14. Juni 2022
GESUNDHEIT

Blut dringend gesucht

Corona und die Ferien lassen Vorräte schrumpfen – DRK bittet um Spenden

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist in Alarmbereitschaft: Immer weniger Menschen spenden Blut. Durch die Corona-Pandemie sowie die anstehende Ferienzeit könnte nun ein Engpass bei der Versorgung mit Blutkonserven entstehen.

Ein Kalender mit dem Eintrag
© IMAGO / Panthermedia

Täglich retten Ärzte in Deutschland mit Spenderblut Menschenleben. Das Blut wird vor allem für chronisch Kranke und in Krebstherapien sowie beispielsweise bei Herzoperationen, Transplantationen und Unfällen verwendet. Laut Patric Nohe, Sprecher der DRK-Blutspendedienste, werden im Durchschnitt pro Werktag rund 15.000 Blutkonserven benötigt.

Damit die Blutbanken stets ausreichend gefüllt sind, ist es wichtig, dass regelmäßig gespendet wird, denn die Haltbarkeit von Blutkonserven ist auf maximal 42 Tage begrenzt. Danach können sie nicht mehr genutzt werden. In den Sommerferien gehen laut DRK die Blutspenden regelmäßig zurück. Deswegen ruft die Organisation immer im Frühjahr zu Spenden auf.

Bedarf nach Lockdown

Doch in diesem Jahr gibt es besonders wenig Spenderblut, weil sich bereits seit dem vergangenen Sommer die Situation zusätzlich verschärft hat. Damals war ein Engpass entstanden. Nach dem Lockdown schnellte der Bedarf an Blutkonserven in die Höhe. „Das war für uns eine neue Situation. Die Notfallversorgung mit Blutkonserven konnte zwar gewährleistet werden, aber es war sehr knapp“, sagt Nohe. Die hohe Nachfrage war entstanden, weil neben dem Normalbetrieb in den Krankenhäusern verschobene Operationen nachgeholt werden mussten. Dafür stand nicht immer ausreichend Blut zur Verfügung.

Ein weiterer Grund war, dass Corona-Infizierte kein Blut spenden durften. Viele fuhren zudem in den Ferien in den Urlaub oder besuchten nach dem Lockdown lieber Cafés, Restaurants oder Veranstaltungen statt Blutspendezentren.

Er könne deshalb niemandem einen Vorwurf machen, sagt DRK-Sprecher Nohe und lobt die „Wellen der Solidarität“ im vergangenen Jahr. „In der Summe waren Leute da, doch die Verteilung war sehr unterschiedlich.“ Dadurch war keine kontinuierliche Versorgung möglich. Die Folge: Der Blutbedarf einiger Kliniken wurde nicht vollständig gedeckt. „Es mussten OPs verschoben werden, die schon einmal wegen Corona verschoben worden waren“, so Nohe.

Trend zur Blutspende geht nach unten

Insgesamt geht der Trend bei den Blutspenden nach unten. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts ist nach 2011, dem Jahr mit den meisten Spenden, die Zahl bis 2020 um rund 16 Prozent zurückgegangen. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Vollblutspenden. Erfreulich sei aber, dass im vergangenen Jahr viele Erstspenderinnen und Erstspender hinzugekommen seien, so der DRK-Sprecher.

In einigen Regionen haben sich die Bestände an Blutkonserven seit dem vergangenen Sommer nicht erholt. Idealerweise reicht der Vorrat einer Blutbank für drei bis vier Tage, sagt Nohe.

Die Realität sieht aber oft anders aus. Auf der Webseite www.blutspende.de stellen sogenannte Blutbarometer anschaulich dar, wie klein der Vorrat an einzelnen Blutgruppen in den jeweiligen Bundesländern gegenwärtig ist.

Damit nicht wieder eine Situation wie im vergangenen Sommer eintritt, hofft Nohe nun auf viele Spenden – am besten über die kommenden Monate verteilt: „Die Zahl der Spenden in den nächsten Tagen und Wochen entscheidet, wie wir durch diesen Sommer kommen.“

Jörg Ciszewski

  • Sozialrecht
    Ob Rente, Gesundheit und Pflege, Teilhabe und Behinderung, Leben im Alter oder soziale Sicherung: Der Sozialverband VdK ist für seine Mitglieder ein kompetenter Ratgeber und Helfer in allen sozialrechtlichen Belangen. | weiter
  • Rente
    Der VdK will die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern. Lesen Sie hier alles rund um die Themen Rente, Alterssicherung und unsere rentenpolitischen Forderungen. | weiter
  • Behinderung
    Der VdK setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Lebensbereichen ein. Lesen Sie mehr zu Inklusion, Behindertenpolitik und Barrierefreiheit. | weiter
  • Pflege
    Wir finden: Die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender muss sich dringend verbessern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Pflegepolitik, pflegende Angehörige, häusliche Pflege und Pflegeleistungen. | weiter
  • Gesundheit
    Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das an den Bedarfen der Menschen ausgerichtet ist. Lesen Sie mehr zu Gesundheitspolitik, Prävention, Gesundheitsleistungen, Hilfsmitteln und Versorgung. | weiter
  • Soziale Gerechtigkeit
    Rund 15,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht - das ist fast jeder Fünfte! Der Sozialverband VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit und setzt sich gegen die fortschreitende soziale Spaltung ein. | weiter
  • Frauen
    Frauen erhalten 49 Prozent weniger Einkommen und 53 Prozent weniger Rente als Männer. Der Sozialverband VdK setzt sich für mehr Gerechtigkeit für Frauen ein, kämpft für Gleichberechtigung und Gleichstellung. | weiter
  • Familie
    Wir brauchen Verlässlichkeit für Familien. Der VdK setzt sich unter anderem für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, für familiengerechte Arbeitszeiten, den Ausbau der Kinderbetreuung und für ein Rückkehrrecht in Vollzeit. | weiter
  • Reha
    Krankheit, Unfall, Klinikaufenthalt: Die Rehabilitation setzt dort an, wo die Selbstbestimmung eines Menschen gefährdet ist. | weiter
  • Kampagnen
    Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Kampagnen transportiert der VdK seine Forderungen an die Politik und zeigt immer wieder soziale Missstände auf. | weiter

Zu hohe Kosten für Medikamente?

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.

Presse
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht sowie aktuellen Infos rund um den Sozialverband VdK.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.