Arztdichte: regionale Unterschiede

In Deutschland ist die Zahl der praktizierenden Ärzte gestiegen, beim Versorgungsangebot für die Patienten gibt es jedoch noch große regionale Unterschiede. Das geht aus dem aktuellen Bundesarztregister hervor.

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Auf rund 200 Einwohner in Deutschland kommt rechnerisch ein Arzt. Nach Angaben der Bundesärztekammer ist die Zahl der Ärzte im Jahr 2019 auf rund 402 000 gestiegen, fast 10 000 mehr als im Jahr 2018. Doch dieser Zuwachs bedeutet nicht, dass die Versorgung überall in Deutschland gleich ist. Auf dem Land gibt es oft zu wenig Haus- und Fachärzte. Wie die Kassen­ärztliche Bundesvereinigung (KBV) bestätigt, haben es vor allem Hausärzte auf dem Land schwer, einen Nachfolger zu finden. Laut Statistik stehen in vielen ländlichen Regionen nur 48 bis 60 Allgemeinmediziner für die Versorgung von 100 000 Einwohnern zur Verfügung. Anderswo kümmern sich mehr als 90 Hausärzte um die gleiche Anzahl von Einwohnern.

Bundesweit das beste Ergebnis erreicht Kaufbeuren in Bayern mit 95,9 Allgemeinmedizinern pro 100 000 Einwohner. Von den zehn Kommunen mit der niedrigsten Arztdichte sind dagegen allein sechs in Nordrhein-Westfalen. In Rheinland-Pfalz gibt es bundesweit mit 56,4 Jahren die ältesten praktizierenden Hausärzte. Fast jeder Fünfte ist schon älter als 65.

Modellprojekte

Deshalb betreibt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz seit Juni 2018 eine Beratungsstelle, die die Kommunen darin unterstützt, die ambulante medizinische Versorgung vor Ort auch in Zukunft zu gewährleisten. So konnte sie die Nachbesetzung von vakanten Arztsitzen erreichen, Weiterbildungsassistenten vermitteln und gemeinsam mit mehreren Kommunen Marketing­strategien entwickeln, um ärzt­lichen Nachwuchs zu gewinnen.

Auch in anderen Regionen sollen Projekte der KV helfen, die Versorgung zu verbessern. In Hessen gibt es beispielsweise den „Medibus“, die rollende Arztpraxis. Durch eine flexible Anpassung des Fahrplans kann schnell auf Engpässe in der ambulanten Versorgung reagiert werden. Insbesondere chronisch kranke, ältere und wenig mobile Patienten können durch ein umfangreiches medizinisches Leistungsspektrum vor Ort besser versorgt werden.

ikl

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