6. Juli 2021
GESUNDHEIT

Darmkrebs: Nur Mut zur Vorsorge

Darmspiegelung und Stuhltest können helfen, Darmkrebs zu vermeiden oder früh zu erkennen

Jedes Jahr erkranken über 61.000 Menschen an Darmkrebs, 24.600 sterben daran. Dabei ließe sich dies verhindern. Denn der Krebs entwickelt sich oft langsam über viele Jahre hinweg aus eigentlich harmlosen gutartigen Polypen.

Eine ältere Person hält sich die Hand vor den Bauch
© pixabay

Darmkrebs ist bei Frauen nach Brustkrebs die zweithäufigste Tumorerkrankung. Bei Männern rangiert er nach Prostata- und Lungenkrebs an dritter Stelle. Darmkrebs ist vermeidbar, wenn er früh erkannt wird. Aber viele Patientinnen und Patienten scheuen sich vor der Untersuchung. Weniger als 20 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und Männer gehen regelmäßig zur Darmkrebsvorsorge. Hier besteht Nachholbedarf: Denn Polypen und andere Vorstufen von Krebs können bei einem Stuhltest und bei der Darmspiegelung oft erkannt werden. Dann stehen auch die Heilungschancen gut.

Kostenübernahme

Mit dem Alter steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Deshalb übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Früherkennung für alle ab 50 Jahren.

Für einen Stuhltest können sich Patientinnen und Patienten an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt wenden. Die Probe wird im Labor auf okkultes, das heißt nicht sichtbares Blut untersucht. Darmkrebs oder dessen Vorstufen können kleinste Blutungen im Darm verursachen. Der immunologische fäkale Okkultbluttest (iFOBT) macht schon geringe Mengen davon sichtbar. Ist das Ergebnis positiv, folgt eine Darmspiegelung.

Dazu untersuchen Fachärztin oder Facharzt mit einem sogenannten Koloskop den Dickdarm und den Übergang zum Dünndarm. Ein dünner, biegsamer Schlauch mit einer kleinen Kamera an der Spitze wird in den After eingeführt. Das empfinden manche Patientinnen und Patienten als unangenehm. Wer möchte, erhält ein Beruhigungs-, Schmerz- oder Schlafmittel. Das lässt sich am besten im Vorgespräch mit der Ärztin oder dem Arzt klären.

Polypen entfernen

Bei der Koloskopie ist es möglich, gut sichtbare Polypen zu entfernen. Geht das nicht, weil sie etwa flächig oder sehr groß sind, werden Patientin oder Patient zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus überwiesen. Zeigt die Koloskopie, dass sich die Darmschleimhaut verändert hat, sieht sie zerklüftet oder wie ein Blumenkohl aus, entnimmt die Medizinerin oder der Mediziner eine Probe, die im Labor untersucht wird. Je nach Ergebnis kann es erforderlich sein, die Betroffenen im Krankenhaus weiter zu behandeln.

Wie Polypen entstehen, ist noch nicht geklärt. Aber Rauchen, Alkohol, Übergewicht, wenig Ballaststoffe, zu viel rotes Fleisch und Bewegungsmangel scheinen ihre Entstehung zu fördern. Es gibt auch eine erbliche Veranlagung: Sind in der Familie schon Polypen oder Darmkrebs aufgetreten, ist die Darmkrebsvorsorge besonders wichtig.

Wer Blut im Stuhl entdeckt, wendet sich am besten an die Hausärztin oder den Hausarzt. Oft sind die Ursachen vergleichsweise harmlos, wie ein Magen-Darm-Infekt oder Hämorrhoiden. Es muss niemandem peinlich sein: Die Ärzte kennen diese Probleme.

Früherkennung wirkt

„Das Angebot der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge und insbesondere die Darmspiegelung sind ein hochwirksames Instrument der Krebsprävention“, sagt Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Bei den über 55-Jährigen sind die Neuerkrankungen und die Sterblichkeit deutlich gesunken.

Kristin Enge

Schlagworte Darmkrebs | Vorsorge | Darmerkrankung | Prävention

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