Was tun, wenn eine Operation ansteht?

Den Weg ins Krankenhaus treten die meisten Menschen nur schweren Herzens an – besonders, wenn eine Operation ­ansteht. Umso wichtiger ist es, sich gut darauf vorzubereiten. ­„Patienten haben das Recht, von ihrem Arzt umfassend über die Behandlung und Alternativen aufgeklärt zu werden“, sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Therapie sinnvoll ist, holen Sie die Meinung eines zweiten Arztes ein. | © AOK-Mediendienst

Das Recht auf Aufklärung beginnt beim behandelnden niedergelassenen Arzt. Dieser sollte dem Patienten unter anderem verständlich erläutern, was die Erkrankung bedeutet und warum der Eingriff nötig ist. Wichtig ist auch, dass er mögliche Behandlungsalternativen aufzeigt und Risiken erklärt. Der Arzt sollte auch darauf hinweisen, wenn anstelle einer stationären eine ambulante Behandlung möglich ist.

Um Missverständnisse zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, dass Patienten sich während des Gesprächs Notizen machen. Wenn sie etwas nicht verstanden haben, sollten sie nachfragen. Haben Patienten Zweifel an der vorgeschlagenen Therapie, können sie die Meinung eines weiteren Arztes einholen (Zweitmeinung).

Auch bei der Wahl eines Krankenhauses sollten sich Patienten gut informieren, unter anderem weil die Qualität der Behandlung stark variieren kann. Die Wahl einer geeigneten Klinik erleichtert auch der Krankenhausnavigator der AOK (https://weisse-liste.krankenhaus.aok.de). Er bietet Informationen zur Behandlungsqualität der Krankenhäuser bei bestimmten Eingriffen, etwa beim Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks bei Gelenkverschleiß sowie einer Gallenblasenentfernung bei Gallensteinen.

Sobald sich ein Patient für eine Operation entschieden und ein passendes Krankenhaus gewählt hat, folgen Aufklärungsgespräche mit dem zuständigen Chirurgen und Anästhesisten in der Klinik. Die behandelnden Krankenhausärzte müssen den Patienten über den Nutzen und die Risiken des Eingriffs und eventuell über unterschiedliche Operationstechniken informieren.

Das Gespräch in der Klinik müssen die Ärzte selbst führen. Eine Pflegekraft darf die Aufklärung nicht übernehmen. Formulare und Aufklärungsbögen können das Gespräch ergänzen, aber nicht ersetzen. Patienten sollten medizinische Aufklärungsbögen gründlich lesen und alles fragen, was für sie vor der Operation wichtig ist.

Bei einem geplanten Eingriff sollte die Aufklärung so rechtzeitig erfolgen, dass der Patient eine wohlüberlegte Entscheidung treffen kann; also mindestens 24 Stunden vor der Operation. Andererseits ist es wichtig, dass Patienten Ärzte und Pflegekräfte informieren, welche Medikamente sie einnehmen und ob sie unter Allergien leiden. Sie sollten auch sagen, wenn sie Schmerzen haben und wenn bei Untersuchungen, Narkosen oder Operationen in der Vergangenheit bereits Komplikationen aufgetreten sind.

Vorab alles Wichtige regeln

In der Regel werden Patienten einen Tag vor dem Eingriff oder am Tag der Operation in die Klinik aufgenommen. Sinnvoll ist, vor dem Krankenhausaufenthalt zum Beispiel Infos zur Medikamenten-Einnahme abzufragen, für Unterstützung nach der Entlassung zu sorgen und vieles mehr. Eine Liste mit allen wichtigen Dingen findet sich im Kasten „Vor der OP“.

Am Tag der Operation müssen Patienten auf Make-up verzichten und Nagellack entfernen. Schmuck, Fingerringe, Piercings und Ohrringe sollten sie zum eigenen Schutz ablegen. Die Brille oder ein Hörgerät dürfen gegebenenfalls mit in den Operationsraum. Vor der Entlassung sollte der behandelnde Arzt den weiteren Behandlungsplan erklären. Dabei ist es wichtig, dass Patienten Folgendes erfahren:

  • ob und wie oft Verbände gewechselt werden müssen;
  • wann sie wieder duschen oder baden dürfen;
  • welche Medikamente sie einnehmen sollten;
  • ob und wie sie sich körperlich betätigen können
  • was sie beim Essen und Trinken beachten sollten;
  • wann sie den vorläufigen Arztbrief erhalten, den sie an den behandelnden niedergelassenen Arzt weitergeben sollten;
  • wann sie zur Kontrolle bei ihrem niedergelassenen Arzt gehen sollten.


Sind noch Fragen offen, etwa zur Versorgung nach der Entlassung, können sich Patienten in der Regel an die Mitarbeiter des Sozialdienstes der Klinik wenden.

Was geregelt sein sollte

  • Klären Sie mit Ihrem behandelnden niedergelassenen Arzt, ob Sie Medikamente, die Sie dauerhaft einnehmen, vor der Operation absetzen müssen.
  • Sorgen Sie, falls Sie alleine leben, für Ihren Haushalt. Bitten Sie etwa Nachbarn oder Bekannte, den Briefkasten zu leeren und die Blumen zu gießen. Weisen Sie notwendige Zahlungen an.
  • Alleinstehende sollten auch sicherstellen, dass für die ersten Tage nach der Entlassung Unterstützung da ist.
  • Nehmen Sie wichtige Unterlagen in die Klinik mit, zum Beispiel Untersuchungsergebnisse. Auch Ihre Medikamente sollten Sie dabei haben.
  • Lassen Sie Schmuck, Make-up und entbehrliche Gegenstände zu Hause. Packen Sie bequeme Kleidung, Badelatschen und einen Bademantel ein.
  • Erkundigen Sie sich, wie lange vor dem Eingriff Sie nüchtern sein müssen. Um Komplikationen bei der Narkose zu vermeiden, dürfen Patienten in der Regel sechs Stunden vor dem Eingriff nichts mehr essen und trinken und auch nicht mehr rauchen.

Schlagworte Checkliste | Operation | Krankenhaus

VDK HAMBURG
Symbolbild: Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung mit Protestplakaten.
Der VdK ist die größte Selbsthilfe-Organisation in Deutschland, er setzt sich seit 60 Jahren erfolgreich für die Interessen seiner Mitglieder ein.

RAT-HILFE-RECHTSSCHUTZ
Foto: Die Geschäftsstelle des VdK Hamburg
Wenn Sie in einem Bereich des Sozialrechts Rat, Hilfe oder Rechtsschutz benötigen, wenden Sie sich vertrauensvoll an die Landesgeschäftsstelle.

VDK HAMBURG
Protraitfoto
Landesverbandsvorstand Sozialverband VdK Hamburg
VDK HAMBURG
Symbolbild: Ein Treffen von VdK Mitlgiederinnen mit Kaffee und Kuchen
Unsere Ortsverbände organisieren interessante bunte Abende, kulturelle und informative Veranstaltungen. Ausflüge und Kurzreisen für Mitglieder und Angehörigen.
VDK HAMBURG
Kaffeetafel mit etwa einem dutzend Personen.
Hier informieren wir Sie über aktuelle Veranstaltungen und Versammlungen der Ortsverbände.
VDK HAMBURG
Blick auf einen Hamburger Seniorentag
Download der Satzung des Sozialverbandes VdK Hamburg
KONTAKT ZUM VDK HAMBURG
Symbolbild: VdK Telefonzentrale
Einen Termin vereinbaren. Sich über die Adresse und die Öffnungs- und Sprechzeiten informieren.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.