Hamburgs schönste Sterne leuchten wieder

Nach einer Umbauzeit von eineinhalb Jahren wurde das Planetarium Hamburg am 14. Februar wiedereröffnet. In den 18 Monaten davor wurde das Sternentheater für die Zukunft fit gemacht. Das Haus erhielt im Sockel, unter dem bisherigen Erdgeschoss, eine neue Etage mit über 1.200 Quadratmetern Nutzfläche und ist ab sofort vom Stadtparkniveau bis zur Aussichtsplattform in 45 Metern Höhe barrierefrei erreichbar.

Das neue Foyer besitzt das siebenfache Volumen und gibt den Blick zum alten Deckengemälde frei. | © Fotografenwerk Hamburg

Die Freie und Hansestadt Hamburg finanzierte die umfangreichen Baumaßnahmen mit Mitteln in Höhe von rund 7,4 Millionen Euro. Außerdem unterstützte sie die Modernisierung der Technik des Sternentheaters mit rund 2,5 Millionen Euro.

„Wir Hamburger machen nicht gern Theater, aber wir haben gern welche. Dieser schöne alte Wasserturm hier ist unsere große Himmelsoper“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz bei der Eröffnung. „Wir haben unser Planetarium jetzt nachhaltig erneuert und zukunftssicher aufgestellt. Denn das Planetarium ist für mich und für viele Bürgerinnen und Bürger Hamburgs eine Herzenssache. Und das Planetarium ist ein Wahrzeichen unserer Stadt. Unser Planetarium will aber noch mehr: Es möchte ein Treffpunkt sein, für die Hamburgerinnen und Hamburger“, schloss Scholz.

„Mit vereinten Kräften haben wir es geschafft, das Planetarium in dem über 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Wasserturm behutsam und gleichzeitig grundlegend zukunftsfähig zu machen und noch besser zum Stadtpark zu öffnen“, freut sich auch Kultursenator Dr. Carsten Brosda. „Mit dem umfangreichen Ausbau und der neuen Technik haben wir die Weichen dafür gestellt, dass das Planetarium bleibt, was es schon vor Beginn der Baumaßnahmen war: das erfolgreichste Planetarium Deutschlands.“

„Das Planetarium Hamburg ist nun mehr denn je ein einzigartiges und faszinierendes Theater, in dem Menschen jeden Alters erstaunliche Geschichten erleben, die sie mit der Herkunft und Zukunft unserer Welt verbinden“, sagte Thomas W. Kraupe, der Direktor des Hamburger Sternentheaters bei der Einweihung. „Wir freuen uns, unseren Gästen nach der Wiedereröffnung mehr Platz und vor allem eine höhere Aufenthaltsqualität in unserem nun barrierefreien Haus bieten zu können“, betont Michael Jenke, kaufmännischer Geschäftsführer des Planetarium Hamburg.

Das neugestaltete Erdgeschoss betreten die Besucher über die beiden neuen Haupteingänge auf Stadtparkniveau, die in einen modernen Kassenbereich münden. Dort öffnet sich das neue zweigeschossige Foyer nach oben. Es besitzt das siebenfache Volumen des alten Foyers und gibt den Blick auf das von Dorothea Maetzel-Johannsen entworfene und von Heinrich Groth im Jahre 1930 ausgeführte Deckengemälde mit Sternbilddarstellungen frei.

Weltraumlabor

Über einen gläsernen Aufzug oder über die zwei neuen, geschwungenen Treppen erreichen die Gäste den oberen Bereich des Foyers, wo sich im Ausstellungsbereich die interaktiven RICOH-Lerntische und Großbildschirme des zukünftigen Weltraumlabors „SpaceLab“ befinden. Dort können individuell oder in kleinen Teams aktuelle Weltraummissionen verfolgt, neueste Bilder aus dem All analysiert – aber auch die Geschichte des Planetariums und des Stadtparks verfolgt werden.

Ab April wird im Ausstellungsbereich eine begleitende Fotoausstellung zum Eröffnungsprogramm „Wir sind Sterne“ zu sehen sein. Der Fotograf Wolfgang Köhler (Team einsplus) porträtierte dafür im Auftrag des Planetariums Menschen aus Hamburg und ihre Ideen und Erfahrungen mit den Sternen. Ausstellungseröffnung ist am 4. April.

Danach soll im Ausstellungsbereich auch wieder die historische Bildersammlung zu Sternenglaube und Sternenkunde ihren Platz finden, die von Aby Warburg eigens für die Planetariumseröffnung im Jahr 1930 konzipiert wurde.

