr soll an durchschnittlich 100 Stationen die stufenfreie Erreichbarkeit der Bahnsteige für Rollstuhlfahrer und Reisende mit Fahrrad oder Kinderwagen geschaffen werden. Mehr als die Hälfte der bestehenden Bahnsteige hat laut DB inzwischen eine Bahnsteighöhe, die beim Einsatz passender Fahrzeuge einen niveaugleichen Einstieg ermöglicht.

Blinde und ­sehbehinderte Menschen finden den Zustieg über ein ertastbares Leitsystem. | © Deutsche Bahn/Oliver Lang

Für blinde und sehbehinderte Menschen sind über 4800 der 9300 Bahnsteige mit einem taktilen, das heißt ertastbaren Leitsystem aus Bodenindikatoren, ausgestattet worden. Daneben gibt es inzwischen in einigen Bahnhöfen an den Treppen zu den Bahnsteigen Handlaufbeschriftungen mit Prismen- oder Brailleschrift sowie Tafeln mit ertastbaren Lageplänen. Alle neu eingebauten Aufzüge verfügen über taktile Bedienelemente sowie über ein Sprachmodul.

Die DB Informationen der neuen Generation sind mit Induktionsschleifen zur Sprachverstärkung für Menschen mit Hörbehinderungen und mit einem herausfahrbaren Bedientisch für Reisende im Rollstuhl ausgestattet.

Damit Menschen mit Behinderungen bei der Reiseplanung einen Überblick über die speziellen Services während der Reise mit der Deutschen Bahn bekommen, sind auf www.bahn.de/barrierefrei alle Informationen gebündelt hinterlegt. Die wichtigsten Informationen wurden dort zielgruppenspezifisch aufbereitet: für sehbehinderte und blinde Menschen unter www.bahn.de/blind-sehbehindert, für schwerhörige und gehörlose Menschen unter www.bahn.de/hoerbehindert, für gehbehinderte Menschen unter www.bahn.de/gehbehindert und in leichter Sprache unter www.bahn.de/leichte-sprache

Gebärdensprachvideos

Um gehörlosen Menschen das Reisen mit der Bahn zu erleichtern, wurden zusammen mit dem Deutschen Gehörlosen Verband mehrere Gebärdensprachvideos für das Internet entwickelt. Neben Informationen zur Fahrkartenbuchung und zur BahnCard sind auch die online und mobilen Services sowie die Fahrgastrechte erläutert. Die Videos sind über www.bahn.de/gebaerdensprachvideos abrufbar.

Gehörlose Menschen können mit der MSZ per Fax unter (01 80) 5 15 93 57** oder per E-Mail deafmsz@deutschebahn.com kommunizieren. Möchten gehörlose und schwerhörige Kunden ausgewählte Informationen an die DB übermitteln, so können sie eine SMS an die Mobilitätsservice-Zentrale senden. Auf diesem Weg kann beispielsweise über Störungsfälle, defekte Automaten oder über beschädigte Einrichtungen im Bahnhof oder auch im Zug informiert werden. Der Zugang erfolgt über die Telefonnummer (01 60) 97 43 58 06**. Eine SMS ist immer mit dem Text #deafhelp plus Leerzeichen zu erstellen, damit sie weitergeleitet wird. Danach kann das jeweilige Anliegen beschrieben werden.

Taktile Ausstattung

Seit August 2013 sind 44 ICE-Züge der zweiten Generation (ICE 2) mit taktilen Fußbodenleisten und WC-Piktogrammen ausgestattet. Auch die Mittelgangplätze sind mit taktilen Sitzplatznummern ausgestattet. Bis Ende 2014 wurden rund 770 IC-Reisezugwagen im Innenraum mit neuen Sitzen ausgestattet, die ebenfalls über taktile Sitzplatznummern verfügen. Auch für sehbehinderte Fahrgäste ist die Ausstattung bei den neuen Fahrzeugen durch ein taktiles Leitsystem verbessert worden. Großformatige Monitore mit kontraststarker Anzeige sollen die Fahrgastinformation im Zug erleichtern.

