27. Januar 2017
PFLEGE

Immer mehr Menschen sind pflegebedürftig

Der Sozialverband VdK fordert, pflegende Angehörige weiter zu entlasten

In Deutschland gibt es immer mehr Pflegebedürftige. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts waren Ende 2015 knapp 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig. Im Vergleich zum Dezember 2013 ist das ein Anstieg um 8,9 Prozent.

Symbolfoto: Eine ältere Frau hält die Hände ihres Mannes, der im Rollstuhl sitzt.
Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. | © picture alliance/dpa Themendienst

Über 80 Prozent der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel war mindestens 85 Jahre alt. Die meisten Menschen, die Pflege brauchen, sind Frauen. Annähernd drei Viertel aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt, 1,38 Millionen allein durch Angehörige. „Zwar hat sich durch die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs einiges in der Pflege verbessert, doch es gibt noch genug zu tun“, so VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Der VdK fordert, dass pflegende Angehörige viel mehr Unterstützung bekommen.

Dazu gehören gute Beratung und umfassende Informationen sowie der Ausbau der im Gesetz vorgesehenen Entlastungsangebote. Für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sollte eine aus Steuermitteln finanzierte Lohnersatzleistung analog zum Elterngeld eingeführt werden. „Pflegende Angehörige sind Leistungsträger der Gesellschaft. Wer sich als Berufstätiger entscheidet, einen Angehörigen zu pflegen, soll keine Angst haben, später deshalb in Altersarmut zu geraten“, bringt es Ulrike Mascher auf den Punkt.

Generell müsse es darum gehen, die Selbstständigkeit älterer Menschen so lange wie möglich zu erhalten. Deshalb müsse der Bund mehr Mittel für den altersgerechten Umbau von Wohnungen bereitstellen. Darüber hinaus soll geriatrische Reha einen höheren Stellenwert bekommen, damit Pflegebedürftigkeit vermieden wird.


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ikl

Schlagworte Pflege | pflegebedürftig | pflegende Angehörige

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