19. Oktober 2015
Armut

Immer mehr Ältere übernehmen Minijobs

Hunderttausende Senioren arbeiten in Deutschland mit geringem Lohn - ein Indiz für Altersarmut, wie etwa der Sozialverband VdK mahnt. Die Politik soll seiner Ansicht nach die Rente stärken.

© Imago/Schöning

Immer mehr Rentner arbeiten für kleines Geld in Minijobs. Im März 2015 waren es bundesweit knapp 904.000. Das sind deutlich mehr als 2003, als nur knapp 533.000 über 65-Jährige geringfügig beschäftigt waren. Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Wie aus der Statistik hervorgeht, nahm die Zahl über die Jahre stetig zu. Die Branche mit den meisten Minijobbern über 65 Jahre ist mit 154.000 der Handel.

Der Sozialverband VdK Deutschland sieht in der gestiegene Zahl an Rentnern mit Minijobs einen deutlichen Hinweis auf wachsende Altersarmut. "Die Bundesregierung darf das Problem der Altersarmut nicht länger kleinreden und die Tatsache ignorieren, dass immer mehr älteren Menschen ihre Rente nicht zum Leben reicht", sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. "Durch das Absenken des Rentenniveaus befinden sich die Neurenten seit Jahren im Sinkflug, so dass immer mehr Rentner unter die Armutsschwelle rutschen."

Zimmermann sagte: "Der weitaus überwiegende Teil der älteren Menschen dürfte nicht zum Spaß und Zeitvertreib weiter arbeiten, sondern aus finanzieller Not." Ältere Menschen arbeiten ihrer Ansicht nach zunehmend über die gesetzliche Altersgrenze hinaus, "um der Armut zu entfliehen".

Bereits bekannt ist, dass immer mehr Menschen in Deutschland zusätzlich zu ihrem Einkommen oder der Rente auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Vor allem ältere Menschen brauchen sie, zuletzt mehr als eine halbe Million Senioren.

dpa

Schlagworte Rentner | Minijob | Altersarmut | Armut | geringfügige Beschäftigung

VdK-TV: Serie Soziale Ungleichheit - Kinderarmut

In Deutschland leben etwa 2,5 Millionen Kinder mit einem Armutsrisiko. VdK-TV hat mit Armutsforscher Dr. Felix Blaser über Kinderarmut und ihre Folgen gesprochen.

Urteile zur Armut

Armut
Jobcenter dürfen nicht günstige Mieten im Umland mit im Blick haben, um die angemessene und zu übernehmende Miete in einer Großstadt zu bestimmen. Denn bei solch einem Verfahren führt die Einbeziehung der wesentlich günstigeren Mietpreise in den kleineren Kommunen zu einer unzutreffenden Mietobergrenze für die Großstadt. | weiter
03.03.2017 | juragentur
Armut
Symbolfoto: Buchstaben, die das Wort "Hartz IV" bilden, unter einer großen Lupe
Können Arbeitsuchende krankheitsbedingt nicht ihren Hartz-IV-Antrag abgeben, erhalten sie kein Arbeitslosengeld II. Dies gilt auch bei Folgeanträgen, vorausgesetzt, der Hartz-IV-Bezieher hat das Antragsformular vom Jobcenter erhalten, dieses aber dann nicht abgegeben, entschied das Sozialgericht Mainz. | weiter
03.01.2017 | juragentur
Armut
Symbolfoto: Buchstaben bilden das Wort Hartz IV, sie stehen auf einem Fünf-Euro-Schein
Hartz-IV-Bezieher können zum Besuch einer kostenfreien Jobmesse verpflichtet werden. Dies gilt zumindest dann, wenn der Arbeitsuchende sich an einem dort befindlichen Stand der Arbeitsagentur melden und Bewerbungsmappen mitbringen soll, entschied das Bayerische Landessozialgericht in einem Urteil. | weiter
03.01.2017 | juragentur

VdK-Stellungnahmen

Armut
Symbolfoto: Die ersten beiden Seiten der VdK-Stellungnahme zum Entwurf 5. Armuts- und Reichstumsbericht der Bundesregierung
Die Bundesregierung ist verpflichtet, einmal innerhalb einer Legislaturperiode einen Armuts- und Reichtumsbericht vorzulegen. Der Sozialverband VdK Deutschland hat als Mitglied im Beraterkreis für den Bericht den Erstellungsprozess kritisch begleitet und nun zum Entwurf des Fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung Stellung genommen. | weiter
05.01.2017
Armut
Symbolfoto: Hände einer alten Frau notieren Ausgaben auf einem Block, drumherum Geldscheine und Münzen
Die Stellungnahme des Sozialverbands VdK Deutschland e.V. zum Entwurf eines Gesetzes zur Ermittlung von Regelbedarfen und zur Änderung des Zwölften und des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch können Sie hier herunterladen. | weiter
19.09.2016
Armut
Symbolfoto: Ein Fünf-Euro-Schein und Euromünzen ergeben zusammen die Summe von 8,50 Euro
Lesen Sie hier die Stellungnahme des Sozialverbands VdK Deutschland an die Mindestlohnkommission - Einschätzung zu den Auswirkungen des geltenden gesetzlichen Mindestlohns. Die Stellungnahme ist auch als Download verfügbar. | weiter
03.06.2016

VdK-TV: "Steueroase Deutschland" - Interview mit Markus Meinzer

Markus Meinzer ist Buchautor und Blogger und engagiert sich im "Netzwerk Steuergerechtigkeit". VdK-TV hat ihn zum Interview getroffen und mit ihm über sein Buch "Steueroase Deutschland" gesprochen.
Rente
Symbolfoto: Buchstabenwürfel bilden das Wort "Rente", darauf sitzen kleine Figürchen von Senioren
Lesen Sie hier aktuelle Informationen rund um das Thema Rente und Alterssicherung. Informieren Sie sich über die aktuelle Rentenpolitik, über die Themen Rentenanpassung und Rentengarantie, Betriebsrente und vieles mehr.
Gesundheit
Symbolfoto: Ein Stethoskop
Wissenswertes in Form von aktuellen Informationen aus dem Bereich Gesundheit, etwa zu Arzneimitteln, Patientenrechten, zu den Themen Prävention, medizinische Rehabilitation, Kur und vieles mehr.
Pflege
Symbolfoto: Angehörige oder Pflegekraft beugt sich über einen Senior im Rollstuhl
Informieren Sie sich über Wissenswertes aus dem Bereich Pflege, zum Beispiel zu Neuerungen in der Pflegepolitik, zur Reform der Pflegeversicherung 2017 oder zu Informationen für pflegende Angehörige.
Teilhabe und Behinderung
Symbolfoto: Eine Frau im Rollstuhl an ihrem Schreibtisch im Büro
Aktuelle Informationen rund um das Thema Behinderung, zum Beispiel zu den Bereichen Barrierefreiheit, Behindertenpolitik, Nachteilsausgleiche, Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben und vieles mehr.
Armut
Plakatmotiv der VdK-Aktion gegen Armut
Armut ist ein wachsendes Problem in Deutschland. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose. Der VdK setzt sich gegen Armut ein und für Maßnahmen, die Armut verhindern.