Gepäckdienst für Schwerbehinderte

Reisende, die unbeschwert unterwegs sein wollen, lassen ihr Reisegepäck vom DB Gepäckservice transportieren. Bei Vorlage des Schwerbehindertenausweises reduziert sich der Preis für den Kofferversand. Krankenfahrstühle, Gehhilfen und andere orthopädische Hilfsmittel mit vergleichbaren Abmessungen werden gegen Vorlage des Ausweises mit Merkzeichen „G“ kostenfrei befördert. Ein handbetriebener Krankenfahrstuhl wird kostenlos transportiert. Tickets und weitere Informationen zum DB Gepäckservice erhalten Reisende in allen DB Reisezentren und DB Agenturen, außerdem telefonisch unter (01 80) 6 99 66 33* und auf bahn.de/gepaeckservice im Internet.

Barrierefrei Verreisen

Reisende mit körperlichen oder Sinnesbehinderungen, aber auch Familien mit kleinen Kindern und ältere Menschen können ihren Urlaub in Deutschland und Österreich über die Internetseite www.bahn.de/reiseziele-barrierefrei planen und buchen. Dort stellen die Arbeitsgemeinschaft „Barrierefreie Reiseziele in Deutschland“ und das Projekt „Barrierefrei Austria“ zusammen mit der DB Mobilitätspakete vor, die neben der Unterbringung am Urlaubsort auch ein mögliches Ausflugs- und Kulturprogramm beinhalten. Auch die An- und Abreise mit einer möglichen Ein-, Um- und Ausstiegshilfe sowie die Anschlussmobilität am Urlaubs­ort können vorab gebucht werden.

Mit diesem Serviceangebot sind Reiseerlebnisse für den Tagestrip, den Kurz- und Jahresurlaub buchbar. Egal ob Natur, Kultur, aktive Erholung oder Entspannung gewünscht wird, im Internet werden umfassende Informationen gegeben und alle Serviceleistungen und Ansprechpartner genannt. Alle Angebote für die Reise können auch telefonisch über die MSZ gebucht werden.

Fahrtziel Natur

Viele malerische Naturlandschaften liegen direkt vor der Tür und sind umweltfreundlich und bequem mit der Bahn erreichbar. Fahrtziel Natur ist eine Kooperation der ­großen Umweltverbände BUND, ­NABU, VCD und der DB, die sich seit 2001 für nachhaltigen Tourismus und den Ausbau von Mobilität vor Ort einsetzt. Vom Wattenmeer bis zum Alpenraum – Fahrtziel Natur lädt dazu ein, 22 faszinierende Naturlandschaften in Deutschland, der Schweiz und Österreich zu besuchen. Alle Fahrtziel Natur-Gebiete engagieren sich für den Ausbau barrierefreier Angebote. Weitere Informationen gibt es unter fahrtziel-natur.de im Internet.

Wer sich darüber hinaus informieren und nicht alles im Internet nachsehen möchte, findet in der Broschüre „Reisen für alle – Bahn fahren ohne Barrieren“ umfangreiche Tipps rund um das Reisen mit der Bahn. Mehr zur Broschüre im Kasten nebenan.

* 20 Cent pro Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 60 Cent pro Anruf.
** 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk gegebenenfalls abweichend, max. 42 Cent pro Minute.

Schlagworte Bahn | Barrieren | Serviceleistungen

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Symbolbild: Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung mit Protestplakaten.
Der VdK ist die größte Selbsthilfe-Organisation in Deutschland, er setzt sich seit 60 Jahren erfolgreich für die Interessen seiner Mitglieder ein.

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Foto: Die Geschäftsstelle des VdK Hamburg
Wenn Sie in einem Bereich des Sozialrechts Rat, Hilfe oder Rechtsschutz benötigen, wenden Sie sich vertrauensvoll an die Landesgeschäftsstelle.

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Symbolbild: Ein Treffen von VdK Mitlgiederinnen mit Kaffee und Kuchen
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Blick auf einen Hamburger Seniorentag
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