29. Mai 2017
BEHINDERUNG

Neuer Service „Reisen für Alle“

Datenbank für barrierefreie Angebote für Menschen mit Behinderung

Wer eine Reise plant, der muss oft länger suchen, vor allem dann, wenn er eine Behinderung hat. Denn es gibt einfach nicht so viele Angebote für diese Zielgruppe wie für andere Reisende.

Symbolfoto: Ein älteres Paar - ein Mann im Rollstuhl und eine Frau neben ihm betrachten die Landschaft, sie hat den Arm um ihn gelegt
Reisen ohne Barrieren bedeutet Komfort für alle Menschen. | © Foto: picture alliance/Cultura RF

Hier soll eine Datenbank, an deren Entwicklung das VdK-eigene Institut für barrierefreie Gestaltung und Mobilität (IbGM) maßgeblich beteiligt ist, Abhilfe schaffen. Grundlage ist das neue, bundesweit einheitliche Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“. Es bietet verlässliche, detaillierte Angaben zur Barrierefreiheit für Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen.

„Schon bei den Begrifflichkeiten gab es bisher große Unterschiede“, weiß Annerose Hintzke vom IbGM und nennt zwei Beispiele dafür: Wenn ein Hotel mit einem seniorengerechten Angebot wirbt, bedeute das nicht zwangsläufig, dass man sich mit dem Rollator ungehindert bewegen kann. Gleiches gelte für „rollstuhlgerecht“. Hier dürfe man sich nicht darauf verlassen, dass Türbreiten und Bewegungsflächen extra für Rollstuhlfahrer ausgerichtet sind. Letztendlich könne der Begriff auch einfach bedeuten, dass irgendwo eine Rampe oder ein Aufzug vorhanden ist. „Menschen mit Behinderung müssen vor Reiseantritt alles genau nachfragen, um am Urlaubsort keine bösen Überraschungen zu erleben“, weiß Hintzke.

Einheitliche Angaben

Mit dem neuen Kennzeichnungssystem sollen Nutzer anhand von Piktogrammen verlässliche, detaillierte und einheitliche Angaben vorfinden, die Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen die Auswahl von Reiseangeboten erleichtern. Falls Anforderungen nur teilweise erfüllt sind, werde das Piktogramm mit einem „i“ versehen. Es signalisiert, dass man die Informationen zu den Angeboten noch einmal genauer ansehen sollte. Die unterschiedlichen Anforderungen wurden nicht nur für die Unterkünfte selbst, sondern auch für gastronomische Angebote, Kultur und Unterhaltung, Freizeit und Sport sowie Einkaufen und Verkehr erarbeitet. Das Besondere: Die Angaben zur Barrierefreiheit beruhen nicht auf einer Selbstauskunft der Anbieter, sondern wurden von Experten vor Ort ermittelt.

Ziel des Projekts ist es, eine umfangreiche Datenbank anzubieten. Bisher sind bereits 850 Angebote gelistet und bewertet, die heute schon über die Internetseiten von „Reisen für Alle“ und von elf Landesmarketingorganisationen einzusehen sind. Hauptprojektträger von „Reisen für Alle“ ist das Deutsche Seminar für Tourismus (DSFT) in Kooperation mit der NatKo (Reisen für Alle e. V.), dessen Mitglied der VdK ist. Gefördert wird das Projekt, das von vielen Behindertenverbänden und Organisationen der Tourismuswirtschaft begleitet wird, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Kontakt

„Reisen für Alle“ ist das bundesweite Kennzeichnungssystem für den Bereich Barrierefreiheit.

Internet www.reisen-fuer-alle.de

Telefon (02 11) 3 36 80 01

Ines Klut

Schlagworte Reisen | Barrierefreiheit | Reisen für alle | Portal | Kennzeichnung | Behinderung | rollstuhlgerecht | Urlaub | NatKo

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