26. April 2021
GESUNDHEIT

Tattoos bergen Risiken

Komplikationen können Herzentzündung auslösen

Ein Bild von einem Arm, der gerade tätowiert wird.
© unsplash

Jeder fünfte Bundesbürger ist tätowiert, schätzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Doch auch, wenn Tattoos inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen scheinen: Harmlos sind die Farbinjektionen nicht. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung eindringlich hin.

„Bei 0,5 bis sechs Prozent aller Tätowierten kommt es epidemiologischen Studien zufolge zu einer Infektion. Werden die Keime in die großen Blutbahnen gespült, können sie Organe wie das Herz angreifen“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Besonders leicht befallen die auf solche Weise eingeschleppten Bakterien erkrankte oder ­operierte Herzklappen”, sagt Professor Dr. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Infektionen nach Tätowierungen haben laut der Patientenorganisation vielfältige Ursachen: „Bei der Prozedur wird die Haut verletzt, und Viren oder Bakterien können über verunreinigte Tätowierfarben, Lösungsmittel oder Nadeln in den Körper gelangen. Auch wenn die Haut des Tätowierten trotz Desinfektion nicht keimfrei ist, kann es zu Infektionen kommen.“

Gelangen Keime über Blut und Lymphwege in tiefere Hautschichten, entstünden schwere eitrige Entzündungen, beispielsweise ein Abszess. Noch dramatischer seien die Folgen, wenn Keime in die großen Blutbahnen verschleppt werden und auf diesem Weg verschiedene Organe des Körpers erreichen.

„Im Herzen entsteht dann eine sogenannte Endokarditis, eine meist von Bakterien ausgelöste Entzündung der Herzinnenhaut“, erklärt Meinertz.„Diese Infektion ist lebensbedrohlich und endet häufig mit einer Herzoperation oder gar dem Tod.“ Weitere mögliche Folgen seien eine Sepsis, also eine Blutvergiftung, die ebenfalls tödlich verlaufen könne.

Zur eigenen Sicherheit sollten folgende Personen auf Tattoos verzichten, betont der Herzexperte: Patienten mit angeborenen Herzkrankheiten, Menschen mit Erkrankungen der Herzklappen, Betroffene mit einem erhöhten Risiko für eine Entzündung der Herzinnenhaut, Allergiker mit vielen verschiedenen Allergien sowie Betroffene mit Schuppenflechte und anderen, über den ganzen Körper verbreiteten Hautkrankheiten.
Über die Risiken, die Tätowierungen insbesondere für Herzpatienten bergen können, klärt die Herzstiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „HERZ heute” auf. Ein Probeexemplar dieser Ausgabe kann kostenfrei unter Telefon (0 69) 95 51 28-4 00 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de angefordert werden.

Zum Thema informiert die Herzstiftung auch im Video „Sind ­Tätowierungen ein Gesundheits­risiko?“ bei YouTube
pet

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