Kein Corona-Bonus für die Fahrt zur Praxis

Krankenkassen übernehmen nur unter bestimmten Bedingungen die Transportkosten zu einer Behandlung

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Chronisch kranke Menschen, die zu Behandlungen fahren müssen, verzichten aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus oft auf Bus oder U-Bahn und nehmen lieber ein Taxi. Bei der Kostenübernahme durch die Krankenkassen ändert sich aber nichts.

Ein chronisch krankes VdK-Mitglied aus München muss regelmäßig zu einer Behandlung. Bis zur Corona-Pandemie hatte die Frau die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt. Da sie jedoch aus mehreren Gründen zur Risikogruppe für Covid-19 zählt, fährt sie nun seit Monaten mit dem Taxi. Die Krankenkasse weigerte sich, diese Auslagen zu begleichen.

„An der Übernahme der Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen durch die Krankenkassen hat sich leider nichts geändert. Dies gilt sowohl für Fahrten mit den Öffentlichen als auch mit dem ­
Taxi oder eigenen Auto“, erklärt Hannah Gierschik, Referentin für Gesundheit beim VdK Deutschland. Grundsätzlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Fahrtkosten zu medizinisch notwendigen stationären Behandlungen, Rettungsfahrten zum Krankenhaus und Krankentransporte mit notwendiger fachlicher Betreuung. Die Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen erstatten die Krankenkassen nur in Ausnahmefällen. Dazu zählen intensivärztliche Behandlungen mit kurzen Zeitabständen, wie Strahlen- oder Chemotherapie, Fahrten von Menschen, die in ihrer Mobilität nachweislich dauerhaft beeinträchtigt sind (Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“) oder einen Pflegegrad von 3, 4 oder 5 haben.

Schließlich werden die Kosten übernommen, wenn die ambulante Behandlung statt einer stationären Krankenhausbehandlung durchgeführt wird.

Damit die Krankenkasse den Transport bezahlt, muss die Fahrt ärztlich verordnet sein, weil sie aus medizinischen Gründen notwendig ist. In manchen Fällen muss die Krankenkasse dies dann genehmigen. Im Zweifel sollte man nachfragen. Pro Fahrt sind zehn Prozent selbst zu bezahlen (mindestens fünf Euro, maximal zehn Euro).

Sebastian Heise

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