13. Juni 2019
GESUNDHEIT

Schlechtes Zeugnis für Arztbriefe: Hausärzte werden nicht gut informiert

Dass es für Patienten manchmal schwierig ist, ihren Arzt zu verstehen, ist bekannt. Doch auch zwischen den Ärzten gibt es in puncto Kommunikation Probleme. Laut einer aktuellen Befragung sind für viele Hausärzte Arztbriefe aus Kliniken nicht auf Anhieb nachvollziehbar.

Das Bild zeigt einen Stift und ein Stethoskop, die auf einem Arztbrief liegen.
Verständliche Arztbriefe sind die Basis für die gute Behandlung von Patienten. | © Pixabay

Unstrukturiert, fehlerhaft, missverständlich formuliert mit unbekannten oder doppeldeutigen Abkürzungen: So lautet das Fazit der Befragung. Dafür haben Sprachwissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf bundesweit 197 Mediziner befragt. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit Hausärzteverbänden.

Arztbriefe: Falsche Informationen

Fast alle befragten Hausärzte (98,5 Prozent) gaben an, Arztbriefe manchmal nicht auf Anhieb zu verstehen. Und fast alle Befragten hatten auch schon mal Papiere mit falschen Informationen erhalten. Die Wissenschaftler vermuten, dass oft mit Textbausteinen gearbeitet wird, die von einem Brief in den anderen kopiert würden. Arztbriefe sind zeitraubend – sowohl für die Verfasser als auch für die Hausärzte. Im Durchschnitt müsse ein Hausarzt täglich drei bis zehn Briefe lesen.

Die Hausärzte gaben in der Befragung an, häufig Probleme mit Entlassungsbriefen aus Kliniken zu haben. Etwa drei Viertel nannten Therapieempfehlungen und Anweisungen zur Medikamenteneinnahme nach der Entlassung aus dem Krankenhaus als häufige Fehlerquellen.

Fehlerhafte Arztbriefe können zu falschen Behandlungen führen

88 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass unverständliche oder fehlerhafte Arztbriefe im schlimmsten Fall zu Behandlungsfehlern führen können. Häufig müssten die Ärzte beim Verfasser dann noch einmal nachfragen. Und genau da ist der Haken, denn Hausärzte haben dafür wenig Zeit. Sie müssen sich darauf verlassen, dass sie korrekte und verwertbare Informationen bekommen.

Beunruhigend sind diese Ergebnisse vor allem für die Patienten. „Sie sind die Leidtragenden, wenn es zu Kommunikationsproblemen zwischen Ärzten kommt”, sagt Dr. Ines Verspohl, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik beim Sozialverband VdK Deutschland. Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass alle Daten und Informationen, die für ihre Behandlung wichtig sind, korrekt übermittelt werden.

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ikl

Schlagworte Gesundheit | Krankheit | Arzt | arztbrief | Klinik | Kommunikation | Sozialverband VdK

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