KAMPAGNEN

Unsere Forderung: Mehr Umverteilung

Altersarmut durch eine höhere Besteuerung von hohen Einkommen bekämpfen

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Seit Jahren wächst in Deutschland die Zahl der Millionäre und Milliardäre. Knapp 20.000 Menschen haben ein Jahreseinkommen von einer Million Euro und mehr. Gleichzeitig wächst die Zahl der armen Rentnerinnen und Rentner. Diese ungleiche Verteilung von Einkommen spürt auch die Bevölkerung: Laut einer aktuellen Umfrage sind rund drei Viertel der Bürger der Meinung, dass Reiche stärker besteuert werden sollten, um ärmere Bevölkerungsgruppen zu unterstützen.

Für die Bundesregierung gilt ein Rentner nur dann als arm, wenn er auf Grundsicherung angewiesen ist. Das sind derzeit über 550.000 Menschen in Deutschland, also nur 3,2 Prozent aller deutschen Rentner. In Wahrheit sind aber viel mehr Menschen betroffen. Wir wissen aus unseren Beratungen, dass viele keine Grundsicherung beantragen, weil sie sich schämen, weil sie nicht zum Sozialamt wollen, weil sie die Bürokratie scheuen oder Angst vor Nachteilen für Kinder und Enkel haben.

Nach aktuellen Studien beträgt die Armutsdunkelziffer über 70 Prozent der Berechtigten. Das reale Ausmaß der Altersarmut lässt sich mit der „Armutsgefährdungsquote“ besser erfassen. Hier wird Armut am Haushaltseinkommen festgemacht. Wer weniger als 60 Prozent des Durchschnitts hat, gilt als armutsgefährdet. 18 Prozent der Rentner betrifft das. Laut Prognosen rutscht bis 2036 jeder fünfte Rent­ner unter die Armutsschwelle. Mehr und mehr Menschen werden ihre Rente mit Grundsicherung im Alter aufstocken müssen, um ihre Existenz notdürftig abzusichern. Diese Entwicklung gefährdet den sozialen Frieden im Land.

Hinzu kommt eine Steuerpolitik, die Einkommen aus Arbeit hoch und leistungsloses Einkommen niedrig besteuert. Den größten Teil des Steueraufkommens erwirtschaften die abhängig Beschäftigten der mittleren und niedrigen Einkommen mit ihren Lohn­ und Verbrauchsteuern. Spitzenverdiener werden im Vergleich dazu viel weniger belastet. Wer allein von Kapitalerträgen leben kann, braucht sogar nur 25 Prozent Abgeltungsteuer zu zahlen.

Wir als VdK fordern eine aktive Bekämpfung von Altersarmut!

Kleine Renten sind das Resultat von schlecht bezahlten Jobs, Arbeitslosigkeit, Krankheiten, aber auch von Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen. Wer Grund­sicherung beantragt, muss seine gesetzliche Rente komplett verrechnen und hat nicht mehr in der Tasche als jemand, der nie eingezahlt hat. Das heißt, von der eigenen Rente bleibt nichts übrig. Das ist ungerecht! ­­­Deshalb fordert der VdK, den Freibetrag von 212 Euro, wie es ihn derzeit schon für die betriebliche und private Altersvorsorge gibt, auch auf die gesetzliche Rente auszuweiten. Von einem solchen Freibetrag profitieren laut einer Studie, die der VdK in Auftrag gegeben hat, 1,8 Millionen Menschen.

Bei noch einem Punkt wird der VdK nicht lockerlassen: Denn trotz Verbesserungen bei der Mütterrente gibt es immer noch Mütter erster und zweiter Klasse. Wir als VdK fordern dieselbe Anerkennung für die wichtige gesellschaftliche Leistung der Kindererziehung, egal, ob ein Kind vor oder nach 1992 geboren wurde – also drei Rentenpunkte für jedes Kind.Der Kampf gegen Altersarmut muss aus Steuern finanziert werden, da er eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist. Dabei müssen Menschen mit hohen Einkommen einen stärke ren Beitrag für die Allgemeinheit leisten.

Mehr Umverteilung

Geld dafür wäre da: durch einen höheren Reichensteuersatz für Spitzeneinkommen. Das allein reicht aber nicht. Es muss endlich der Steuerflucht und Steuerhinterziehung ein Riegel vorgeschoben werden. Steuerschlupflöcher müssen gestopft und Steuersünder härter bestraft werden.

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© Sozialverband VdK

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