1. Dezember 2016
Themen

Netzwerk für eine gerechte Rente: Gewerkschaften und Sozialverbände diskutieren die Rente der Zukunft

Die Mitgliedsorganisationen des „Netzwerkes für eine gerechte Rente“, darunter der Sozialverband VdK Deutschland, sind am Donnerstag, 1. Dezember, in Berlin zu einer Fachtagung zusammen gekommen. Im Mittelpunkt der Diskussion standen das Renten-Konzept von Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles sowie die gemeinsamen Anforderungen an eine zukunftsfeste Altersversorgung.

Ulrike Mascher, Präsidentin Sozialverband VdK Deutschland:

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher
Ulrike Mascher | © Peter Himsel

„Die Zurechnungszeiten für Erwerbsminderungsrenten sollen laut Plänen der Koalition erst ab 2018 und dann nur schrittweise bis 2024 weiter angehoben werden. Diese Entscheidung bleibt im Hinblick auf zukünftige Erwerbsminderungsrenten weit hinter den Erwartungen zurück. Für die 1,7 Millionen derzeitigen Erwerbsminderungsrentner ist sie sogar eine riesige Enttäuschung, da nichts gegen deren akut bestehende Armutssituation unternommen wird.

Wir fordern, dass es im parlamentarischen Verfahren noch zu weiteren Verbesserungen für Erwerbsgeminderte kommt. Die Abschaffung der ungerechten Abschläge muss kommen, und zwar bei Neu- und Bestandsrentnern. Die Armutsbekämpfung muss heute beginnen, nicht erst in einigen Jahren.“

Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied:

„Sich gemeinsam mit langjährigen Bündnispartnern für einen Kurswechsel zur Stärkung der gesetzlichen Rente einzusetzen, gibt langen Atem für die vor uns liegende politische Debatte. Wir müssen sie führen, weil es gerade um die Jüngeren geht. Wenn das Rentenniveau weiter sinkt, werden die heute 30 oder 40jährigen viel einzahlen und im Alter wenig bekommen. Soweit dürfen wir es nicht kommen lassen. Eine starke Gesetzliche Rente bedeutet immer noch beste Vorsorge und Rendite.“

Dr. Joachim Rock, Abteilungsleiter Sozialpolitik, Der Paritätische:

"Die Armutsquote von Rentnerinnen und Rentnern ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen und liegt mit 15,9 Prozent bereits jetzt über dem Bevölkerungsdurchschnitt. Wir müssen von einer gravierenden Dunkelziffer ausgehen: Menschen, die im Alter in prekären Verhältnissen, mit eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten und in verdeckter Armut leben. Ein System, das dies zulässt, ist eines Sozialstaats nicht würdig. Es ist an der Zeit, die gesetzliche Rentenversicherung endlich wieder in die Lage zu versetzen, den Lebensstandard der Menschen im Alter zu sichern und die Altersgrundsicherung armutsfest auszubauen."

Adolf Bauer, Präsident SoVD:

„Rentnerinnen und Rentner dürfen nicht bestraft werden, wenn sie trotz ihrer Rente auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Doch genau das widerfährt diesem Personenkreis gegenwärtig durch die volle Anrechnung ihrer gesetzlichen Rente. Und das muss beendet werden. Der SoVD fordert deshalb, einen gestaffelten Rentenfreibetrag in der Grundsicherung im Alter einzuführen.“

Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident Volkssolidarität:

„Das Absenken des Rentenniveaus hat gerade in strukturschwachen Regionen - wie den ostdeutschen Bundesländern - weitreichende Folgen für die Lebensqualität im Alter. Wir fordern ein Rentenniveau von 53 Prozent, damit der Lebensstandard im Alter nicht drastisch sinkt. Zur Finanzierung müssen die Milliarden Euro an Bundeszuschüssen für private Altersvorsorge wieder der gesetzlichen Rentenversicherung zugeführt werden. Um die gesetzliche Rente langfristig und nachhaltig zu stärken, muss sie zu einer Erwerbstätigenversicherung ausgebaut werden.“

Hintergrund

Neben der aktuellen Kampagne „Rente muss reichen“ arbeitet der Deutsche Gewerksschaftsbund seit Jahren im „Netzwerk für eine gerechte Rente“ mit den Sozialverbänden VdK, Paritätischer, SoVD und Volkssolidarität zusammen. Das Netzwerk hat mehrere Monitoring-Berichte zur Rente mit 67 veröffentlicht.

