Skaten – jetzt auch mit Rollstuhl möglich

Das Extreme ist jetzt auch im deutschen Rollstuhl- und Behindertensport angekommen: Am ersten Mai-Sonntag fand im Waldpark Marienhöhe in Rissen der bundesweit erste Workshop „Skaten mit Rollstuhl“ statt. Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband (DRS) und der Hamburger Verein für den engagierten Umgang mit Behinderung (UTE) hatten dazu eingeladen.

David Lebuser (links), Leiter der neuen DRS-AG „Actionsport“, brachte den Workshop-Teilnehmern erste Tricks im Skatepool bei. | © DRS/Wittmershaus, Mathias Kaiser

Über 50 Rollstuhlnutzer waren im Skatepark vor Ort, 30 von ihnen machten aktiv mit und lernten ihre ersten Tricks auf dem Rampen und Hindernissen der vielseitigen Skate-Anlage. „Neuling“ Jan (23) aus Lübeck hatte bereits nach den ersten Runden das Skatefieber gepackt: „ChairSkating ist total genial. Ich hatte nicht gedacht, dass so was geht!“
Bisher waren es nur wenige, die vereinzelt ihrer Leidenschaft zum „Skaten per Rollstuhl“ nachgegangen sind. Spätestens aber seit Aaron „Wheelz“ Fotheringham oder Josh Dueck mit ihren Rollstuhl-Backflips via Internet weltweit bekannt wurden, ist der Extremsport ChairSkating auch bei jungen Rollstuhlnutzern beliebt. Und die Nachfrage wächst. In vielen Ländern gibt es bereits Wettbewerbe und Veranstaltungen, wo sich ausgetauscht und gemessen werden kann. Der DRS will nun mit ChairSkating-Workshops dies auch in Deutschland für alle Interessierten möglich machen.

Auch dafür wurde im DRS jüngst eine neue Arbeitsgemeinschaft „Actionsport“ gegründet, die „Extrem“-Sportarten eine Planungsstruktur geben und über die unterschiedlichen Angebote in der breiten Öffentlichkeit informieren soll – sei es über ChairSkating, Parasurfing, Kneeboarding, MonoX, Wasser-Ski, Wakeboarding oder eines der vielen anderen Actionsportarten. Der ChairSkating-Workshop stellte für die neue Arbeitsgemeinschaft die Auftaktveranstaltung dar.

Manche gaben sich nicht mit Einfachem zufrieden, sondern wollten steil nach oben. | © DRS/Wittmershaus, Mathias Kaiser

David Lebuser (26), Deutschlands ChairSkating-Pionier und Leiter der neu gegründeten DRS-AG „Actionsport“, war sieben Stunden lang non-stop beim ersten ChairSkating-Workshop in Hamburg im Einsatz, um seine Leidenschaft mit interessierten Anfängern zu teilen und sie mit dem „Skate-Virus zu infizieren“. „Das war einfach genial, mir fehlen immer noch die Worte“, gestand Lebuser. „Ich bin sehr froh, dass ChairSkating bei allen Teilnehmern und Zuschauern so gut angekommen ist. Auch viele Fußgänger haben mitgemacht und sich spontan in die mitgebrachten Rollstühle gesetzt. Ich glaube, jeder hat heute mitbekommen, wie viel Spaß Skaten mit Rollstuhl macht – und das alles mittendrin zwischen Inline-Skatern, BMX-Fahrern und Skateboardern. Das war heute Sport auf zwei bis vier Rollen, ,all inclusive‘ sozusagen!“
Dem konnte sich auch Lutz Meißner, Mitorganisator von UTE, nur anschließen: „Ich habe mich gefreut, wie mutig auch die kleinen Rollifahrer in die Skateanlage gefahren sind und wie selbstverständlich das Bild von einem Dutzend Rollis in der Skatebahn nach kürzester Zeit aussah.“

Neben dem ungewohnten Rollstuhlsportangebot hatten „vorsichtigere“ Teilnehmer auch die Möglichkeit, sich im Rollstuhlbasketball zu probieren. Das BG-Unfallkrankenhaus Hamburg hatte zahlreiche Sport-Rollstühle bereitgestellt und bot ein Extra-Programm auf dem benachbarten Basketballfeld an. Für Teilnehmer Wolfgang (53) aus Lübeck eher sekundär: „Ich spiele ja schon lange Rollstuhlbasketball – heute wollte ich einfach mal was Neues ausprobieren und Spaß haben – hat funktioniert!“

Rund 30 aktive Teilnehmer probierten sich an der neuen Sportart „ChairSkating“. | © DRS/Wittmershaus, Mathias Kaiser

Kontaktadresse für Interessierte

Nach dem erfolgreichen Auftakt und der positiven Resonanz der aus ganz Deutschland angereisten Teilnehmer hoffen die Organisatoren mit Unterstützung aus Politik und Wirtschaft, zukünftig viele weitere Events dieser Art durchführen zu können. Interessierte können sich gerne an die E-Mail actionsport@rollstuhlsport.de wenden.

Schlagworte Skaten | Rollstuhl

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