23. Juni 2016
Themen

Jeder Zweite versteht seinen Arzt nicht

Erfolg einer Behandlung hängt auch von der Kommunikation ab

Mehr als die Hälfte der Deutschen, so ergab eine repräsentative Studie der Universität Bielefeld, hat Schwierigkeiten, ihren Arzt zu verstehen. Das kann Auswirkungen auf den Erfolg einer Behandlung haben.

Symbolfoto: Eine Ärztin erklärt einem Patienten in der Sprechstunde etwas
© imago/McPHOTO

Viele Menschen haben es äußerst schwer, sich in unserem komplexen Gesundheitssystem zurechtzufinden und die zahlreichen Anforderungen der Gesundheitserhaltung im Alltag zu bewältigen, so das Fazit der Studienautoren. Das könne falsches Verhalten und dadurch letztlich auch ein höheres Krankheitsrisiko nach sich ziehen.

Deshalb sei es an der Zeit, neu über die Art, Aufbereitung und Vermittlung von Informationen nachzudenken. In den Kliniken etwa müsse es bei den Abläufen für die Patienten viel transparenter zugehen. Es brauche verständlichere Formulare. Und die Mediziner müssten sich mehr Zeit zum Erklären nehmen. Im Schnitt dauert ein Patientengespräch hierzulande vier bis fünf Minuten. Zum Vergleich: In Kanada ist es dreimal so lang.

Der Austausch zwischen Arzt und Patient entscheidet mit darüber, wie gut die Therapie verläuft. Klappt die Kommunikation nicht, kann das schlimmstenfalls zu falschen Diagnosen und zu folgenreichen Fehlbehandlungen führen. Verläuft das Gespräch zwischen Arzt und Patient dagegen gut, steigt die Therapietreue. Das heißt, die Patienten halten sich besser an die mit dem Arzt besprochene Vorgehensweise, wenn sie mitentscheiden können, was zu tun ist. Auch menschliche Zuwendung führt zu einer besseren Gesundheit.

Steht ein Arzttermin an, sollte man sich schon im Vorfeld gut darauf vorbereiten.

Vor dem Arztgespräch:

  • Schreiben Sie Ihre wichtigsten Fragen auf, damit Sie beim Gespräch nichts vergessen und verständliche und ausreichende Informationen erhalten.
  • Bringen Sie die Medikamente, die Sie zurzeit nehmen, zu dem Termin mit, auch die Medikamente, die Sie rezeptfrei gekauft haben.
  • Notieren Sie Ihre Beschwerden und wann diese genau angefangen haben.
  • Nehmen Sie gegebenenfalls eine Vertrauensperson zu dem Gespräch mit.

Im Sprechzimmer:

  • Arbeiten Sie Ihren Fragenkatalog ab.
  • Hören Sie gut zu. Scheuen Sie sich nicht, nachzufragen.
  • Schreiben Sie die Antworten mit. Wenn Sie etwas nicht genau verstehen, fragen Sie noch einmal nach.
  • Versuchen Sie, mit eigenen Worten zusammenzufassen, was Sie verstanden haben. Damit können Sie Missverständnisse vermeiden.
  • Bitten Sie gegebenenfalls um Ihre Befunde wie Laborberichte.

Wer mit einer ärztlichen Behandlung oder Beratung nicht einverstanden ist, sollte sich an die Ärztekammer wenden.

ikl

Schlagworte Arzt | Patient | Sprechstunde | Arzt-Patient-Gespräch | Notizen | Vorbereitung | Nachfragen | Missverständnis | Arztgespräch | Tipps

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