12. Juni 2019
MOBILITÄT

Nur mit Plakette in die Umweltzone?

Seit 2008 wurden in einigen deutschen Städten Umweltzonen eingerichtet, in denen nur Fahrzeuge fahren dürfen, deren Schadstoffausstoß bestimmte Grenzwerte unterschreitet. Dadurch soll die Belastung der Luft mit Feinstaub verringert werden. Für manche Menschen mit Behinderung gelten jedoch Ausnahmeregelungen.

Für Umweltzonen braucht man Plaketten. Es gibt aber Ausnahmen. | © imago images/blickwinkel

Laut Umweltbundesamt gibt es in Deutschland derzeit 58 Umweltzonen, deren Anfang und Ende jeweils durch ein Verkehrsschild gekennzeichnet ist. 57 dieser Zonen dürfen nur von Autos mit einer grünen Umweltplakette (Schadstoffklasse 4) befahren werden. Diese Plakette erhalten Fahrzeuge mit Benzinmotor, die ab dem 1. Januar 1993 zugelassen wurden und mindestens die Euro-Norm 1 erfüllen, sowie ab dem 1. Januar 2006 zugelassene Dieselfahrzeuge mit Euro-Norm 4.

Einzig in Neu-Ulm dürfen auch noch Autos in die Umweltzone einfahren, die nur mit einer gelben Plakette (Schadstoffklasse 3) ausgestattet sind. Das betrifft Dieselautos mit Zulassung zwischen dem 1. Januar 2001 und 31. Dezember 2005 und Euro-Norm 3. Wer ohne entsprechende Plakette durch die Umweltzone fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro rechnen. Es sei denn, für das Fahrzeug gilt eine Ausnahmeregelung. Unter diese fallen beispielsweise zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge sowie Kranken- und Arztwagen. Darüber hinaus sind auch Kraftfahrzeuge, mit denen Personen fahren oder gefahren werden, die außergewöhnlich gehbehindert, hilflos oder blind sind und dies durch die im Schwerbehindertenausweis eingetragenen Merkzeichen „aG“, „H“ oder „Bl“ nachweisen, laut Kennzeichnungsverordnung von der Plakettenpflicht ausgenommen.

Nicht alle Autofahrer brauchen eine Plakette

Wichtig: Das Fahrzeug muss nicht auf die schwerbehinderte Person zugelassen sein. Und es muss hierfür auch keine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Als Nachweis reicht die Rückseite des Schwerbehindertenausweises oder der blaue EU-Parkausweis.

Der Sozialverband VdK hatte sich frühzeitig für Ausnahmeregelungen eingesetzt und begrüßt die jetzige bundesweite Vereinbarung, kritisiert aber, dass Personengruppen vergessen worden sind. So sind auch schwerbehinderte Menschen mit dem Merkzeichen „G“ in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt und dringend auf einen Pkw angewiesen. Der Erwerb eines neuen Autos ist finanziell oft unmöglich und ein Umstieg auf andere Verkehrsmittel behinderungsbedingt nicht ohne weiteres möglich. In diesem Punkt ist nach Ansicht des VdK der Gesetzentwurf unbedingt nachzubessern.

Auch interessant:

Themen
Das Foto zeigt ein Schild, das auf einen Behindertenparkplatz verweist.
Für behinderte Menschen bedeutet das eigene Auto Mobilität. Daher müssen sie von Fahrverboten ausgenommen werden, fordert der VdK. | weiter
09.11.2018 | bsc

mib

Schlagworte Sozialverband VdK | Behinderung | Auto | umweltzone | Plakette | Ausnahme

Zu wenig Rente?

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.
Presse
Das Bild zeigt einen Bildschirm, auf dem Googlemail geöffnet ist
Abonnieren Sie unsere Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht. Journalisten könnnen sich hier für unseren Pressenewsletter eintragen.
SOZIALE GERECHTIGKEIT
Das Bild zeigt einen Ausschnitt eines 5-Euro-Scheins
Wer mindestens 35 Beitragsjahre in der Rentenversicherung hat, jedoch eine Rente unterhalb der Grundsicherung bekommt, soll ab Januar 2021 eine Grundrente erhalten.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzten auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.