Sternensaal mit neuer Technologie

Vom oberen Foyer mit dem Ausstellungsbereich erreicht man den Eingang zum Sternensaal. Sobald man es sich als Planetariumsbesucher in den neu gepolsterten Liegesesseln bequem gemacht hat, wird man von dem Farbenreichtum des Kosmos in den Bann gezogen, der sich an der 21 Meter durchmessenden Projektionskuppel beeindruckend offenbart.

Schweben unterm Sternenhimmel: Die Aussichtsplattform ist über den gläsernen Fahrstuhl erreichbar. | © Fotografenwerk Hamburg

Der neueste Kosmos-Simulator „Digistar 6“ der US-amerikanischen Simulationsschmiede Evans & Sutherland erzeugt mit einem Cluster aus 20 Grafik-Computern dreidimensionale Bildwelten. Sie werden von fünf „Ultra-highdefinition“ Christie Boxer-Projektoren als Rundumbild an die Kuppel geworfen. Das „8K“-Bild mit rund 40 Millionen Bildpunkten ist viermal schärfer und viermal heller als bisher und kann in stereoskopischem 3D mit 60 Bildern pro Sekunde und pro Auge gezeigt werden.

Damit ist das Hamburger Sternentheater das weltweit erste Planetarium, das Veranstaltungen mit 8K-3D-Bild in Kombination mit 3D-Ton bietet. Beim 3D-Sound kommt die neueste Version der „Spatial Soundwave-Technologie“ des Fraunhofer Instituts für Digitale Medientechnologie (IDTM) zum Einsatz. Rund 70 im gesamten Sternentheater verteilte Lautsprecher sorgen dafür, dass der Besucher „mitten im Geschehen sitzt“. Hinzu kommt magisch wirkendes Laserlicht, dessen Quelle die optisch gepumpten ultra-hellen Laser der sparks®-Serie der Firma LOBO sind. Vier dieser Laser in den Grundfarben Rot/Grün/Cyan/Blau sind zusammen mit den optischen Komponenten in ein sogenanntes „PowerDeck“ montiert, welches sich in einem Technikraum außerhalb der Kuppel befindet. Damit können über 16 Millionen Farbnuancen erzeugt werden.

Café Nordstern

Das neue Café Nordstern wird von „Kofler & Kompanie“ betrieben und ist Teil der „Eventlocation Planetarium Hamburg“. „Wir freuen uns darauf, unseren Gästen atemberaubende Eindrücke im Sternensaal gepaart mit kulinarischen Genussmomenten im Café Nordstern zu bieten“, so Christoph Meyer, Unit Manager von Kofler & Kompanie.

Nach dem Umbau ist das Planetarium Hamburg ein ganz besonderes Ausflugsziel. Es liegt im Stadtpark, die Adresse lautet Linnering 1. Die Website ist unter www.planetarium-hamburg.de erreichbar. Die Hotline (0 40) 4 28 86 52 10 ist montags bis freitags von 8 bis 21 Uhr, samstags von 8 bis 20 Uhr, und sonntags von 10 bis 20 Uhr für Reservierungen geschaltet.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Donnerstag 9 bis 21 Uhr, Freitag 9 bis 22 Uhr, Samstag 12 bis 22 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 bis 20 Uhr.

Planetarium Hamburg - barrierefrei

Der neue Eingang zum Foyer ist ebenerdig und rollstuhlgerecht. Der Sternensaal und die Aussichtsplattform sind mit dem Fahrstuhl erreichbar. Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer können die Behindertenparkplätze direkt hinter dem Planetarium nutzen (Anfahrt über den Parkplatz Linnering, dort nach links zur Schranke). Wer Hilfe benötigt, kann über eine Klingel auf sich aufmerksam machen.

Für Rollstuhlfahrer gibt es im Sternensaal spezielle Plätze, die über die Hotline gebucht werden. Für Hörgeschädigte ist ein Audiosystem eingebaut, das über Induktionsschleifen mit dem eignen Hörgerät angesprochen wird, falls dieses technisch dafür ausgerüstet ist. Es liegen an der Kasse aber auch Kopfhörer bereit, mit denen das Audiosystem direkt genutzt werden kann.

Die Begleitung einer Person mit dem Merkzeichen „B“ erhält freien Eintritt.

Schlagworte Planetarium | Hamburg | Kosmos-Simulator | 8K-3D-Bild

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