Schlagworte Rente | Netzwerk für eine gerechte Rente | Altersarmut | Armut | Rentner | Erwerbsminderungsrente

  • Sozialrecht
    Ob Rente, Gesundheit und Pflege, Teilhabe und Behinderung, Leben im Alter oder soziale Sicherung: Der Sozialverband VdK ist für seine Mitglieder ein kompetenter Ratgeber und Helfer in allen sozialrechtlichen Belangen. | weiter
  • Rente
    Der VdK will die Rente zukunftssicher machen und Altersarmut verhindern. Lesen Sie hier alles rund um die Themen Rente, Alterssicherung und unsere rentenpolitischen Forderungen. | weiter
  • Behinderung
    Der VdK setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in allen Lebensbereichen ein. Lesen Sie mehr zu Inklusion, Behindertenpolitik und Barrierefreiheit. | weiter
  • Pflege
    Wir finden: Die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender muss sich dringend verbessern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Pflegepolitik, pflegende Angehörige, häusliche Pflege und Pflegeleistungen. | weiter
  • Gesundheit
    Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das an den Bedarfen der Menschen ausgerichtet ist. Lesen Sie mehr zu Gesundheitspolitik, Prävention, Gesundheitsleistungen, Hilfsmitteln und Versorgung. | weiter
  • Soziale Gerechtigkeit
    Rund 15,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht - das ist fast jeder Fünfte! Der Sozialverband VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit und setzt sich gegen die fortschreitende soziale Spaltung ein. | weiter
  • Frauen
    Frauen erhalten 49 Prozent weniger Einkommen und 53 Prozent weniger Rente als Männer. Der Sozialverband VdK setzt sich für mehr Gerechtigkeit für Frauen ein, kämpft für Gleichberechtigung und Gleichstellung. | weiter
  • Familie
    Wir brauchen Verlässlichkeit für Familien. Der VdK setzt sich unter anderem für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, für familiengerechte Arbeitszeiten, den Ausbau der Kinderbetreuung und für ein Rückkehrrecht in Vollzeit. | weiter
  • Reha
    Krankheit, Unfall, Klinikaufenthalt: Die Rehabilitation setzt dort an, wo die Selbstbestimmung eines Menschen gefährdet ist. | weiter
  • Verena Benteles Lichtblicke
    Die neue Tagebuch-Kolumne der VdK-Präsidentin. Positiv und persönlich: Mit ihrer Kolumne 'Verenas Lichtblick' will sie Leserinnen und Lesern, auch in Zeiten von Corona, Hoffnung machen. | weiter
    30.03.2020

Zu wenig Rente?

Wir sagen Ihnen, was Ihnen laut Sozialrecht zusteht und kämpfen für Ihr Recht. Bundesweit. Jetzt Beratung vereinbaren!

Der VdK
Eine Frau gibt einer anderen Frau zur Begrüßung die Hand. Sie stehen am Eingang eines Gebäudes mit der Aufschrift "VdK Service Point"
Finden Sie mit der Beratungsstellen-Suche die nächste Rechtsberatungsstelle des Sozialverbands VdK - auch in Ihrer Nähe!
Der VdK
Symbolfoto: Zwei Frauen und ein Mann ziehen gemeinsam an einem Seil, an dessen Ende auch jemand zieht.
Wir machen uns stark für soziale Gerechtigkeit. Wir vertreten Ihre sozialpolitischen Interessen und kämpfen für Ihre Rechte. Unsere Stärke: Unabhängigkeit und Neutralität.

Presse
Das Bild zeigt einen Bildschirm, auf dem Googlemail geöffnet ist
Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.